Das Piktogramm zeigt einen (weiblichen) Unterleib, sowie einen Teil der Oberschenkel. Die gezeichnete Person trägt eine senfgelbe, mit dunkleren Punkten verzierte, Unterhose. Das Piktogramm symbolisiert die Kategorie "Frauenheilkunde". Der Hintergrund ist mintgrün.
Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs (medizinisch: Zervixkarzinom) war früher eine der häufigsten Krebsarten bei Frauen. Heutzutage werden durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bereits Vor– und Frühstadien des Tumors entdeckt. Dadurch kann rechtzeitig eine Heilbehandlung eingeleitet werden. Manchmal reicht eine Beobachtung aus, da sich Krebsvorstufen spontan wieder zurückbilden können. Die Behandlung richtet sich nach Größe und Ausbreitung des Tumors und kann aus Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie bestehen. 

Symptome von Gebärmutterhalskrebs

In den frühen Stadien kann der Tumor nur im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen oder als Zufallsbefund entdeckt werden, da er keine Symptome macht. Treten die ersten Beschwerden auf, ist der Gebärmutterhalskrebs bereits fortgeschritten. Dies sind am häufigsten: 

  • ungewöhnlicher, fleischwasserfarbener Ausfluss, der übelriechend sein kann
  • Kontaktblutungen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmierblutungen außerhalb der Menstruation oder nach den Wechseljahren
  • Schmerzen im Unterbauch oder Becken
  • Müdigkeit
  • unbeabsichtigte Gewichtsabnahme

Ursachen von Gebärmutterhalskrebs

Bei fast allen Gebärmutterhalskrebserkrankungen kann das Humane Papillomvirus (HPV) im Gewebe nachgewiesen werden. Es gibt viele verschiedene Stämme des HPV, wovon einige krebsauslösend sein können. Die Infektion erfolgt vorwiegend über Geschlechtsverkehr und verläuft häufig symptomfrei. Die Viren verbleiben allerdings im Gewebe und können nach Jahren bis Jahrzehnten zu Krebs führen. 

Zunächst entstehen Gewebeveränderungen, die als Krebsvorstufen betrachtet werden. Sie können sich spontan zurückbilden oder aber in einen bösartigen Tumor weiterentwickeln. 

Neben der HPV-bedingten Variante gibt es weitere Tumorformen, die seltener vorkommen. 

Behandlung von Gebärmutterhalskrebs

Zunächst muss eine sorgfältige Diagnostik erfolgen, um Größe und Ausbreitung des Tumors festzustellen. Die Wahl der Therapien richtet sich nach den Ergebnissen der Untersuchungen. 

Diagnostik 

Der Gebärmutterhals ist der Teil der Gebärmutter, der in die Scheide hineinragt. Seine Öffnung heißt Muttermund und kann bei der gynäkologischen Untersuchung gut beurteilt werden. Für eine genauere Inspektion steht im Zweifelsfall eine Art Untersuchungsmikroskop zu Verfügung, das Kolposkop. Bei der Untersuchung können Gewebeproben vom Muttermund und aus dem Inneren des Gebärmutterhalses entnommen werden. 

Zur Beurteilung von Größe und Ausbreitung des Tumors können verschiedene bildgebende Verfahren eingesetzt werden: 

  • Ultraschall
  • Röntgen
  • Magnetresonanztomografie (MRT)
  • Computertomografie (CT)
Behandlungsoptionen 

Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und frühe Stadien werden durch Operation entfernt. Da der Tumor sich noch nicht ausgebreitet hat, reicht oftmals die sogenannte Konisation, bei der nur ein kleiner Teil des Muttermundes entfernt wird. Diese Operationstechnik hat den Vorteil, dass bei Kinderwunsch meistens eine normale Schwangerschaft und Geburt möglich bleibt. 

Hat sich der Tumor schon weiter ausgebreitet, werden in der Regel die gesamte Gebärmutter samt Eileitern sowie bestimmte Teile des umliegenden Gewebes entfernt. Auch die Lymphknoten in der Umgebung werden entnommen und auf Tumorbefall untersucht. 

Je nach Tumorausbreitung und Befund der feingeweblichen Untersuchung des Tumors erfolgt eventuell anschließend eine Bestrahlung, eine Chemotherapie oder beides. 

Ist der Tumor sehr groß, kann er mit Bestrahlung und/oder Chemotherapie verkleinert und gegebenenfalls später operiert werden. 

Beschwerden infolge der Therapien

Viele der genannten Therapien stellen erhebliche Eingriffe für den Körper dar. Wenn die Gebärmutter entfernt wurde, müssen die Betroffenen künftig auf einen Kinderwunsch verzichten. Müssen auch die Eierstöcke entfernt werden, wird die Frau in die Wechseljahre eintreten, sofern diese nicht schon vorher erreicht waren. Grund dafür ist die ausbleibende Hormonproduktion der nun fehlenden Organe. 

Bestrahlung oder Chemotherapie lösen Nebenwirkungen aus, die zumeist vorübergehend sind. Oft sind dies Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es kann auch zu Blutarmut, Haarausfall und Nervenschäden kommen. Viele leiden unter einer starken Erschöpfung im Zusammenhang mit den Therapien. 

Anhaltende Probleme, vor allem Schmerzen, können durch Verwachsungen und Vernarbungen im Operationsgebiet entstehen. 

Erfolgt die Behandlung in frühen Tumorstadien, sind die Überlebensaussichten sehr gut. Sie sinken jedoch mit zunehmender Größe und Ausbreitung des Tumors. 

Risikofaktoren von Gebärmutterhalskrebs

Ein erhöhtes Risiko haben Frauen, die mit häufig wechselnden Personen Geschlechtsverkehr haben, da dies die Wahrscheinlichkeit erhöht, sich mit dem HPV zu infizieren. 

Auch ein geschwächtes Immunsystem begünstigt die Entstehung des Tumors. Dies betrifft zum Beispiel Menschen, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken, etwa nach einer Organtransplantation. Raucher haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs, was man sich über einen negativen Einfluss auf das Immunsystem erklärt. 

Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Da nahezu alle Gebärmutterhalskrebserkrankungen durch HPV verursacht werden, gibt es seit einigen Jahren eine Impfung gegen verschiedene Virenstämme. Diese ist jedoch nur sinnvoll, wenn noch keine Ansteckung erfolgt ist. Daher werden bevorzugt Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren geimpft. Auch für Jungen ist die Impfung inzwischen verfügbar, da sie das Virus weitergeben können. Die Gebärmutterhalskrebs-Impfung verhindert eine Infektion nicht hundertprozentig, auch wirkt sie nicht gegen alle krebserregenden Stämme. 

Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs

Eine Vorbeugung ist neben der Impfung durch die Verwendung von Kondomen möglich. Aber auch Kondome bieten keinen vollständigen Schutz, da trotzdem Körperstellen frei liegen, über die das HPV übertragen werden kann. Ein absoluter Schutz wäre nur bei lebenslanger sexueller Abstinenz gegeben.  

Ein gesundes Immunsystem bietet Schutz nicht nur gegen Krankheitserreger von außen, sondern ist auch gegen Krebszellen im Inneren aktiv. Man unterstützt es durch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. 

Früherkennungsuntersuchungen der Krankenkassen

Um Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu entdecken, bieten die Krankenkassen für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren eine Vorsorgeuntersuchung einmal jährlich an. Dabei werden Zellabstriche vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhals entnommen, der sogenannte Pap-Test. Ab 35 Jahren erfolgt alle drei Jahre ein Test auf HPV plus Abstrich. 

Wie kann Doktor.de mir bei Gebärmutterhalskrebs helfen?

Auf Doktor.de kannst du dich über die Früherkennungsuntersuchung und die Erkrankung beraten lassen. 

Solltest du die Diagnose Gebärmutterhalskrebs erhalten haben, wirst du am besten vor Ort gynäkologisch behandelt. Bei eventuellen Nebenwirkungen der Krebstherapie kannst du bei Doktor.de eine Krankschreibung oder ein Rezept für lindernde Medikamente erhalten. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Kiechle: Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban und Fischer, München 2011. ISBN 978-3-437-42407-6.

S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom, Kurzversion 2.2 – März 2022, AWMF-Registernummer: 032/033OL.

Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). 08.02.2022. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). 

Letztes Update: 2022-10-31