RSV-Infektion (Respiratorische Synzytial-Virus-Infektionen)

Infektionen der oberen Atemwege sind vor allem in den Wintermonaten sehr häufig. Oft werden diese durch das RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus) verursacht. Dabei handelt es sich um ein Virus, welches im Atemtrakt (Respirationstrakt genannt) zu einer Verschmelzung der Zellen führt (Synzytien genannt). 

Bei Erwachsenen und älteren Kindern kann die Infektion leichte Symptome verursachen. Bei Säuglingen, insbesondere Neugeborenen oder Frühgeborenen, kann eine Atemwegsinfektion jedoch schwerwiegendere Symptome mit Atembeschwerden verursachen. 

Symptome des RS-Virus

Sowohl Säuglinge, Kinder als auch Erwachsene können an dem RS-Virus erkranken, jedoch sind die Ausprägung der Symptome und Beschwerden sehr unterschiedlich ausgeprägt.  

Eine Infektion durch das RS-Virus verursacht bei Erwachsenen und älteren Kindern in der Regel Symptome, die einer Erkältung ähneln, wie zum Beispiel:  

  • Schnupfen und Husten 
  • Leichtes Fieber (circa 38 bis 38,5 °C) 
  • Gereizte und rote Augen 

Erwachsene ohne Vorerkrankungen können auch keine Symptome oder Beschwerden entwickeln. In diesem Fall sprechen Mediziner:innen von einer asymptomatischen RSV-Infektion. 

Säuglinge erkranken häufig an dem RS-Virus. Es ist davon auszugehen, dass innerhalb des ersten Jahres zwischen 50 und 70 % der Kinder diese Erkrankung durchlaufen. Im Gegensatz zu älteren Kindern und Erwachsenen können Säuglinge sehr schwere Symptome bekommen. Zum Teil muss eine Behandlung im Krankenhaus stattfinden. Typische Symptome sind: 

  • Husten mit Keuchen und schwerem Atmen 
  • Zäher Schleim in Nase und Luftröhre 
  • Probleme beim Essen und Trinken 
  • Atemaussetzer 
  • Trockene, kalte Haut  
  • Blaufärbung der Haut, der Lippen und Schleimhäute  

Das Virus lässt die Schleimhäute der Atemwege anschwellen und es bildet sich dicker, zäher Schleim. Dieser Schleim verstopft Nase und Luftröhre und erschwert das Atmen. Die Luftröhre von Säuglingen ist kleiner, sodass die Symptome schwerer wirken können. Auch atmen Kinder unter einem Jahr hauptsächlich durch die Nase und haben dadurch zusätzliche Schwierigkeiten beim Essen und Trinken. 

Ursachen der RSV-Infektion

Das RSV wird sowohl über die Tröpfchen- als auch Schmierinfektion übertragen. Niesen, schnupfen oder sprechen Infizierte, geben sie virushaltige Tröpfchen an die Umgebung an. Gelangen diese Tröpfchen auf die Schleimhäute von Nicht-Erkrankten, können diese sich infizieren. Das RS-Virus kann zudem mehrere Stunden auf Gegenständen haften, sodass Nicht-Erkrankte durch das Anfassen dieser Gegenstände sich infizieren können. Da das RS-Virus hochinfektiös ist, sind Erkrankte, noch bevor Symptome ausbrechen, ansteckend. 
Es ist wichtig zu erwähnen, dass eine einmalige Erkrankung mit RSV keine Immunität gegen die Erreger zur Folge hat.  

Behandlung des RS-Virus

Ist dein Kind an dem RS-Virus erkrankt, kannst du einiges selbst tun, um die Symptome zu lindern:  

  • Stille öfter als sonst oder gebe deinem Kind Milchersatz, damit dein Baby Flüssigkeit und Nahrung bekommt. Es ist üblich, dass der Appetit und die Energie zum Essen nachlassen. Versuche dann, kleinere Mengen, aber mehrmals am Tag zu verabreichen. 
  • Verwende Nasentropfen mit Kochsalzlösung, um den Schleim aufzulösen, um das Atmen durch die Nase zu erleichtern.  
  • Die Schwellung der Nasenschleimhaut kann reduziert werden, wenn der Kopf aufrecht gehalten wird. So kann es helfen, das Kopfende des Bettes etwas anzuheben. 
  • Ergreife bei Bedarf schmerzlindernde und fiebersenkende Maßnahmen.  
  • Um das Fieber zu senken, kannst du Wadenwickel verwenden.  

Kinder, die Risikogruppen angehören, und Kinder unter zwei Monaten benötigen im Falle einer Atemwegsinfektion möglicherweise eine Krankenhausbehandlung. Bemerkst du, dass die Haut deines Kindes sich bläulich verfärbt oder deine Kind unter stärkerer Atemnot leidet, kontaktiere umgehend einen Arzt oder Ärztin.

Impfung gegen RSV

Eine Impfung gegen RSV gibt es nicht. Es gibt jedoch eine passive Immunisierung für Kinder mit Risikofaktoren. Diese Risikofaktoren sind:  

  • Kinder mit bestimmtem angeborenem Herzfehler  
  • Kinder mit Lungenerkrankungen 
  • Frühgeburten, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden  

Die passive Immunisierung wird in den Wintermonaten monatlich verabreicht.  

Wie kann Doktor.de mir bei einer RSV-Infektion helfen?

Unsere erfahrenen Kooperationsärzt:innen helfen dir, deine oder die Symptome deines Kindes anhand der von dir geschilderten Beschwerden einzuschätzen und diese gegebenenfalls zu behandeln beziehungsweise dir Handlungsempfehlungen zu geben.

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 11.09.2021. RS-Virus. Doktor.se.

Robert Koch-Institut. 06.02.2021. Respiratorische Synzytial-Virus-Infektionen (RSV)

 

Letztes Update: 2022-05-23
Redakteur: Goda Marwig – Doktor.de
Medizinscher Prüfer: Dr. med. Sebastian Kuss, Head of Medical Operations – Doktor.de