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Ambroxol

Ambroxol ist eines der wichtigsten Wirkstoffe gegen Husten und Halsschmerzen und wohl der bekannteste Hustensaft auf dem Markt. Bereits seit mehreren Jahrzehnten ist Ambroxol ein bewährter Wirkstoff gegen akute und chronische Erkrankungen der Bronchien. Das frei verkäufliche, apothekenpflichtige Arzneimittel wirkt schleimlösend, entzündungshemmend und erleichtert das Abhusten. Aufgrund der guten Verträglichkeit, kann Ambroxol auch Kindern verabreicht werden. Erfahre alles über die Wirkung des Hustenlösers und wann eine Behandlung mit Ambroxol sinnvoll ist.

Wirkungsweise von Ambroxol  

Ambroxol unterstützt das Abhusten von festem Schleim in den Bronchien, da es schleimlösende Eigenschaften besitzt. Interessant ist, dass der genaue Wirkmechanismus bis heute nicht vollständig geklärt wurde. Der Wirkstoff Ambroxol aktiviert bestimmte Eiweiße, die wiederum Zuckerverbindungen im Bronchialschleim auflösen, der sich so verflüssigt.  Parallel sorgt Ambroxol dafür, dass der Schleim in den Bronchien kaum Anhaftungspunkte an der Lungenoberfläche findet. Zusammenaddiert erleichtern beide Effekte das Abhusten. Verschiedene Studien stellten fest, dass durch Ambroxol der Schleim verflüssigt und die Aktivität der Flimmerhärchen in der Lunge gesteigert wird. Flimmerhärchen sitzen auf der Schleimhaut der Atemwege und sind dafür verantwortlich, dass der gebildete Schleim durch den Mund oder Nase abtransportiert werden kann.  

Zudem hat Ambroxol eine entzündungshemmende und lokal betäubende Wirkung, was dazu führt, dass bestimmte Ionenkanäle blockiert werden und so die Schmerzweiterleitung zum Gehirn unterbunden wird.  

Anwendung von Ambroxol 

Ambroxol kann bei einer Reihe von verschiedenen Indikationen als Behandlung angewendet werden:  

  • Halsschmerzen  
  • akute und chronische bronchopulmonale Erkrankungen, die mit einer Störung der Schleimbildung und des Schleimtransports einhergehen, wie zum Beispiel Asthma oder COPD 
  • akute Schübe chronischer Bronchitiden, Bronchiektasien, asthmoide Bronchitiden 

Zudem kann Ambroxol als Zusatztherapie beim Atemnotsyndrom von Neu- und Frühgeborenen eingesetzt werden.  

Darreichungsformen von Ambroxol 

Auf dem Bild ist ein Mann zusehen, der sich auf einen Löffel AMbroxol Saft tropft.Auf dem Bild ist ein Mann zusehen, der sich auf einen Löffel AMbroxol Saft tropft.Auf dem Bild ist ein Mann zusehen, der sich auf einen Löffel AMbroxol Saft tropft.Ambroxol ist in vielen Darreichungsformen im Handel erhältlich und kann sowohl oral oder intravenös eingenommen werden. Aus diesem Grund ist Ambroxol als 

  • Saft (5 mg / 5 ml; 15 mg / 5 ml; 30 mg / 5 m; 30 mg / 2 ml) 
  • Brausetabletten (30 mg; 60 mg) 
  • Lösung zum Einnehmen (3 mg / ml; 6 mg / ml) 
  • Hustentropfen (7,5 mg / ml; 15 mg / ml) Tabletten (30 mg; 60 mg) 
  • Retardkapseln (75 mg; 100 mg) 
  • Lutschtabletten (15 mg; 20 mg)  
  • Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (15 mg / 2 ml; 1000 mg / 50 ml)   
  • Ampullen (15 mg / 2ml)    

verfügbar.   

Auf dem Bild ist ein Mann zusehen, der sich auf einen Löffel AMbroxol Saft tropft.Mit deinem Apotheker:in sowie Arzt oder Ärztin kannst du besprechen, welche Darreichungsform für dich oder dein Kind die passendste ist.  

Dosierung von Ambroxol

Die Dosierung von Ambroxol richtet sich zum einen nach der Darreichungsform und zum anderen nach danach, ob zum Beispiel ein Kind oder ein Erwachsener Ambroxol einnimmt.  

Grundsätzlich können als Orientierung zur Dosierung von Ambroxol folgende Werte dienen:
 

Alter   Dosierung  
Kinder bis zwei Jahren   15 mg pro Tag aufgeteilt in zwei Dosen bei oraler Einnahme  
Kinder zwischen zwei und fünf Jahren  22,5 mg pro Tag aufgeteilt in zwei Dosen 
Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren  30 mg bis 45 mg aufgeteilt in zwei bis drei Dosen 
Kinder ab zwölf Jahren und Erwachsene   Tag 1 bis Tag 3: 90 mg aufgeteilt in zwei Dosen
Ab Tag 3: 60 mg aufgeteilt auf zwei Dosen 
Patient:innen mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung   Bei Patient:innen, die an einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung leiden, sollte mit ihrem Arzt oder Ärztin besprechen, welche Dosis sinnvoll ist.  

 

Bei einer Überdosierung von Ambroxol kann es zu kurzzeitiger Unruhe und Durchfall kommen. Zudem ist es möglich, dass nach einer Überdosierung mit Ambroxol die Speichelproduktion erhöht ist, es zu Würgereizen, Erbrechen und Blutdruckabfall kommen kann. Es ist wichtig, unverzüglich die Einnahme zu stoppen und einen Arzt oder Ärztin zu konsultieren.  

Nebenwirkungen von Ambroxol 

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Ambroxol zählen:  

  • Übelkeit  
  • Störung des Geschmackssinns  
  • Taubheitsgefühl im Rachen und/ oder Mund  
  • Erbrechen 
  • Bauchschmerzen 
  • Durchfall 
  • Fieber 
  • Schleimhautreaktionen 
  • Mundtrockenheit. 
  • Hautausschlag 
  • Nesselsucht 
  • Trockenheit im Hals 

Hersteller von Medikamenten müssen im Beipackzettel jegliche Nebenwirkungen auflisten, die im Zusammenhang mit der Einnahme des Medikaments bekannt sind. Dies kann sehr beunruhigend wirken. Daher ist es wichtig zu wissen, dass die möglichen Nebenwirkungen absteigend nach ihrer Häufigkeit kategorisiert werden.  

  • „Sehr häufig“: Bei mehr als zehn Prozent der Anwender (oder mehr als 1 von 10 Behandelten) können sich Nebenwirkungen einstellen.  
  • „Häufig“: Bei bis zu zehn Prozent der Menschen (oder bis zu 1 von 10), kann es zu Nebenwirkungen kommen.  
  • „Gelegentlich“: Bei bis zu einem Prozent der Anwender (oder bis zu 1 von 100) können unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten. 

Treten Nebenwirkungen auf, so solltest du unverzüglich einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren und das Arzneimittel nach Absprache absetzen. 

Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Hustenstillern, wenn zum Beispiel ein trockener Reizhusten vorliegt, kann es passieren, dass durch den verminderten Hustenreflex ein gefährlicher Sekretstau entsteht.

Letztes Update: 2022-09-27