Koliken

Einige Babys leiden in der ersten Zeit nach der Geburt an KolikenKoliken sind schmerzhafte Krämpfe im Bauch. Der kleine Körper verkrampft, die Beinchen werden schnell angezogen und wieder weggestoßen, das Gesicht ist schmerzverzerrt. Das Baby schreit oft nachmittags oder abends, mehrmals pro Woche, und ist schwer zu trösten. Die Symptome treten am häufigsten bis zum Alter von zwei Wochen bis drei Monaten auf und werden daher auch Dreimonatskoliken genannt. 

Symptome von Koliken bei Säuglingen

Auf der Abbildung ist eine Frau mit blonden Haaren zu sehen, die auf ihrem Arm ihr schreiendes Baby hat und dieses versucht zu beruhigen.
Koliken bei Kindern sind auch eine schwierige Zeit für die Eltern. | © FatCamera

In den ersten Lebensmonaten können Säuglinge manchmal weinerlich und unruhig sein, ballen Fäuste, schreien viel oder ziehen die Beine ruckartig an. Auch Magenkrämpfe, ein aufgeblähter Bauch und Blähungen bei einem Baby kommen vor. Bei Koliken schreien oder weinen die Säuglinge an mindestens drei Tagen pro Woche über drei Stunden am Tag.  

Koliken treten am häufigsten im Alter von zwei Wochen bis zu einem Alter von drei Monaten auf (Dreimonatskolik). Die Symptome sind normalerweise am schlimmsten, wenn das Baby sechs bis acht Wochen alt ist, und klingen dann ab, wenn das Baby drei bis vier Monate alt ist. 

Kontaktiere jedoch sofort einen Arzt, wenn dein Baby sich häufig übergibt, Blut im Stuhl hat oder die Haut einen Blaustich beim Schreien bekommt.  

Ursachen von Koliken bei Babys

Die Ursache der Koliken ist nicht bekannt. Nicht geklärt ist, warum sie erst nach einigen Wochen auftreten, warum sie sich bei den Säuglingen unterscheiden, warum es im Tagesverlauf zu unterschiedlichen Ausprägungen kommt und warum sie meist von selbst vergehen.  

  • Einige Mediziner:innen konnten beobachten, dass Säuglinge von rauchenden Müttern häufiger von Koliken betroffen sind. 
  • Ebenfalls konnte beobachtet werden, dass Kinder, die mit Muttermilchersatz gefüttert werden, eher zu Koliken neigen.  

Behandlung von Koliken bei Babys

Mit einigen Tipps kannst du die Beschwerden deines Babys lindern.  

  • Verwende einen Schnuller. 
  • Versuche beim Stillen Pausen einzulegen und stille in halb aufrechter Position, damit dein Baby nicht viel Luft schluckt. 
  • Stille dein Baby am besten mit deiner eigenen Muttermilch.
  • Streiche aus deiner eigenen Ernährung Kuhmilch sowie Eier, Weizen und Nüsse. 
  • Achte darauf, dass dein Baby nach dem Essen aufstoßen kann. 
  • Trage dein Baby in einem Gurt, über der Schulter, oder versuche den „Fliegergriff“, gehe herum und wiege dein Baby. 
  • Versuche, den Bauch deines Babys sanft zu massieren. Dazu kannst du z.B. Kümmelöl aus der Apotheke verwenden.
  • Bade dein Baby warm. 
  • Reduziere die Beleuchtung und achte auf eine beruhigende Umgebung. 
  • Spiele beruhigende Geräusche für dein Baby ab, z.B. sogenanntes weißes Rauschen. 
  • Wenn du rauchst, höre auf. 
  • Wenn dein Baby Babynahrung gefüttert bekommt, bespreche mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin, ob ggf. die Nahrung gewechselt werden sollten, da eine Unverträglichkeit vorliegen könnte.  
  • Sprich mit einem Arzt oder Ärztin, wenn du dich überfordert fühlst. Wir hören dir zu und unterstützen dich.  
  • Denke dran: Du bist nicht Schuld an den Koliken deines Babys. Du gibst dein Bestes, indem du dein Kind tröstest und für es da bist! 

Wie kann Doktor.de mir bei Koliken helfen?

Es gibt keine spezifischen Behandlungen für Dreimonatskoliken beziehungsweise Koliken. Jedoch können bestimmte Handlungen helfen, die Beschwerden deines Babys zu lindern. Unser medizinisches Fachpersonal und die mit Doktor.de kooperierenden Ärzt:innen beurteilen die Symptome deines Babys und geben dir Ratschläge zu Koliken an die Hand. 

Wir wissen, dass ein schreiendes Baby auch die Eltern an ihre Grenze bringen und eine große Belastung sein kann. Hast du das Gefühl, dass du dich überfordert fühlst, zögere nicht einen der bei Doktor.de tätigen Ärzt:innen darauf anzusprechen. Wir können dir die passenden Anlaufstellen nennen, in denen du Unterstützung bekommst. Es ist kein Versagen sich Hilfe zu holen, sondern zeigt, dass du dich um dein Baby und um dich kümmerst. Egal, wie verzweifelt du bist: Schüttel dein Kind niemals! 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 04.10.2021. Kolik. Doktor.se.

Anasiewicz, N. 24.08.2017. Säuglingskoliken. Deximed. 

Mörshauser, L. 24.08.2017. Akute Bauchschmerzen bei Kindern. Deximed.

Letztes Update: 2022-05-23
Redakteur: Goda Marwig – Doktor.de
Medizinscher Prüfer: Dr. med. Sebastian Kuss, Head of Medical Operations – Doktor.de