Der richtige Sonnenschutz für Kinder und Erwachsene

Die Sonne weckt Glücksgefühle und ist wichtig für die körpereigene Produktion von Vitamin D. Doch die Sonnenstrahlen können schnell zu einem Sonnenbrand führen und im schlimmsten Fall Hautkrebs verursachen, wenn du deine Haut nicht richtig schützt. Was du beim Sonnenschutz beachten musst und wie du dein Kind vor der UV-Strahlung schützt, liest du in unserem Artikel.

Warum sollte ich Sonnenschutz verwenden?  

Die UV-Strahlung der Sonne sorgt nicht nur für eine schöne Urlaubsbräune, sondern lässt deine Haut schneller altern und kann Hautkrebs verursachen. Zwar hat die Haut je nach Hauttyp einen gewissen Eigenschutz, der jedoch keinen langfristigen Sonnenschutz bietet. So sollten sich Erwachsene oder ältere Kinder mit sehr heller Haut (Hauttyp I und II) nur fünf bis 20 Minuten ungeschützt in der Sonne aufhalten, währenddessen die Hauttypen III und IV eine Eigenschutzzeit von 30 bis 50 Minuten haben. Dunkle Hauttypen (V und VI) können sich über 60 Minuten ohne Sonnenschutz in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.  

Besondere Vorsicht ist bei Babys und Kindern bis zum sechsten Lebensjahr geboten, weil sich der hauteigene Schutz erst in den ersten Lebensjahren entwickelt. Säuglinge sollten besonders vor den UV-Strahlen geschützt werden und in ihrem ersten Lebensjahr keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sein.  

Wie schütze ich mich und mein Kind richtig vor der Sonne?  

Um dich und dein Kind vor der UV-Strahlung zu schützen, kannst du folgendes machen:  

  • Vermeide die Mittagssonne von 11 Uhr bis 15 Uhr, da zu dieser Zeit die UV-Strahlung am stärksten ist.  
  • Halte dich mit deinem Kind im Schatten auf, am besten unter Bäumen oder einem Sonnenschirm aus geeignetem Material. Sonnenschirme mit einem einen UV-Schutzfaktor (UPF) von 25 bis 50 bieten einen hohen Sonnenschutz, ab 50 ist der Schutz ausgezeichnet.  
  • Verwende ausreichend Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor und UV-Blocker, es wird eine Sonnenmilch mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 empfohlen, die sowohl vor UV-A- als auch UV-B-Strahlen schützt.  
  • Wiederhole das Auftragen von Sonnenmilch oder Sonnenspray regelmäßig, besonders nach dem Baden oder Schwitzen.  
  • Creme dich und dein Kind auch im Schatten mit Sonnenschutzmittel ein. Durch die Reflexion von Gebäuden, Wasseroberflächen oder Sand bist du und dein Kind im Schatten nicht zu 100 % vor der Sonneneinstrahlung geschützt.   
  • Nutze wasserfeste Sonnenmilch, wenn du oder dein Kind ins Wasser gehen und erneuere den Sonnenschutz nach dem Baden.  
  • Trage Kleidung, die vor der Sonne schützt und eine Kopfbedeckung, um einem Sonnenbrand auf der Kopfhaut und einem Hitzeschlag vorzubeugen. Bei der Kleidung eignen sich vor allem dicht gewebte, dunkle Stoffe. Wolle, Jeans und Polyester haben eine stärkere Schutzwirkung im Vergleich zu hellen Kleidungsstücken aus Seide, Leinen, Viskose oder Baumwolle. Es gibt auch Sonnenschutzkleidung, die einen Lichtschutzfaktor (LSF) hat. Achte darauf, dass der UV-Schutzfaktor (UPF) mindestens 30 beträgt oder die Kleidung mit dem Prüfsiegel „UV-Standard 801“ gekennzeichnet ist. 
  • Trage eine Sonnenbrille mit UV-Filter, um deine Augen und die deines Kindes zu schützen.
  • Verwende bei deinem Kind nur Sonnencreme, die für Kinder geeignet ist, weil Inhaltsstoffe von herkömmlichen Sonnenschutzmitteln die Kinderhaut schädigen könnten. 

Soweit die Theorie, doch in der Umsetzung ist es meistens nicht so leicht, Kinder zu motivieren, Sonnencreme zu nutzen, sich im Schatten aufzuhalten und eine Kopfbedeckung zu tragen. Wir haben ein paar Tipps für dich, wie es dir stressfreier gelingt, dein Kind vor der Sonne zu schützen:  

Tipps zur Anwendung von Sonnencreme bei Kleinkindern und älteren Kindern

  • Mit gutem Vorbild vorangehen: Wenn du dich zuerst eincremst, macht es dir dein Kind vielleicht nach.  
  • Sonnencreme selbst aussuchen lassen: Gib deinem Kind die Möglichkeit, ein eigenes Sonnenschutzmittel im Laden auszusuchen. Natürlich solltest du trotzdem auf einen hohen Lichtschutzfaktor achten.  
  • Rituale aufbauen und spielerisch Sonnenschutzmittel auftragen: Feste Rituale wie das Eincremen vor dem Rausgehen oder das Aufmalen eines Gesichts aus Sonnencreme können dabei helfen, dass dein Kind Spaß am Eincremen hat. Es kann auch helfen, wenn dein Kind dich zuerst eincremen darf.  
  • Biete Sonnenspray oder Sonnenmilch an und schaue, welche Art des Sonnenschutzes dein Kind lieber mag. 

Tipps zum Tragen eines Huts und Sonnenschutzkleidung 

  • Lass dein Kind den Hut aussuchen: Wenn dein Kind den Hut selbst auswählt, ist es wahrscheinlicher, dass er auch getragen wird. Achte dabei auf einen Nackenschutz und eine breite Krempe.  
  • Achte darauf, dass der Hut gut sitzt: Bei Kleinkindern ist es meistens notwendig, den Hut festzubinden. Ältere Kinder behalten den Hut eher auf, wenn er nicht beim Spielen oder Toben stört.  
  • Für das Wasser geeignete Sonnenschutzkleidung mit einem hohen Lichtschutzfaktor erspart einen Teil des Eincremens, trocknet schnell und schützt die empfindliche Kinderhaut vor UV-Strahlung.  
  • Auch dein Kind sollte eine Sonnenbrille mit UV-Filter tragen  

Tipps für den Sonnenschutz bei Babys 

  • Vermeide unbedingt direkte Sonne, denn die Haut deines Babys hat noch keinen körpereigenen Sonnenschutz aufgebaut.  
  • Verwende keine Sonnencremes, weil dadurch die empfindliche Babyhaut belastet werden kann.  
  • Babyöl hat keine Sonnenschutzwirkung und fördert sogar die Lichtempfindlichkeit der Babyhaut 
  • Für Babys gibt es Sonnenschutzkleidung, die auch im Schatten empfehlenswert ist, um die Haut ihres Babys vor langfristigen Schäden zu schützen.  

So erkennst du, wie hoch die UV-Belastung täglich ist 

Wenn die Sonne nicht scheint, gibt es keine UV-Strahlung. Das ist ein Irrtum, denn auch bei bedecktem Himmel können bis zu 80 % der UV-Strahlen zu deiner Haut und der deines Kindes durchdringen. Um zu wissen, wie stark die Sonneneinstrahlung ist, gibt es einen UV-Index, der täglich aktualisiert wird. Bis zu einem Index von musst du in der Regel keine Maßnahmen zum Schutz vor der Sonne vornehmen, da die Gefährdung der Gesundheit als gering eingestuft wird. Ein Index von drei bis fünf deutet auf ein mittelmäßiges Gesundheitsrisiko hin, wohingegen sechs und sieben eine hohe gesundheitliche Gefährdung durch die Sonneneinstrahlung zeigen. Ab einem UV-Index von acht ist die UV-Strahlung stark gesundheitsschädlich und Sonnenschutz ist dringend erforderlich.

Sonneneinstrahlung und Vitamin D: Wie viel Sonne ist gut für mich und mein Kind

Für die Produktion von Vitamin D ist Sonne notwendig. Daher gilt, dass du und dein Kind wöchentlich zwei- bis dreimal für eine kurze Zeit Sonne tanken solltet ohne zusätzlichen Sonnenschutz. Die Dauer ist hierbei entscheidend, denn du solltest deine Haut und die deines Kindes der Sonneneinstrahlung nicht länger als die Hälfte der Eigenschutzzeit aussetzen. Bei heller Haut, das heißt Hauttyp I oder II, reicht ein fünf- bis zehnminütiger Aufenthalt in der Sonne, bevor die Sonnencreme zum Einsatz kommt. Das gilt nicht für Babys und Kleinkinder, da sich der körpereigene Sonnenschutz in den ersten Lebensjahren bildet.