Eine Gonorrhö-Infektion kann deutliche Entzündungssymptome hervorrufen, aber auch fast oder gänzlich symptomfrei bleiben. Die Zeit von der Infektion bis zum eventuellen Auftreten erster Symptome beträgt zwischen einem Tag und zwei Wochen. Unabhängig davon, ob Symptome auftreten oder nicht, sind infizierte Personen ansteckungsfähig, solange die Infektion besteht.
Gonokokken können die Schleimhäute der Harnleiters, des Enddarms, des Rachens sowie die Bindehaut der Augen befallen. Bei Frauen ist auch die Schleimhautauskleidung des Gebärmutterhalses häufig betroffen.
Gonorrhoische Harnleiterentzündung des Mannes
- starker eitriger oder glasiger Ausfluss aus der Harnröhre
- Schmerzen beim Urinieren
Bei rund 10 bis 30 Prozent der infizierten Männer verläuft die Infektion ohne Symptome.
Urogenitale Gonorrhö der Frau
- vermehrter schleimig-eitriger Ausfluss aus der Scheide
- eventuell Blutungen
- Schmerzen beim Urinieren
Bei rund 50 Prozent der infizierten Frauen zeigen sich keine Symptome.
Rektale Gonorrhö
- bei Frauen meist keine Symptome
- bei Männern eventuell Schmerzen, schmerzhafter Stuhldrang, Ausfluss
Gonorrhö des Rachens
Die Gonorrhö des Rachens bleibt in der Regel asymptomatisch.
Gonokokken-Bindehautentzündung (Gonoblennorrhö)
- akute Bindehautentzündung mit Schmerzen, Fremdkörpergefühl, Rötung und eitrigem Sekret
Unbehandelt greift die Infektion rasch auf die Hornhaut über und kann zur Erblindung führen. Gonoblennorrhö war im 19. Jahrhundert eine häufige Erblindungsursache bei Babys Tripper-erkrankter Mütter. Die Infektion kann im Mutterleib oder während der Entbindung erworben werden. Heute ist sie bei Kindern selten geworden. Auch bei Erwachsenen kommt sie sehr selten vor.
Treten die beschriebenen Symptome einer Bindehautentzündung auf, ist das ein augenmedizinischer Notfall: Die Erkrankung verläuft sehr rasch und mit relativ schlechter Prognose.
