Das runde Piktogramm mit mintgrünem Hintergrund zeigt das Gesicht einer Person, welches ängstlich schaut. Zudem laufen der Person Tränen über das Gesicht. Zudem ist auf dem Piktogramm ein gebrochenes Herz zu sehen.
Alkoholvergiftung

Streng genommen ist selbst ein leichter durch Alkohol verursachter Rausch bereits eine Alkoholvergiftung, da es sich bei Alkohol um ein Zellgift handelt. Es beeinträchtigt unter anderem die Funktion der Gehirnzellen. Bei schnellem Konsum einer größeren Menge Alkohol kann eine solche Vergiftung tödlich enden. Spätestens beim Verlust des Bewusstseins ist von einem medizinischen Notfall auszugehen, der ein sofortiges Handeln erfordert.  

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Symptome von Alkoholvergiftung

  • Schon der Konsum einer kleinen Menge Alkohol führt zunächst einmal oft zu einer leichten Enthemmung und zum Sprechen vielleicht schon mit etwas undeutlicher Aussprache. Auch eine geringe Gangunsicherheit sowie eine verlängerte Reaktionszeit können vorkommen. 
  • Wird weiter getrunken, folgen stärkere Gleichgewichtsstörungen, Koordinationsstörungen, die Sprache wird unverständlicher. Übelkeit und Erbrechen sind häufig, Muskelspannung und Koordinationsfähigkeit lassen nach. Müdigkeit und einschlafen (jederzeit erweckbar) sind typisch. Dinge, die während dieses Stadiums passieren, werden oftmals am kommenden Tag nicht mehr erinnert. Dies wird auch „Filmriss“ genannt. 
  • Bei anhaltendem Konsum geht die schwere Müdigkeit in eine Bewusstlosigkeit über. Betrunkene sind nun nicht mehr erweckbar, nicht einmal durch unangenehme Schmerzreize. Urin und Kot können unkontrolliert abgehen. Das Gehirn ist nicht mehr in der Lage, seine Schutzreflexe zu aktivieren. Der Atemantrieb kann ausfallen, die Körpertemperatur nicht mehr reguliert werden. Ohne die Steuerung aus dem Gehirn können weitere Organfunktionen ausfallen. 

Dieser Zustand ist hochgradig lebensbedrohlich und erfordert eine intensivmedizinische Überwachung und bei Atem- oder Kreislaufstillstand eine Reanimation. Bevor ärztliche Hilfe zur Stelle ist, muss diese im Rahmen der Ersten Hilfe umgehend begonnen werden. Eine Alkoholvergiftung kann tödlich enden! Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, reagieren weniger sensibel als andere, ihr Körper ist an den Alkoholkonsum angepasst. Symptome treten hier erst bei höheren Blutalkoholkonzentrationen auf. 

Weitere mögliche Folgen einer Alkoholvergiftung  

Ein tödlicher Ausgang droht unter anderem durch: 

  • Ersticken an Erbrochenem 
  • schwere Unterkühlung 
  • Unfälle 
  • Atemlähmung 

Eine mögliche Folge nach massivem Konsum kann eine akute Leberentzündung sein, da der Alkohol über die Leber abgebaut wird. Häufig sind auch Stürze, die zu schweren Verletzungen führen können. Durch die Enthemmung im Rauschzustand begehen manche Menschen Straftaten oder haben ungeschützten Geschlechtsverkehr. 

Ursachen von Alkoholvergiftung

Werden innerhalb einer kurzen Zeit große Mengen Alkohol getrunken, steigt der Spiegel im Blut massiv an. Die Aufnahme des Alkohols erfolgt über die Schleimhäute von Magen und Darm, von wo aus er direkt in das Blut gelangt und damit auch umgehend das Gehirn erreicht. Hier beeinflusst er die normale Funktion der Nervenzellen. Das erklärt die Störung von Sprache, Gangbild, Urteilsvermögen und Reaktionszeit. Zudem können Organausfälle auftreten. 

Behandlung von Alkoholvergiftung

Es gibt keine Möglichkeit, den Alkoholabbau zu beschleunigen, ebenso steht kein Gegenmittel zur Verfügung. Es muss also abgewartet werden, bis der Körper den Alkohol abgebaut hat. Im Krankenhaus werden Personen mit schwerer Alkoholvergiftung intensivmedizinisch überwacht. Dabei werden laufend die Vitalfunktionen gemessen, um eine Herzrhythmusstörung oder einen Atemstillstand sofort behandeln zu können. Da Alkohol die Wasserausscheidung fördert, wird eine Flüssigkeitsinfusion gegeben. Nach dem Ausnüchtern ist eine Nachbesprechung sinnvoll, um Motive zu eruieren und über Hilfsangebote nachzudenken. 

Erste Hilfe bei einer Alkoholvergiftung

Wenn Bewusstlosigkeit eintritt, muss bei einer Alkoholvergiftung Erste Hilfe geleistet werden, gleichzeitig muss ein Notruf abgesetzt werden. Die bewusstlose Person wird zunächst in die stabile Seitenlage gebracht, die Atemwege müssen freigemacht werden. Am Kopf bildet der Mund in der stabilen Seitenlage den tiefsten Punkt, damit Erbrochenes abfließen kann. Anderenfalls droht Erstickung. Die Atmung ist regelmäßig zu prüfen und bei Atemstillstand ohne Verzögerung mit der Reanimation zu beginnen. Sie wird fortgesetzt, bis notärztliches Fachpersonal oder die Polizei eintreffen. Da die Temperaturregulation nicht mehr funktioniert, muss eine Decke oder eine Jacke für Wärme sorgen. Es dürfen keine Flüssigkeiten verabreicht werden, da die Schutzreflexe außer Kraft sind und Erbrechen provoziert werden könnte. 

Risikofaktoren von Alkoholvergiftungen

Alkoholkonsum wird in unserer Gesellschaft toleriert und gehört zu vielen Anlässen dazu. Ein großer Teil der Bevölkerung trinkt dadurch zumindest geringe Mengen. Auch Kinder und Jugendliche erleben dies von klein auf mit. Dazu kommt, dass Alkohol nicht besonders teuer ist. Im Krankenhaus landen daher neben schwer alkoholabhängigen Menschen auch sehr junge Leute. 

Oft verleitet ein Gruppenzwang dazu, mehr zu trinken oder an Trinkspielen teilzunehmen. Gelegentlich stecken aber auch Probleme, Ängste oder Sorgen hinter dem Alkoholkonsum. Mitunter muss eine schwere Alkoholvergiftung als Suizidversuch gewertet werden. 

So kann Doktor.de dir bei einer Alkoholvergiftung helfen

Eine schwere Alkoholvergiftung ist ein Notfall, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert. Aber auch wer bis zumFilmrissoder täglich trinkt, sollte mit jemandem darüber sprechen. Doktor.de kann dich beraten, welche Hilfsangebote es gibt. Gemeinsam können wir klären, ob bereits eine Alkoholabhängigkeit vorliegt und welche therapeutischen Möglichkeiten es gibt. Falls erforderlich, kannst du eine Überweisung für eine fachärztliche oder psychologische Behandlung erhalten. 

Quelleninformationen: 

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

O’Malley, G.F. ; O’Malley, R. 05.2020. Alkoholvergiftung und -entzug. MSD Manual. 

AOK Gesundheitsmagazin. 21.01.2022. Alkoholvergiftung: Wie äußert sie sich und was sollte man tun?

Gesund.bund.de. 11.01.2022. Alkoholvergiftung (Alkoholintoxikation).

Letztes Update: 2023-01-09