Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Oberkörpers. Dabei ist die rechte Seite von Muskeln durchzogen, die rechte Seite zeigt das Skelett.
Muskelkater

Beim Muskelkater handelt es sich um ein Beschwerdebild, das vor allem nach intensiven und/oder ungewohnten körperlichen Belastungen auftritt. Bei einem Muskelkater kommt es zu kleinen Mikroverletzungen innerhalb der Muskulatur. Da ein Muskelkater nach einigen Tagen von selbst wieder abklingt, ist keine spezielle Therapie nötig. Allerdings kannst du die Schmerzen unter anderem durch Wärme, Kälte oder durch Dehnübungen, leichten Massagen oder durch ein Hausmittel lindern. 

Symptome eines Muskelkaters

Das Bild zeigt einen Mann, der sich vor Muskelkaterschmerz die Wade hält.
Muskelkater kennt so gut wie jeder Mensch: Obwohl der Muskelkater schmerzen kann, ist er in der Regel ungefährlich und verschwindet meist innerhalb eines Tages. | © Panuwat Dangsungnoen

Der Muskelkater ist gekennzeichnet durch Schmerzen in der Muskulatur, die einige Tage bis hin zu einer Woche anhalten können. In den ersten zwei bis drei Tagen sind die Schmerzen üblicherweise am schlimmsten, klingen in der Folge jedoch mehr und mehr ab. 

Ein Muskelkater kann jeden Bereich der Skelettmuskulatur betreffen. Besonders häufig treten die Beschwerden in den Oberschenkeln, den Waden, dem Gesäß und am Oberkörper inklusive der Arme auf. Hast du zum Beispiel ungewohnt viele und schwere Dinge getragen, ist auch ein Muskelkater im Rückenbereich möglich. 

Neben den Schmerzen gehören Druckempfindlichkeit und/oder das Gefühl von fehlender Beweglichkeit (Steifheit) zu den gängigen Symptomen. Auch ein Kraftverlust in den betroffenen Bereichen kann mit einem Muskelkater einhergehen. 

Die möglichen Symptome des Muskelkaters im Überblick: 

  • Schmerzen 
  • Muskelschwäche / Kraftlosigkeit 
  • Steifheit in der Muskulatur 
  • Druckempfindlichkeit 

Ursachen von Muskelkater

Bei den Ursachen für einen Muskelkater ging man lange Zeit davon aus, dass die Probleme durch einen Überschuss an Milchsäure (Laktat) ausgelöst wurden. Mittlerweile ist diese Theorie jedoch widerlegt. 

Vielmehr deuten aktuelle Studien darauf hin, dass es durch starke oder ungewohnte Belastungen und/oder Bewegungen zu mikroskopisch kleinen Verletzungen in der Muskulatur kommt, genauer gesagt, in den Muskelfasern. Durch diese Mikroverletzungen kann es zu Wasseransammlungen kommen. Diese auch als Ödeme bekannten Einlagerungen führen zu Schwellungen in der Muskulatur, welche auch die empfundenen Bewegungseinschränkungen hervorrufen. 

Sport ist der häufigste Auslöser 

Sportliche Betätigungen gelten als der häufigste Auslöser für einen Muskelkater. Als besonders riskant haben sich hierbei Stop-and-Go-Sportarten erwiesen. Dazu gehören schnelle Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball oder Eishockey. Tennis oder aber auch bestimmte Formen des Kraftsports gelten ebenfalls als Auslöser eines Muskelkaters. 

Wenn du ein Anfänger in Sachen Sport bist, oder wenn du nach einer längeren Pause wieder anfängst, ist die Gefahr eines Muskelkaters besonders groß. Die Muskeln müssen sich nämlich erst wieder an die ungewohnten Belastungen und Bewegungen gewöhnen. Gleichwohl kannst du aber auch als trainierter Sportler einen Muskelkater bekommen, wenn du es zum Beispiel mit der Intensität deines Trainings etwas übertreibst. 

Behandlung von Muskelkater

Ein Muskelkater benötigt vor allem eines: Zeit! Für gewöhnlich heilt ein Muskelkater im Zeitraum von etwa einer Woche bis zu zehn Tagen folgenlos aus. Sollten die Schmerzen zu stark sein, gibt es dennoch einige Dinge, die du tun kannst. So haben sich Saunagänge oder warme Bäder bei einem Muskelkater bewährt. Durch die Saunagänge werden Blutzirkulation und Stoffwechsel angeregt, was zu einem schnelleren Abklingen der Beschwerden führen kann. Die angenehme Wärme ist oft schmerzlindernd und wohltuend. Auch Kälte kann den Stoffwechsel anregen und die Schmerzen reduzieren.  

Theoretisch könntest du auch Medikamente gegen die Schmerzen einnehmen. Die Frage ist dabei allerdings, ob du deinen Körper bei einem im Grunde recht harmlosen Beschwerdebild wie einem Muskelkater mit Schmerzmitteln belasten solltest. Bewährt haben sich außerdem leichte (!) Belastungen, sanfte Massagen sowie Dehn- und Lockerungsübungen. 

Hausmittel gegen Muskelkater 

Es gibt das eine oder andere Hausmittel, dem eine lindernde Wirkung bei Muskelkater zugeschrieben wird. Dazu zählen neben den bereits beschriebenen Wärme- und Kälteanwendungen auch einige Teesorten (Ingwer, Cayenne-Pfeffer). Bei den Tees ist eine mögliche Wirkung jedoch nicht wissenschaftlich belegt.  

Zusätzlich kannst du auch wärmende Massageöle oder Franzbranntwein auf die betroffenen Muskeln geben. Gerade Franzbranntwein ist schon seit vielen Jahren eines der Hausmittel schlechthin bei muskulären Problemen.  

Mögliche Behandlungsmethoden bei Muskelkater: 

  • Wärmebehandlungen (Sauna, Bäder) 
  • Kältebehandlungen 
  • Sanfte Massagen 
  • Moderate Bewegung 
  • Dehn- und Lockerungsübungen 
  • Hausmittel wie Tees, Lotionen oder Franzbranntwein 

Risikofaktoren von Muskelkater

Wie bereits erwähnt, zählen starke und ungewohnte Belastungen des Bewegungsapparats zu den größten Risikofaktoren. Außerdem kann es eher zu einem solchen Muskelkater kommen, wenn du dich vor der sportlichen Belastung nicht richtig aufwärmst.

Vorbeugung von Muskelkater

Grundsätzlich ist es schwer, einem Muskelkater zu 100 Prozent vorzubeugen. Schließlich können auch sehr trainierte Sportler einen Muskelkater bekommen. Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, kann es aber durchaus helfen, sich vor der sportlichen Betätigung gut aufzuwärmen. 

Gerade Anfängern kann es helfen, sich beim Sport langsam zu steigern. So gibst du den Muskeln die Gelegenheit, sich an die Belastung zu gewöhnen, so dass sie möglicherweise nicht allzu stark reagieren. 

Wie kann Doktor.de bei Muskelkater helfen?

Solltest du bei dir einen Muskelkater vermuten, stehen dir die Ärzt:innen von Doktor.de mit Rat und Tat zur Seite. Sollten die Schmerzen allerdings ungewöhnlich lange anhalten, stärker werden oder noch weitere Symptome hinzukommen, solltest du dich an deinen behandelnden Arzt oder an deine behandelnde Ärztin wenden. 

Quelleninformationen: 

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Böning, D. 2002. Muskelkater. aerzteblatt.de.

Dr. Banner, A.; Felchner, C. 06.05.2022. Muskelkater. Netdoktor.

Letztes Update: 2022-11-04