Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines geöffneten Mundes.
Aphthen

Aphthen sind schmerzhafte, weißlich belegte Bläschen im Mund- und Rachenraum. Seltener treten sie auch als zentimetergroße Geschwüre auf. Lokal angewendete Gele, Mundspülungen und Ähnliches können Schmerzen und Entzündungssymptome lindern, bis die Bläschen von selbst abheilen. Viele Betroffene leiden an wiederkehrenden Aphthen – dann sprechen Mediziner:innen von chronisch rezidivierender Aphthose. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehören Aphthen zu den häufigsten Erkrankungen der Mundschleimhaut. Etwa jede(r) Zehnte ist betroffen, Frauen etwas häufiger als Männer. 

Symptome von Aphthen

Das Bild zeigt den Mundraum eines Menschen, der an Aphten leidet.
Aphthen sind milchig-weiße belegte Flecken, häufig mit einer umgebenden Rötung. Die Anzahl und Größe variiert je nach Aphthenform.| © frank600

Aphthen sind millimeter-, seltener auch zentimetergroße Geschwüre der Mundschleimhaut, die weißlich belegt und von einem entzündlich geröteten, aufgewölbten Rand umgeben sind. Sie kündigen sich durch ein Kribbeln, Brennen oder Spannungsgefühl an und bilden sich dann in der Regel innerhalb eines Tages. Aphthen können auf dem Zahnfleisch, auf der Innenseite von Wangen und Lippen, auf der Zunge, am Gaumen oder im Rachen auftreten. Die entzündeten Stellen sind schmerzhaft und können – abhängig von ihrer Lokalisation – im Alltag sehr unangenehm sein und das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigen. Aphthen heilen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. 

Mediziner:innen unterscheiden kleine Aphthen (Minor-Form), größere Aphthen (Major-Form) sowie die nur stecknadelkopfgroßen, aber in großen Mengen auftretenden sogenannten herpetiformen Aphthen. Die Minor-Form ist die bei weitem häufigste Form der Erkrankung, sie macht etwa 85 Prozent aller wiederkehrenden Aphthosen aus. 

Minor-Form 

Die häufige Minor-Form der Aphthen  

  • ist meist etwa linsengroß 
  • hat die Form weiß belegter Bläschen 
  • tritt einzeln oder an bis zu vier Stellen im Mund auf 
  • befällt nur die oberste Schicht der Mundschleimhaut 
  • ist drei bis fünf Tage schmerzhaft
  • heilt nach sieben bis zehn Tagen ab
  • hinterlässt keine Narben 
Major-Form 

Die seltenen großen Aphthen 

  • sind zehn bis dreißig Millimeter groß, sehr selten auch größer 
  • haben die Form weiß belegter Dellen 
  • treten einzeln oder zu zweit auf 
  • ziehen sich bis in tiefere Gewebeschichten 
  • führen zur tastbaren Vergrößerung der Lymphknoten im Halsbereich
  • sind sehr schmerzhaft
  • heilen nach zwei bis vier Wochen ab 
  • hinterlassen eine Narbe 
Herpetiforme Aphthen 

Die sehr seltene herpetiforme Unterart der Aphthen 

  • tritt in Form sehr zahlreicher, meist nur stecknadelkopfgroßer Bläschen auf, die an Herpesbläschen erinnern 
  • heilt nach sieben bis zehn Tagen ab 
  • ist für drei bis fünf Tage schmerzhaft 

Ursachen von Aphthen

Die Ursachen von Aphthen sind derzeit noch ungeklärt. Bakterien oder andere Erreger scheinen an der Entstehung nicht unmittelbar beteiligt zu sein, entsprechend sind Aphthen auch nicht ansteckend. Als begünstigende Faktoren für die Bildung der schmerzhaften Bläschen kommen in Frage: 

  • erbliche Veranlagung 
  • lokale Verletzungen der Schleimhaut 
  • Mangelzustände, in erster Linie von Eisen, Folsäure und Vitamin B12 
  • Stress 
  • chemische Irritation der Mundschleimhaut, zum Beispiel durch Natriumlaurylsulfat in Zahnpasta, saure Lebensmittel oder starke Gewürze 
  • bestimmte Grunderkrankungen: entzündliche Erkrankungen des Verdauungssystems (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie), Erkrankungen des Blutes (chronische Anämie, Neutropenie) und Autoimmunerkrankungen (Morbus Behçet) 

Behandlung von Aphthen

Bei der meist nur lokalen Behandlung von Aphthen steht die Linderung von Schmerzen und Entzündungssymptomen im Vordergrund. Gegebenenfalls können auch Präparate verordnet werden, die überlagernde Bakterien- und Pilzinfektionen der entzündeten Stellen verhindern. Schmerzlindernde Gele oder Salben können vor den Mahlzeiten aufgetragen werden, um das Essen zu erleichtern. Andere Mittel werden nach den Mahlzeiten angewendet. 

Die lokale Behandlung kann folgende Präparate einschließen:  

  • lokalanästhetisch wirksame Gele und Salben (Diclofenac, Lidocain) 
  • adstringierende (zusammenziehend und austrocknend wirkende) Tinkturen (Extrakte aus Myrrhe und Ratanhia) 
  • entzündungshemmende Salben (Cortison) 
  • antibiotische (Tetrazyclin, Minozyklin) und antiseptische Mundspülungen (Chlorhexidin, Triclosan) – dies vor allem bei großen Aphthen 

Aphthen können auch mit Laser behandelt werden. Durch den Laser werden die lokalen Schmerzrezeptoren zeitweise verödet, und die Beschwerden nehmen deutlich ab. Viele Zahnärzt:innen bieten diese Leistung für Selbstzahler an. 

Gängige Hausmittel gegen Aphthen sind das Auftupfen von Honig sowie Spülungen mit Wasser, dem einige Tropfen Teebaumöl zugesetzt wurden, bzw. mit Kamillen- oder Salbeitee. 

Bei sehr schmerzhaften, großen und häufig wiederkehrenden Aphthen kann die systemische Behandlung mit entzündungshemmenden Wirkstoffen (unter anderem Colchicin, Dapson oder Prednison) erwogen werden. 

Entzündete Aphthen, die länger als zwei Wochen bestehen bleiben, sollten biopsiert werden: Es wird eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht, um auszuschließen, dass es sich um eine tumorartige Hautveränderung handelt. Kleinere Aphthen können dabei auch vollständig chirurgisch entfernt werden. 

Vorbeugung von Aphthen

Bei bekannter Neigung zu wiederkehrenden Aphthosen kann es sinnvoll sein 

  • auf Zahnpasta zu verzichten, die Natriumlaurylsulfat enthält (der Stoff erwies sich in Studien als Auslöser von Aphthen) 
  • eventuelle Vitamin- und Mineralstoffdefizite (Eisen, Vitamin B12, Folsäure) auszugleichen 
  • Nahrungsmittel, die Aphthen auslösen können, zu meiden 
Aphthen und Ernährung 

Aphthen können provoziert werden durch  

  • saure Speisen und Getränke 
  • starke Gewürze 
  • histaminreiche Nahrungsmittel (dazu zählen unter anderem alter Käse, Rotwein, Hülsenfrüchte, Dauerwurst und Schinken, Hefebackwaren, Spinat, Tomaten, Schokolade) 
  • besonders harte Lebensmittel (knuspriges Brot, bestimmte Cornflakes), die kleine Verletzungen der Mundschleimhaut hervorrufen 

Bei wiederkehrenden Aphthosen kann es sinnvoll sein, im Rahmen einer Ausschlussdiät alle problematischen Lebensmittel zunächst wegzulassen und geduldig die Wirkungen zu beobachten, die das Wiedereinführen einzelner potentieller Reizstoffe hat. 

Wie kann mir Doktor.de bei Aphthen helfen?

Die mit unserer Plattform kooperierenden Ärzt:innen können deine Symptome beurteilen, dich zu Hausmitteln und möglichen Behandlungsoptionen beraten. Länger als zwei Wochen bestehende Aphthen solltest du allerdings vor Ort untersuchen lassen. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

A. Altenburg et al.: Behandlung chronisch-rezidivierender oraler Aphthen. Deutsches Ärzteblatt 111 (2014)

Leitlinie Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut (2016) 

Letztes Update: 2022-08-15