Das runde Piktogramm mit einem grünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines Neurons.
Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, der eine umgehende Behandlung erfordert. Es kommt zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff, die verschiedene Ursachen haben kann. Auch die Anzeichen eines Schlaganfalles können unterschiedlich aussehen. In den meisten Fällen tritt eine plötzliche Lähmung einer Körperseite auf, oft zusammen mit einem hängenden Mundwinkel und einer Sprachstörung. 

Symptome eines Schlaganfalls

Je nach betroffenem Hirngebiet können die Symptome eines Schlaganfalles sehr unterschiedlich aussehen. Am häufigsten tritt jedoch eine einseitige Lähmung oder Taubheit von Arm und/oder Bein auf. Weitere mögliche Symptome: 

  • hängender Mundwinkel
  • Sprachstörungen
  • Schluckstörungen
  • Sehstörungen bis hin zu Erblindung
  • Gangunsicherheit
  • Schwindel
  • plötzlicher heftiger Kopfschmerz.

Im Falle einer Bewusstlosigkeit müssen Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. Bei vorhandenem Bewusstsein empfiehlt sich eher eine leichte Hochlagerung des Oberkörpers und beruhigendes Zureden. 

Ein Schlaganfall trifft am ehesten ältere Menschen. Aber auch Kinder und jüngere Erwachsene können betroffen sein, wenn sie bestimmte Vorerkrankungen haben, die jedoch nicht immer bekannt sind. 

Ursachen eines Schlaganfalls

Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel 

Der Sauerstoffmangel im Gehirn wird meist durch ein Blutgerinnsel ausgelöst, das ein Hirngefäß verlegt. Solche Gerinnsel entstehen typischerweise im Herzen, wenn Betroffene beispielsweise unter einem Vorhofflimmern leiden. Ein anderer häufiger Entstehungsort sind die Halsschlagadern, wenn die Gefäßwände vorgeschädigt sind. Solche Blutgerinnsel können mit dem Blutfluss direkt in das Gehirn gelangen. Wird ein Gefäß auf diese Weise verstopft, gelangt kein Sauerstoff mehr in das umliegende Hirngewebe, was die dortigen Nervenzellen schädigt. Das wird medizinisch als ischämischer Schlaganfall bezeichnet. 

Löst sich ein kleineres Gerinnsel spontan selbst auf, verschwinden die Symptome kurzfristig wieder, bevor eine Schädigung eintreten kann. Das nennt man Transitorische Ischämische Attacke (TIA). 

Hirnblutung durch ein gerissenes Blutgefäß 

Eine seltenere Ursache eines Schlaganfalles ist eine Blutung, die durch den Riss eines Blutgefäßes innerhalb des Gehirns zustande kommt. In diesem Fall drückt das austretende Blut auf umliegendes Hirngewebe. Auch durch Druck können Nervenzellen nachhaltig geschädigt werden. 

Behandlung eines Schlaganfalls

Diagnostik 

Je nach Ursache kommen verschiedene Behandlungsmethoden zum Einsatz. Das bedeutet, dass man zunächst einmal herausfinden muss, ob es sich um einen Gefäßverschluss oder eine Blutung handelt. Das geschieht durch ein bildgebendes Verfahren, in der Regel ist dies im Notfall die Computertomografie (CT). Im Verlauf wird üblicherweise eine Magnetresonanztomografie (MRT) angeschlossen, die aussagekräftiger ist. Da diese Untersuchung etwa eine halbe Stunde in Anspruch nimmt, ist sie im Rahmen der Notfallbehandlung ungeeignet. 

Behandlungsmöglichkeiten 

Ist eine Blutung ausgeschlossen und Krankengeschichte sowie die neurologische Untersuchung ergeben Hinweise auf einen Schlaganfall, wird versucht, das Gerinnsel aufzulösen. Dazu wird ein hochwirksames Medikament über die Vene gegeben. Zusätzlich kann versucht werden, über einen Gefäßkatheter das Gerinnsel zu entfernen. Das Zeitfenster für diese Therapien beträgt nur wenige Stunden. 

Im Falle einer größeren Blutung als Schlaganfallursache muss operiert werden. Kleinere Blutungen versiegen manchmal von allein. Das Blut wird in der Folge vom Körper abgebaut. 

Rehabilitation 

Nach einem Schlaganfall kann eine Rehabilitation Folgeschäden mildern. Sie soll Betroffenen wieder ein möglichst unabhängiges Leben ermöglichen und umfasst vor allem folgende Therapiemaßnahmen: 

  • Krankengymnastik
  • Fitnesstraining
  • Sprach- und Sprechtraining
  • Schlucktraining
  • Ergotherapie

Nicht selten entwickeln sich nach einem Schlaganfall Depressionen und Ängste. Auch diese müssen ernst genommen und behandelt werden. 

Das Risiko eines erneuten Schlaganfalles innerhalb eines Jahres beträgt etwa 5 Prozent. 30 Prozent der Betroffenen versterben im gleichen Zeitraum an Folgeschäden, 40 Prozent zeigen bleibende Beeinträchtigungen. 

Risikofaktoren eines Schlaganfalls

Risikofaktoren für ischämische Schlaganfälle 

Alle Erkrankungen, im Rahmen derer Blutgerinnsel entstehen können, stellen Risikofaktoren für einen Schlaganfall dar. Das ist in erster Linie die Atherosklerose, landläufig als Gefäßverkalkung bezeichnet. Dabei werden die Wände der Blutgefäße geschädigt. Dafür zeichnen Bluthochdruck und ein Übermaß an Cholesterin im Blut verantwortlich. Rauchen fördert diese Gefäßveränderungen, die dazu führen, dass sich an den geschädigten Stellen Gerinnsel bilden können. 

Risikofaktoren für Hirnblutungen 

Ein Risikofaktor für Hirnblutungen kann die Einnahme von sogenannten Blutverdünnern sein. Diese werden zum Schutz vor Gerinnselbildung eingenommen. 

Gefäße können reißen, wenn Aussackungen entstehen, sogenannte Aneurysmen. Diese sind entweder angeboren oder entstehen oder verschlimmern sich im Laufe des Lebens. 

Vorbeugung eines Schlaganfalls

Einem Schlaganfall beugt man am besten vor, indem man das Herz-Kreislauf-System gesund erhält. Das geschieht durch eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Auf das Rauchen sollte man konsequent verzichten. 

Sofern du bereits an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidest, richte dich nach den ärztlichen Empfehlungen. Allein durch eine gute Einstellung deines Blutdruckes kannst du dein Risiko für einen Schlaganfall stark senken. 

Welche Hilfe bietet Doktor.de bei einem Schlaganfall an?

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist schnelle professionelle Hilfe lebenswichtig und entscheidet über das Ausmaß von Folgeschäden. Daher muss der Rettungsdienst umgehend verständigt werden. 

Doktor.de berät dich über vorbeugende und rehabilitative Maßnahmen. 

Quelleninformationen: 

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Reinhard Rohkamm et al.: Taschenatlas Neurologie. Georg Thieme Verlag. Stuttgart 2018. ISBN 978-3-13-240330-7.

Andreas Hufschmidt et al.: Neurologie compact. Georg Thieme Verlag. Stuttgart 2013. ISBN 978-3-13-117196-2.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 27.07.2022. Schlaganfall. Gesundheitsinformation.de.

  

Letztes Update: 2022-10-18