Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Unterbauches mit den Nieren sowie den Harnwegen.
Blasenentzündung

Vor allem Frauen erahnen bei den ersten Beschwerden, dass sie möglicherweise eine Blasenentzündung haben. Blasenentzündungen, von Ärzten und Ärztinnen Zystitis genannt, sind eine sehr verbreitete Form einer Harnwegsinfektion und werden in der Regel durch Bakterien verursacht, die durch die Harnröhre in die Harnwege gelangen und dort eine Entzündung verursachen. Häufige Symptome einer Blasenentzündung sind häufiger Harndrang sowie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen. Manchmal kommen auch Fieber oder einseitige Rückenschmerzen in der Blasenregion dazu. In der Regel klingen die Beschwerden einer Blasenentzündung von selbst innerhalb drei Tagen wieder ab. Mit einigen Tipps kannst du den Heilungsprozess jedoch unterstützen.  

Symptome einer Blasenentzündung

Das Bild zeigt eine Frau, die gekrümmt im Bett liegt und eine Wärmflasche auf dem Bauch hat.
Die Wärme einer Wärmflasche kann helfen, dass der Unterbauch sich rund um die Blase entspannen kann und so die oftmals krampfartigen Schmerzen gelindert werden. | © Jomkwan

Das typische Symptom einer Blasenentzündung ist das häufige, oft mit Schmerzen oder Brennen begleitete, Wasserlassen. Betroffene verspüren einen starken Harndrang, auch wenn die Blase kaum gefüllt ist. Bei vielen Frauen wird die Intensität der Beschwerden des Harninfekts stärker, wenn die Blase geleert ist. Während einer Blasenentzündung kann der Urin trüb sein oder Blut enthalten.  

Bei vielen Blasenentzündungen kann sich der Schmerz nicht nur auf den Unterleib fokussieren, sondern in den Rücken ausstrahlen. Neben den körperlichen Symptomen fühlen sich viele Betroffene während einer Blasenentzündung abgeschlagen, schlapp und reizbar.  

Ursachen einer Blasenentzündung

Mehr als die Hälfte aller Frauen leiden im Laufe ihres Lebens an einer Harnwegsinfektion. Die Infektion ist meist auf Bakterien zurückzuführen, die durch die Harnröhre eindringen, die bei Frauen ziemlich kurz ist. Aus der Harnröhre können sich Bakterien in die Blase ausbreiten und im schlimmsten Fall auch weiter nach oben in die Harnwege. Der Stuhl enthält viele Bakterien, und die häufigste Ursache für Harnwegsinfektionen ist ein Darmbakterium namens Escherichia coli (E. coli). Bakterien können zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr in die Harnröhre gelangen. Männer haben eine längere Harnröhre als Frauen und es kommt seltener vor, dass Bakterien in die Blase gelangen.
Ebenfalls kann eine mangelnde Hygiene eine Blasenentzündung begünstigen.  

Eine Blasenentzündung begünstigen können ebenfalls eine Schwangerschaft oder das Tragen eines Blasenkatheters. 

Andere Erkrankungen können fälschlicherweise mit einer Blasenentzündung verwechselt werden, dazu zählt eine Infektion mit Chlamydien, da diese ähnliche Symptome hervorrufen.

Behandlung einer Blasenentzündung

Um festzustellen, welche Behandlung du benötigst, werden deine Symptome, deine Krankheitsdauer und dein allgemeines Befinden beurteilt. Je nach Einschätzung kannst du verschiedene Arten der Behandlung in Anspruch nehmen. Bei Frauen, die nicht schwanger sind, ist in vielen Fällen keine Behandlung erforderlich, da die Harnwegsinfektion oft wieder von selbst verschwindet. Bei schwereren Infektionen und bei entzündlichen Erkrankungen des Beckens ist jedoch eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. Auch bei Männern, Kindern und Schwangeren ist häufig eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. 

Um eine Blasenentzündung erfolgreich selbst zu behandeln, kannst du folgende Tipps und Hausmittel anwenden, die das primäre Ziel haben, deine Harnwege mit viel Flüssigkeit auszuspülen.  

  • Trinke zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag. Gut geeignet sind Nieren- und Blasentees sowie Cranberrysaft. 
  • Eine Wärmflasche, warme Sitzbäder oder Wickel können die Beschwerden der Blasenentzündung lindern.  
  • Schmerzen kannst du mit rezeptfreien Schmerzmitteln (zum Beispiel Ibuprofen) lindern. 
  • Nimm pflanzliche Arzneimittel ein, die eine antibakterieller Wirkung haben können (zum Beispiel Bärentraubenblätter). 
  • Nimm D-Mannose ein. Dieser Zucker bindet Bakterien, sodass sie mit dem nächsten Urin ausgespült werden. 

So beugst du einer Blasenentzündung vor

Jede Blasenentzündung bedeutet für deinen Körper Stress. Mit einigen Tipps kannst du das Risiko einer Blasenentzündung reduzieren:  

  • Trinke ausreichend Flüssigkeit am Tag.  
  • Entleere deine Blase regelmäßig und vollständig. Es ist vor allem wichtig, dass du nach dem Sex deine Blase entleerst und so Bakterien ausgespült werden können.  
  • Reinige dich nach dem Toilettengang von vorne nach hinten. So vermeidest du, dass Darmbakterien in deine Harnröhre gelangen und einen Harnwegsinfekt auslösen. 
  • Trage Baumwollunterwäsche und wasche diese bei mindestens 60 °C.  
  • Reinige deinen Intimbereich nur mit warmem Wasser und verzichte auf Seifen.  
  • Frauen, die mit einem Diaphragma oder mit Spermiziden versehenden Kondomen verhüteten, haben ein höheres Risiko eine Blasenentzündung zu bekommen. Verwendest du ebenfalls diese Verhütungsmethoden, solltest du besonders auf eine gesunde vaginale Flora und ausreichend Flüssigkeit achten. 

Wie kann Doktor.de mir bei einer Blasenentzündung helfen?

Unsere erfahrenen Ärzte und Ärztinnen können dich beraten und beurteilen, ob, und welche, Behandlung du gegen deine Blasenentzündung benötigst. Bei Bedarf verschreiben wir dir verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Antibiotika. Sind deine Beschwerden sehr stark, können unsere Ärzte und Ärztinnen dich gegebenenfalls krankschreiben.  

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Grosser, M. 05.08.2022. Blasenentzündung. Netdoktor.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 09.10.2019. Akute Blasenentzündung. Gesundheitsinformation.de. 

Dr. med. Hofmann, R. 16.09.2021. Blasenentzündung erkennen und richtig behandeln. Apotheken Umschau. 

Letztes Update: 2022-11-08