Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Oberkörpers. Dabei ist die rechte Seite von Muskeln durchzogen, die rechte Seite zeigt das Skelett.
Ganglion

Ein Ganglion wird oft als Überbein bezeichnet. Dabei handelt es sich aber nicht um knöcherne Veränderungen, sondern um eine Verhärtung, die durch austretende Gelenkflüssigkeit verursacht wird und als Ausstülpung sichtbar ist. Ein Ganglion am Handgelenk oder an den Fingern kommt häufig vor. Die Ursachen für die Entstehung sind nicht genau bekannt, jedoch können Grunderkrankungen an den Gelenken sowie eine Bindegewebsschwäche ein Ganglion begünstigen. Als Behandlungsmethoden stehen dir konservative und operative Verfahren zur Verfügung.

Symptome von Ganglion

Ein Ganglion ist häufig symptomlos. In vielen Fällen verursacht es keine Schmerzen und wird von den Betroffenen teilweise noch nicht einmal bemerkt. Wenn ein Ganglion am Finger oder an einem anderen Gelenk allerdings relativ groß ist, wird es von vielen Menschen vor allem als ästhetisch störend empfunden. Diese Ausstülpung kann im Grunde an jedem Gelenk entstehen, jedoch tritt ein Ganglion am Finger und an den Handgelenken besonders oft auf.

Das Bild zeigt ein Ganglion am Handgelenk.
In der Regel ist ein Ganglion harmlos, nur in seltenen Fällen kann es zu Komplikationen kommen. | © Kittisak Kaewchalun

In einigen Fällen kann ein Ganglion aber doch zu Beschwerden führen. Nämlich dann, wenn es druckempfindlich ist oder wenn es auf Sehnen, Bänder oder auf Nerven drückt. Kommt es zum Beispiel zum Druck auf die Nerven, können deine Hände oder Füße anfangen zu kribbeln oder zu schmerzen. Außerdem können die Schmerzen auch bis in andere Bereiche ausstrahlen. Bewegungseinschränkungen oder Taubheitsgefühle gehören ebenfalls zu den möglichen Problemen. 

Mögliche Beschwerden bei einem Ganglion

Druck auf Sehnen/Bänder/Nerven und dadurch:

  • Taubheitsgefühl
  • Bewegungseinschränkungen
  • Schmerzen/Druckschmerzen
  • Kribbeln 

Ursachen eines Ganglions

Auf die Frage, wie ein Ganglion entsteht oder wodurch die Entstehung begünstigt wird, gibt es noch keine abschließenden Antworten. Eine Vermutung der Fachmediziner:innen besteht allerdings darin, dass Grunderkrankungen wie Arthrose hinter einem Ganglion stecken können. Auch vorangegangene Gelenkverletzungen, Überlastungen oder angeborene Probleme mit Bändern, Sehnen und Gelenken können eine mögliche Ursache sein. 

Statistisch leiden Frauen besonders oft an Ganglien. Die Mediziner:innen bringen diese Häufung mit schwächerem Bindegewebe in Verbindung. Zu den weiteren möglichen Gründen für die Entstehung eines Ganglions gehören auch die Schwächen der Gelenkkapsel selbst. 

Behandlung eines Ganglions

Es stehen dir einige Therapiewege zur Verfügung, um ein Ganglion zu behandeln. Grundsätzlich gilt, dass es nur dann behandelt werden sollte, wenn es Probleme wie Schmerzen verursacht oder die Betroffenen optisch stört. Zu den Hausmitteln zählen unter anderem Heilerde, Umschläge oder entzündungshemmende Salben. 

Vorsicht ist allerdings bei Massagen geboten. Diese solltest du nur von Physiotherapeut:innen durchführen lassen. Platzt das Ganglion nämlich bei der Selbstmassage, kann es durch die ins Gelenk austretende Flüssigkeit zu Entzündungen kommen. Nicht geeignet sind veraltete, antike Methoden wie die Hammer- oder Bibeltherapie. Hierbei soll das Ganglion mit Gewalt zertrümmert/zerstört werden. Dabei besteht neben den bereits erwähnten Risiken eines geplatzten Ganglions auch die Gefahr, Knochen zu verletzen. 

Punktierung und Operation 

Die Punktierung eines Ganglions ist möglich. Hierbei wird die Flüssigkeit mithilfe einer Spritze abgesaugt. Diese Methode schafft jedoch oft nur kurzfristige Linderung, da sich an gleicher Stelle recht schnell wieder ein Ganglion bilden kann. Zusätzlich können die behandelnden Ärzt:innen nach der Punktierung Kortison in den Hohlraum geben. Dadurch sinkt die Gefahr für Entzündungen und Infektionen, die bei einer Punktierung durchaus gegeben sein kann. 

Oft wird ein Ganglion operativ entfernt, wenn die konservativen Methoden nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Der Eingriff erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung und wird entweder offen oder arthroskopisch durchgeführt. Je nachdem, wo sich das Ganglion befindet, kann der Eingriff auch mit einer Blutsperre erfolgen. Diese kann die Gefahr für stärkere Blutungen reduzieren. 

Bei der Operation entfernen die Mediziner:innen die Ausstülpung und verschließen danach die Wunde. Im Anschluss an die Operation kannst und solltest du das betreffende Körperteil für einige Zeit schonen, mindestens bis zum Abschluss der Wundheilung. Hierbei können spezielle Schienen zur Ruhigstellung helfen. 

Grunderkrankung behandeln

Sollte der Verdacht bestehen, dass Gelenkerkrankungen wie Arthrose die Entstehung eines Ganglions begünstigt haben, dann ist es sinnvoll, auch diese Grunderkrankung zu behandeln. Entfernen die Ärzt:innen nur das Ganglion und behandeln zum Beispiel die Arthrose nicht, ist die mögliche Ursache noch immer nicht behoben. Die Gefahr, dass sich das Ganglion an gleicher Stelle erneut bildet, ist in diesem Fall groß. 

Mögliche Behandlungsmethoden

  • Punktierung
  • Umschläge
  • Salben
  • Heilerde
  • Physiotherapie
  • Operativer Eingriff
  • Mögliche Grunderkrankungen behandeln 

Wie kann Doktor.de bei Ganglion helfen?

Wenn du Fragen rund um das Thema Ganglion hast, stehen dir unsere Mediziner:innen von Doktor.de bei Fragen zur Verfügung und helfen kompetent weiter. Bei detaillierten Fragen zur Behandlung oder zur Diagnostik sucht du am besten einen Arzt oder eine Ärztin auf. 

Quelleninformationen: 

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Dr. Schneck, D. 2018. Handgelenksganglion (Überbein). Apotheken Umschau. 

Peters, M. 2021. Ganglion (Überbein). Focus Arztsuche. 

Mayer, C. 2016. Was steckt hinter den Hubbeln am Gelenk? Spiegel Gesundheit. 

Letztes Update: 2022-08-18