Das Piktogramm zeigt einen menschlichen Oberkörper, auf dem drei rote Punkte zu sehen sind. Diese stehen stellvertretend für einen Hautausschlag. Der Oberkörper ist gezeichnet. Das Piktogramm ist rund und der Hintergrund in einem Mintton.
Rosacea

Rosacea (auch Kupferrose oder Couperose) ist eine vielgestaltige chronisch-entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut, die in Schüben und gehäuft bei hellhäutigen Menschen ab dem 40. Lebensjahr auftritt. Sie ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Gesichtsrötung, die sich im weiteren Verlauf zu bleibenden roten Flecken (Erythem) mit Papeln, Pusteln sowie sichtbaren Erweiterungen der feinen Gesichtskapillaren entwickelt. Rosacea zeigt sich vorrangig an Nase, Wangen, Stirn und Kinn.

Symptome von Rosacea

Die Rosacea wird anhand ihres Beschwerdebildes in verschiedene Untertypen unterteilt. Diese treten zumeist zeitlich nacheinander auf und beschreiben den Verlauf der Hauterkrankung:

Auf dem Bild sieht man die rechte Gesichtshälfte einer Frau mit starkem roten Hautausschlag. Augen und Ohren sind nicht sichtbar.
Gesichtsrötung ist ein Symptom im ersten Stadium der Rosacea-Erkrankung. © Yuliya Shauerman
Erythematöse Rosacea (Stadium I)

Das Anfangsstadium ist vorrangig durch Veränderungen an den Gefäßen gekennzeichnet. Dies äußert sich zunächst anhand von anfallartig auftretender Gesichtsrötung. Später zeigen sich zudem Hautrötungen (Erytheme) und sichtbare Erweiterungen der Gesichtsäderchen (Teleangiektasien). Die Hautveränderungen treten vor allem in den zentralen Gesichtspartien im Bereich von Nase und Wangen auf. Sie können sich spontan zurückbilden, bevor sie erneut auftreten.

Papulopustulöse Rosacea (Stadium II)

Im späteren Verlauf wird die Rosacea erythematosa vom papulopustulösem Typ (Rosacea papulopustulosa) abgelöst. Dieses Stadium ist durch zusätzliche Entzündungsprozesse charakterisiert. Es zeigen sich entzündliche Papeln und Pusteln, die in einigen Fällen von Knötchen begleitet werden. Auch dieser Typ kann sich spontan oder unter Therapie zurückbilden, ohne Narben zu hinterlassen. Unbehandelt treten die Schübe allerdings immer häufiger und mit zunehmender Schwere auf.

Phymatöse Rosacea (Stadium III)

In diesem Stadium sind die Pusteln, Papeln und Knötchen stärker entzündet. Bindegewebe und Talgdrüsen wuchern und entwickeln sich zu knollenförmigen Hauterhebungen (Phymen). Am häufigsten sind diese an der Nase lokalisiert (Rhinophym bzw. „Knollennase“), können aber auch an Kinn, Ohrmuscheln, Stirn, Lidern und in der Oberlippenregion auftreten.

Symptome bei Kindern

Rosacea kann schon im Kindesalter auftreten. Das Beschwerdebild ähnelt dabei dem der erwachsenen Betroffenen. Lediglich Wucherungen des Bindegewebes und der Talgdrüsen (Phyme) sind bei Kindern in aller Regel nicht zu beobachten.

Ursachen von Rosacea

Die genauen Ursachen der Rosacea sind bislang nicht eindeutig geklärt. Experten vermuten aber eine genetische Veranlagung, die mit einer Störung der Immunantwort sowie der Wärmeregulation einhergeht. Diese führen insbesondere in Kombination mit bestimmten Triggerfaktoren zur Frühform der Rosacea.

Triggerfaktoren von Rosacea

Die Triggerfaktoren, die eine Rosacea auslösen und auch ein Wiederauftreten nach einer Spontanabheilung hervorrufen können, sind alle gefäßaktiv und beeinflussen die Gefäße. Sie können zudem innerlicher und äußerlicher Natur sein:

Äußerliche Triggerfaktoren:

  • Hautreizende Kosmetika
  • Rascher Temperaturwechsel wie beim Betreten der Wohnung nach Aufenthalt in kühler Außenumgebung
  • Sonnenlicht (UV-Exposition)
  • Hitze

Innerliche Triggerfaktoren:

  • Scharfe Speisen
  • Heiße Getränke
  • Alkohol
  • Emotionaler Stress

Behandlung von Rosacea

Die Behandlung einer Rosacea erfolgt abhängig vom Schweregrad und von der Rosacea-Form. Sie kann eine Rosacea nicht heilen, aber zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen.

Topische Behandlung von Rosacea

Die erythematöse und leichte bis moderate papulopustulöse Rosacea können zumeist mit Cremes, Lotionen und Gelen behandelt werden. Hierzu stehen Präparate mit den Wirkstoffen Azelainsäure, Brimonidin und Ivermectin zur Verfügung. Welcher Wirkstoff in welcher Konzentration zur Anwendung kommt, hängt von der individuellen Ausprägung, dem Beschwerdebild sowie dem Hauttyp ab.

Systemische Behandlung von Rosacea

Schwere sowie leichtere Rosacea-Formen, die durch eine äußerliche Behandlung nicht hinreichend kontrolliert werden können, können zusätzlich systemisch behandelt werden. Dabei kommen zumeist antibiotisch und antientzündlich wirkende Wirkstoffe wie Doxycyclin und Minozyklin zur Anwendung.

Operative Behandlung von Rosacea

Eine Lasertherapie kann bei Teleangiektasien und Erythem das Beschwerdebild verbessern und bei Phymen die Wucherungen abtragen.

Hautpflege bei Rosacea

Rosacea erfordert eine spezielle Hautpflege. Da eine irritierende Gesichtspflege wie reizende Seifen oder alkoholische Lösungen die Symptome zusätzlich verschlechtern können, solltest du auf diese verzichten. Daneben können folgende Empfehlungen die Behandlung der Rosacea unterstützen:

  • Reinige deine Haut schonend mit lauwarmem Wasser und Syndets, deren pH-Wert der Haut angeglichen ist.
  • Verzichte auf alles, was deine Haut irritieren kann. Hierzu gehören starkes Reiben, grobe Waschlappen und Handtücher, Peelings sowie Pflegemittel mit gefäßaktiven Substanzen wie Alkohol, ätherische Öle, Menthol, Kampfer, Duftstoffe und Konservierungsmittel.
  • Greife lieber auf leichte und hydrophile Hautpflegepräparate zurück. Produkte mit hohem Fett- oder Ölanteil können deine Haut verstopfen und die Rosacea verschlimmern.
  • Verzichte am besten auf dekorative Kosmetik. Sollte dich die Rosacea aber stark belasten, kannst du bestimmte Kosmetikprodukte wie leichte Puder und Cremes verwenden. Vermeide schwere, lipidreiche Produkte wie Camouflage-Präparate.
  • Verwende täglich Sonnenschutzprodukte, die sowohl einen UV-A- als auch einen UV-B-Schutz enthalten.
  • Als Mann solltest du auf Trockenrasur umstellen und auf alkoholisches Rasierwasser verzichten.

Wie kann Doktor.de mir bei Rosacea helfen?

Die Kooperations-Ärzt:innen von Doktor.de unterstützen dich bei der Beurteilung deiner Hautbeschwerden und stehen dir mit ihrer Expertise beratend zur Seite. Für eine abschließende Diagnostik und weiterführende Behandlung deiner Rosacea konsultierst du einen Facharzt oder eine Fachärztin.

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Abeck, Dietrich (2020): Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Klinik, Diagnose, Therapie. Berlin: Springer.

Clanner-Engelshofen, B. & Reinholz, M.28.01.2022.S2k-Leitlinie: Rosazea. AWMF e.V.

Melnik, Bodo/Chen, Wenchieh (2022): Acne and Rosacea. In: Plewig, Gerd et al. (Hrsg.): Braun-Falco’s Dermatology. Berlin: Springer, S. 1291-1325.

 

Letztes Update: 2022-07-13