Das runde Piktogramm zeigt eine Illustration eines Auges.
Makuladegeneration

Die Makuladegeneration ist eine Augenerkrankung. Ihre häufigste Form ist altersbedingt, dies ist die sogenannte AMD. Das scharfe Sehen kann dabei nach und nach beeinträchtigt werden bis hin zur Erblindung im späten Stadium. Betroffen ist die Makula lutae, auch „Gelber Fleck“ genannt. Sie stellt den Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges dar. In den meisten Fällen sind beide Augen betroffen. 

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Symptome einer Makuladegeneration

Die Erkrankung führt im Verlauf von Jahren zu einem zunehmenden Sehschärfeverlust in der Mitte des Sehfeldes, also an dem Ort, an dem sich der Blick fokussiert. Das führt zu Schwierigkeiten beispielsweise beim Lesen, Autofahren und Erkennen von Gesichtern. Gegenstände werden teils verschwommen oder verzerrt wahrgenommen. Auch der Kontrast und die Farbwahrnehmung können mehr und mehr gestört werden. Betroffene können sich leichter durch helles Licht geblendet fühlen. 

Die Makuladegeneration kann in der vollständigen Blindheit münden. 

Verlauf der Makuladegeneration

Unterschieden werden eine trockene und eine feuchte Form der Makuladegeneration. Die trockene Form hat meist einen langsamen Verlauf mit geringeren Sehbeeinträchtigungen. Sie geht allerdings in zehn Prozent der Fälle in die feuchte Makuladegeneration über, die rascher fortschreitet und zu stärkeren Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung führt. Üblicherweise wird die Erkrankung in drei Stadien eingeteilt: ein frühes, ein intermediäres und ein spätes Stadium. Bis zum Erreichen des Spätstadiums vergehen in der Regel mehrere Jahre. 

Ursachen einer Makuladegeneration

Das Sehen wird beeinträchtigt, da sich unterhalb der Netzhaut altersbedingt Abfallprodukte des Zellstoffwechsels ablagern. Diese formieren sich zu sogenannten Drusen. Sie behindern die Versorgung der Sinneszellen der Netzhaut, die dadurch geschädigt werden und absterben können. Lokalisation und Größe der Drusen zeichnen für das Ausmaß der Sehbeeinträchtigung mitverantwortlich. Zu stärkeren Sehstörungen kommt es vor allem durch die Neubildung winziger Blutgefäße, die in die Netzhaut einsprießen oder diese anheben. Aus diesen Gefäßen können vermehrt Blut und andere Stoffe austreten, da deren Wände instabil sind. Im Verlauf führen diese Prozesse zu einer Vernarbung, die ebenfalls das Sehen behindert. 

Diagnostik einer Makuladegeneration

Die beschriebenen Veränderungen können in der augenärztlichen Untersuchung dargestellt werden. Hierfür kommen verschiedene Untersuchungstechniken zum Einsatz. Nach medikamentöser Pupillenerweiterung kann die Netzhaut gut eingesehen werden. Drusen, Gefäßneubildungen und Vernarbungen sind dabei zu erkennen. 

Besteht der Verdacht, dass eine feuchte AMD vorliegt, wird in der Regel eine Fluoreszenz-Angiografie durchgeführt, die mithilfe von Kontrastmittel die Gefäße im Augenhintergrund darstellen kann. Immer häufiger kommt mit der optischen Kohärenztomografie (OCT) eine moderne und sehr aussagekräftige Methode zum Einsatz, die schmerzlos und unkompliziert anzuwenden ist. 

Die Anzahl und Größe der Veränderungen hilft bei der Stadieneinteilung: 

  1. frühes Stadium: mittelgroße Drusen, keine Sehbehinderung
  2. Intermediäres Stadium: große Drusen, leichte Sehbehinderung möglich
  3. Spätes Stadium: große Drusen, deutliche Sehbehinderung 

Hinweise auf eine Makuladegeneration oder ihr Fortschreiten liefert auch der Amsler-Test. Dabei schaut die zu untersuchende Person aus etwa 40 Zentimeter Abstand auf ein Liniengitter. Nimmt er Löcher, Flecken oder gebogene Linien wahr, deutet dies auf eine Makuladegeneration hin und ein Augenarztbesuch ist erforderlich. 

Behandlung von Makuladegeneration

Für die trockene Makuladegeneration steht keine Therapie zur Verfügung. Die feuchte Form wird durch ein Medikament behandelt, das direkt in das Auge gespritzt wird. Diese sogenannten VEGF-Hemmer behindern die krankhafte Gefäßneubildung. Mit dieser Behandlung kann die Krankheit meistens gestoppt oder ihr Fortschreiten gebremst werden. Manche Betroffene berichten sogar über Sehverbesserungen. Die früher gängige fotodynamische Therapie mit dem kombinierten Einsatz von Medikamenten und Laser wurde weitgehend aufgegeben, da die VEGF-Hemmer wirksamer sind. 

Alternative, aber selten angewendete Therapiemethoden sind die Laser-Verödung der neu gebildeten Gefäße oder deren chirurgische Entfernung. Folgende Nahrungsergänzungsmittel scheinen den Verlauf der AMD günstig zu beeinflussen: 

  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Zink
  • Kupfer
  • Betacarotin
  • Lutein
  • Zeaxanthin 

Die Einnahme sollte nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, da bei längerfristigem oder hochdosiertem Gebrauch schädliche Folgen auftreten können. Betroffenen wird empfohlen, auf Rauchen und Alkohol weitgehend zu verzichten, um die Augen vor der toxischen Wirkung zu schützen. 

Risikofaktoren einer Makuladegeneration

Für die AMD und die im jüngeren Alter auftretenden Formen der Makuladegeneration sind verschiedene Erbfaktoren bekannt. 

Zudem weiß man, dass Raucher öfter und früher an AMD erkranken. Für diese häufige Form der Makuladegeneration ist das Alter der entscheidende Risikofaktor. Etwa ein Prozent der Menschen ab 65 Jahren und zehn bis 20 Prozent ab 85 Jahren sind davon betroffen. Männer und Frauen haben das gleiche Risiko. 

Makuladegeneration – deine Beratung bei Doktor.de

Bei Doktor.de kannst du dich über dein Risiko für eine Makuladegeneration beraten lassen und erfährst, wie du den Amsler-Test selbst durchführen kannst. Wir informieren dich auch über die Therapiemöglichkeiten bei Vorliegen einer Makuladegeneration. Bei Bedarf erhältst du eine augenärztliche Überweisung. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lang, G. K. (2019). Augenheilkunde (6., überarbeitete). Thieme. 

Letztes Update: 2023-01-16