Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Oberkörpers. Dabei ist die rechte Seite von Muskeln durchzogen, die rechte Seite zeigt das Skelett.
Wachstumsschmerz

Beim Wachstumsschmerz handelt es sich um Beschwerden, die du bei Kindern beobachten kannst. Dabei kommt es zu Schmerzen unter anderem in der Nähe der Kniegelenke, an den Schienbeinen oder an den Armen. Schätzungsweise sind etwa 30 Prozent der Kinder zwischen drei und zwölf Jahren betroffen. Die genauen Ursachen für den Wachstumsschmerz konnten noch nicht geklärt werden, die Diagnose erfolgt per Ausschlussverfahren. Bei der Behandlung kannst du unter anderem Wärme, Kälte oder bei starken Beschwerden auch ein Schmerzmittel einsetzen. 

Symptome von Wachstumsschmerz

Das Bild zeigt ein Kind, das sich vor Schmerzen die Wade hält.
Die meisten Kinder mit Wachstumsschmerzen verspüren den Schmerz vor allem in den Beinen. | © Mehmet Hilmi Barcin

Die Symptome von Wachstumsschmerz bei Kindern äußern sich in Schmerzen in den Armen, in der Nähe der Knie oder an den Schienbeinen. Die Schmerzen treten hierbei unregelmäßig auf und können unterschiedlich lange anhalten. Mal bestehen die Beschwerden einige Stunden, mal über Nacht.

Charakteristisch ist, dass der Wachstumsschmerz Kinder in erster Linie bei Ruhe heimsucht. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Kinder den Tag über viel gespielt oder herumgetollt haben. Kommen sie dann am Abend zur Ruhe, treten die Beschwerden auf. Ab und an kann es auch dazu kommen, dass die Kinder nachts aufgrund der Schmerzen aufwachen. Die Beschwerden verschwinden aber meist ebenso schnell, wie sie gekommen sind, und treten irgendwann gar nicht mehr auf. Wachstumsschmerzen sind nicht gefährlich.

Diese Beschwerden deuten auf Wachstumsschmerzen hin:

  • Schmerzen an den Beinen, in der Nähe der Knie oder an den Armen 
  • Die Schmerzen treten bei Ruhe auf 
  • Vor allem am Abend kommt es zu Beschwerden 
  • Hohe Aktivität am Tag kann zu Beschwerden bei Ruhe führen

Ursachen von Wachstumsschmerzen

Die Ursachen dafür, warum Wachstumsschmerz bei Kindern entsteht, sind bis heute noch immer unklar. Darum sprechen Mediziner:innen bei diesen Beschwerden auch von einer Vermutung. Aus medizinischer Sicht ist das Wachsen an sich nicht schmerzhaft. Vermutet wird, dass die Knochen unter Umständen etwas schneller wachsen als die umgebende Muskulatur. Dadurch kann es zu einer höheren Belastung und somit auch zu den charakteristischen Schmerzen kommen. 

Eine weitere Vermutung besteht darin, dass Fehlhaltungen und der für Kinder typische erhöhte Spieltrieb weitere Gründe sein könnten. Aber auch Durchblutungsstörungen oder eine erhöhte Ermüdbarkeit stehen als mögliche Ursachen für Wachstumsschmerzen im Raum. Über bildgebende Verfahren wie MRT und Röntgen sowie über das Blutbild können Wachstumsschmerzen nicht nachgewiesen werden. 

Diagnose nach Ausschlussverfahren

Nicht zuletzt deshalb basiert die Diagnose Wachstumsschmerz auf dem Ausschlussverfahren. Das bedeutet, dass die Ärzt:innen zunächst andere Erkrankungen oder Verletzungen ausschließen müssen, die unter Umständen für die Beschwerden verantwortlich sein könnten. Dazu gehören Knochenverletzungen, Infektionen, Tumore oder rheumatische Erkrankungen. Erst dann, wenn diese potenziellen Schmerzgründe ausgeschlossen werden können, wird in der Regel die Diagnose Wachstumsschmerz gestellt.

Behandlung von Wachstumsschmerzen

Da es für Wachstumsschmerz keine endgültig geklärten Ursachen gibt, existieren keine standardisierten Behandlungsmöglichkeiten. Allerdings hat es sich bewährt, wenn die schmerzenden Stellen leicht und mit kreisenden Bewegungen massiert werden. Die Nutzung eines Öls kann hierbei den lindernden Effekt noch ein wenig verstärken. 

Alternativ zur leichten Massage können Kälte oder Wärme für Linderung sorgen. Welche Methode am besten hilft, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt auf einen Versuch an und darauf, worauf das Kind am besten anspricht. Insgesamt können Zuwendung und Trost dafür sorgen, dass sich die Beschwerden bessern. Meist sind die Symptome nach einem Tag verschwunden. 

Schmerzmittel nur dosiert anwenden 

Sollten die bereits beschriebenen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann der Wachstumsschmerz bei Kindern mit Schmerzmitteln behandelt werden. Bewährt haben sich in diesem Fall Präparate mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Da Kinder nicht so gerne Tabletten schlucken, kommen als Darreichungsform auch Säfte oder Zäpfchen infrage. Ob und welche Schmerzmittel und in welcher Dosis gegeben werden müssen, entscheiden die Eltern gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin.

Sollten sich die Schmerzen nicht bessern, mehrere Tage anhalten oder gezielt in den Knie- oder Hüftgelenken auftreten, ist der Gang zu Mediziner:innen sinnvoll. Diese werden die Kinder dann gezielt auf die bereits erwähnten Begleiterkrankungen untersuchen. 

Zu Linderung beitragen können unter anderen:

  • Leichte Massagen (wahlweise mit Öl) 
  • Kühlpackungen 
  • Wärmeanwendungen 
  • Allgemeine Zuwendung, Trösten 
  • Medikamente

Wie kann Doktor.de bei Wachstumsschmerzen helfen?

Sollte dein Kind über Wachstumsschmerz klagen, dann helfen dir unsere geschulten Mediziner:innen bei Doktor.de weiter und stellen dir wertvolle Informationen zur Verfügung. Bei längerfristigen Beschwerden oder Unklarheiten suchst du am besten deinen Arzt oder deine Ärztin auf. 

Quelleninformationen: 

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Hoffmann, S. 07.06.2018. Das hilft bei Wachstumsschmerzen. Apotheken Umschau.

AOK Gesundheitsverband. o.J. Wenn das Großwerden weh tut.

Letztes Update: 2022-08-18