Nebenhodenentzündung

Eine Entzündung in einem (oder beiden) Hoden wird von Mediziner:innen als Orchitis bezeichnet. Sind dagegen die Nebenhoden betroffen, bezeichnet man dies als Epididymitis. Eine häufige Ursache für eine Entzündung von Hoden oder Nebenhoden sind bakterielle Infektionen, beispielsweise durch Chlamydien, Gonokokken oder eine Harnwegsinfektion durch Kolibakterien. Auslöser können jedoch auch Viren wie zum Beispiel das Mumps– oder das Rötelnvirus sowie Pilze oder Parasiten sein. Auch eine fortgeschrittene Tuberkulose Erkrankung kann sich als Hoden- bzw. Nebenhodenentzündung bemerkbar machen. 

Symptome einer Hoden- bzw. Nebenhodenentzündung

Folgende Symptome können bei einer Entzündung der Hoden oder Nebenhoden bestehen:  

  • Schwellung des Hodens
  • Rötung des Hodens und des Hodensacks
  • Überwärmung des Hodens
  • Schmerzen am betroffenen Hoden
  • Schmerzen beim Wasserlassen und/oder starker Harndrang
  • Verhärtung des Hodens
  • Fieber sowie allgemeines Krankheitsgefühl
  • Regionale Lymphknotenschwellung 

Bei einer Entzündung können sowohl beide als auch nur ein Hoden von den Beschwerden betroffen sein. Bei einem Verlauf ohne Komplikationen klingen die Symptome in der Regel innerhalb von einer Woche wieder ab. Die Schwellung und Verhärtung der Hoden und des Hodensacks können jedoch noch mehrere Wochen bestehen.  

Ursachen einer Hodenentzündung

Eine Hoden- bzw. Nebenhodenentzündung kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein: 

  1. Viren: Mumps-Viren können eine Entzündung der Hoden hervorrufen. Erkranken Männer nach der Pubertät an Mumps, sind bei circa einem Drittel der Männer die Hoden betroffen. Bei Jungen vor der Pubertät ist das Risiko einer Hodenentzündung im Rahmen einer Mumps-Erkrankung geringer. Durch die MumpsMasernRöteln-Impfung ist jedoch in Deutschland Mumps als Ursache für Hoden- bzw. Nebenhodenentzündungen deutlich zurückgegangen.  
  2. Bakterien: Bakterien können über verschiedene Wege in die Hoden und die Nebenhoden gelangen. Oftmals passiert dies beim Geschlechtsverkehr. Gonokokken, Auslöser von Tripper, oder Chlamydien können eine Entzündung der Hoden begünstigen. Um die Übertragung von bakteriellen Geschlechtskrankheiten zu vermeiden, sollten Kondome verwendet werden. Ebenfalls können Streptokokken oder Darmbakterien wie Escherichia Coli oder Klebsiellen zu einer Hodenentzündung führen.  
  3. Verletzungen: Auch Verletzungen an den Hoden können zu einer Entzündung führen. 
  4. Autoimmunerkrankungen: Bestimmte Autoimmunkrankheiten können dazu führen, dass das körpereigene Abwehrsystem sich gegen das eigene Gewebe richtet.  

  

Behandlung einer Hoden- und Nebenhodenentzündung

Bei einer Entzündung der Hoden oder Nebenhoden hängt die Behandlung von der Ursache und der Intensität der Beschwerden ab.  

Bei einer viralen Ursache ist das primäre Ziel der Behandlung die Linderung der Symptomatik. Dazu gehören:  

  • Bettruhe 
  • Hochlagern der Hoden  
  • Einnahme schmerzlindernder sowie entzündungshemmender Medikamente 
  • Kühlen der Hoden mit feuchten Wickeln  

Lösen Bakterien die Hodenentzündung aus, sollten zusätzlich Antibiotika eingenommen werden, welche ursächlich gegen die bakterielle Infektion. Bei einer Infektion durch sexuell übertragbare Erreger sollte der Partner oder die Partnerin ebenfalls mitbehandelt werden, damit es nicht zu einem Ping-Pong-Effekt kommt. 

Sowohl bei einer bakteriellen als auch viralen Hodenentzündung können die Schmerzen mehrere Tage andauern und auch die Schwellung noch für einige Zeit persistieren.  

Treten Komplikationen bei einer Hoden- oder Nebenhodenentzündung auf, können durch chirurgische Eingriffe persistierende infektiöse Herde, wie Abszesse, gespalten werden.   

Wie kann Doktor.de mir bei einer Hodenentzündung helfen?

Die mit Doktor.de kooperierenden Ärzte und Ärztinnen können dich während einer Hodenentzündung medizinisch beraten und betreuen. Je nach Symptomatik ist gegebenenfalls die Vorstellung beim Urologen oder Urologin notwendig, um einen Abstrich aus der Harnröhre zu entnehmen, eine Urinanalytik sowie einen Ultraschall der Hoden durchzuführen. Sollte eine bakterielle Infektion Ursache für eine Hodenentzündung sein, so können Antibiotika und Medikamenten gegen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden.  

Bei starker Symptomatik kann bei Bedarf ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden. 

Sollte es plötzlich zu stark einsetzenden Schmerzen im Hoden mit oder ohne Schwellung kommen, sollte immer eine Vorstellung beim Arz, Ärztin oder der Rettungsstelle erfolgen, um eine sogenannte Hodentorsion auszuschließen.  

Auch bei schmerzloser Verhärtung oder Größenzunahme des Hodens sollte frühzeitig ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 03.12.2021. Testikelinflammation. Doktor.se.

AOK. 22.09.2021. Was ist eine Hodenentzündung und wie macht sie sich bemerkbar?.

Letztes Update: 2022-05-27