Wenn die Diagnose klar ist, empfehlen Kinderärzt:innen je nach dem Befinden und Untersuchungsbefund des Kindes eine individuelle Therapie. Es ist nicht ratsam, ohne ärztliche Untersuchung selbständig Mittel wie beispielsweise salicylsäurehaltige Shampoos anzuwenden.
Es kann sein, dass die Ärzt:innen zu vorsichtigem Entfernen der Krusten raten. Das ist oft schwierig, weil man dabei nicht die Haut verletzen darf, denn an solchen Stellen können leichter bakterielle Infektionen auftreten. Keinesfalls dürfen die trockenen Krusten also mit Gegenständen entfernt werden. Die Kinderärzt:innen werden dich beraten, ob und mit welchen Ölen und Salben du eventuell die Krusten über Nacht behandeln kannst, damit sie später leichter entfernbar sind.
Bei geringem Schweregrad, also einem Befund ohne besondere Entzündungszeichen oder gar Infektion durch Bakterien und Pilze, und wenn das Baby kaum Juckreiz hat – also nicht durch Weinen zeigt, dass es sich nicht wohlfühlt – ist eine spezifische Behandlung vielleicht gar nicht nötig. Andererseits können bei schwereren Formen juckreizstillende Mittel oder auch andere hochwirksame Medikamente wie Kortison und Antibiotika verordnet werden, vor allem dann, wenn es zu Infektionen gekommen ist.
An Hausmitteln helfen vor allem kühlende Umschläge. Auch sollte die meist zu trockene Haut sorgfältig gepflegt werden. Regelmäßige Hautreinigung ist selbstverständlich, zu häufiges und zu warmes Baden aber nicht ratsam; Ölbäder und pflegende Cremes und Lotionen ohne Zusatzstoffe wie Aromen können hilfreich sein. Um Kratzverletzungen zu vermeiden, sollten die Fingernägel immer kurz gehalten werden. Das Tragen von leichten Baumwollfäustlingen nachts kann helfen; Kopfbedeckung ist dagegen eher nicht zu empfehlen, weil der Juckreiz durch Wärme verstärkt wird. Daher sollte auch Wärmestau durch zu warme und zu enge Kleidung, besonders aus nicht hautfreundlichen Stoffen, grundsätzlich vermieden werden.
Milchschorf kann nach wenigen Monaten von selbst zurückgehen, aber auch die ersten Lebensjahre anhalten. Seltener ist er das erste Symptom einer sich dann voll entwickelnden Neurodermitis.