Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt zusammengepresste Beine. Rechts daneben ist in einem Kreis eine kleine Flamme.
Chlamydien

Die Infektion mit Chlamydien gehört zusammen mit Tripper, HPV-Infektionen und Trichomoniasis zu den am häufigsten vorkommenden Geschlechtskrankheiten in Deutschland. Verursacht wird die Infektion durch Chlamydia trachomatis. Das sind Bakterien, die in erster Linie durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Häufig trifft eine Chlamydien-Infektion Jugendliche und junge Erwachsene. Die Erkrankung kann auch bei der Geburt von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden. Dieser Übertragungsweg ist jedoch deutlich seltener. 

Symptome von Chlamydien

Häufig kommt es bei einer Chlamydien-Infektion zu keinen oder nur sehr geringen Symptomen. Das heißt, viele merken gar nicht, dass sie sich angesteckt haben. Die Erkrankung wird dann weitergegeben, ohne es zu wissen. Bei folgenden Symptomen solltest du aufmerksam werden und dich möglichst schnell ärztlich beraten lassen: 

  • Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen 
  • Juckreiz an Po, Penis oder Scheide 
  • Schmerzen beim Vaginal- oder Analsex 
  • Ungewöhnlicher Ausfluss aus Penis, Po oder Scheide 
  • Zwischenblutungen 

In der Regel kommt es ein bis drei Wochen nach dem Kontakt mit den Bakterien zu diesen Symptomen. Oftmals werden die Beschwerden von selbst besser, aber auch dann solltest du dich untersuchen lassen. Die Bakterien können immer noch in deinem Körper sein und durch ungeschützten Geschlechtsverkehr weitergegeben werden. Eine unbehandelte Infektion mit Chlamydien kann schwere Folgen haben und sogar zu Unfruchtbarkeit führen. In seltenen Fällen können sich die Erreger auch in den Gelenken ansammeln und dort Entzündungen hervorrufen. 

Ursachen von Chlamydien

Die Ursache einer Chlamydien-Infektion sind Chlamydien. Dabei handelt es sich um unbewegliche Bakterien. Diese Bakterien liegen außerhalb der Zellen eines Wirtskörpers als sogenannte Elementarkörperchen vor und sind dann infektiös. Um sich zu vermehren, dringen die Bakterien in eine Wirtszelle ein. Das kann beispielsweise eine Schleimhautzelle sein. In der Wirtszelle durchlaufen sie einen Entwicklungszyklus und am Ende werden wieder Elementarkörperchen freigesetzt, die dann andere infizieren können. 

Behandlung von Chlamydien

Für die Diagnose von Chlamydien ist ein Test notwendig. Hierfür wird ein Abstrich oder ein Urintest gemacht. Solche Tests werden von Ärzt:innen für Urologie, Gynäkologie sowie für Haut- und Geschlechtskrankheiten durchgeführt. Gibt es einen konkreten Verdacht auf eine Chlamydien-Infektion, wird der Test in der Regel von den Krankenkassen übernommen. 

Eventuell können solche Tests auch bei den Gesundheitsämtern, der Aidshilfe sowie diversen Testprojekten durchgeführt werden. Hier ist eine Testberatung inklusive und die Anonymität bleibt gewahrt. Es gibt zudem einen Test, den man zu Hause durchführen kann. Mit solchen Selbsttests kann man sich zu Hause unter anderem auf HIV, Tripper, Syphilis und Chlamydien testen. 

Für Frauen ist es möglich, sich bis zum vollendeten 25. Lebensjahr einmal im Jahr auf Kosten der Krankenkasse in einer gynäkologischen Praxis auf Chlamydien testen zu lassen. Hier wird ein Urintest vorgenommen. 

Wurden Chlamydien diagnostiziert, wird die Infektion mit Antibiotika behandelt. Die Erkrankung ist damit gut behandelbar und heilbar. Je früher eine Antibiotika-Behandlung beginnt, desto schneller und einfacher ist die Therapie in der Regel. Während der Behandlungszeit sollte auf Sex verzichtet werden, da das Ansteckungsrisiko sehr hoch ist. Sexualpartner:innen sollten sich ebenfalls auf Chlamydien untersuchen lassen, damit keine wechselseitige Infektion geschieht. 

Risikofaktoren von Chlamydien

Wer mit Chlamydien infiziert ist, kann sich leichter mit HIV anstecken. Das gilt zumindest dann, wenn keine Schutzmaßnahmen wie Kondome, Schutz durch Therapie oder PrEP ergriffen wurden. Das Risiko einer HIV-Infektion bei einer bestehenden Chlamydien-Infektion ist deshalb erhöht, weil Entzündungen HIV den Weg in den Körper erleichtern. 

Menschen mit unbehandelter HIV-Infektion haben häufig einen schwereren Verlauf, wenn sie sich mit Chlamydien infizieren. Zudem ist das Risiko einer HIV-Übertragung höher, weil in entzündeten Bereichen besonders viele Viren enthalten sind. 

Auch in der Schwangerschaft kann eine Chlamydien-Infektion mit einem höheren Risiko verbunden sein. Die Bakterien können zu einer Frühgeburt führen und das Neugeborene kann sich infizieren. Die Untersuchung auf Chlamydien gehört daher laut Mutterschafts-Richtlinien zur Schwangerenvorsorge. Wird eine Chlamydien-Infektion in der Schwangerschaft festgestellt, so gibt es spezielle Antibiotika, die in dieser Zeit eingesetzt werden dürfen. 

Wichtig zu wissen: Bleibt eine Infektion mit Chlamydien unbehandelt, kann dies weitere Folgen haben. Die Infektion kann im Körper aufsteigen und Gebärmutter oder Eileiter erreichen. Die Bakterien können in die Bauchhöhle wandern und dort Entzündungen verursachen. Symptome wie Fieber, starke Regelblutungen oder Zwischenblutungen treten manchmal auf. Bleibt eine Infektion mit Chlamydien bei der Frau unbehandelt, kann dies zu Bauchhöhlen- und Eileiterschwangerschaften sowie Unfruchtbarkeit führen. Bleiben Chlamydien beim Mann unbehandelt, können diese in die Hoden und den Unterbauch wandern. Anzeichen hierfür sind Schmerzen in diesen Bereichen und Fieber. Entzündungen von Nebenhoden, Samenleiter und Prostata werden ebenfalls mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht. 

Vorbeugung von Chlamydien

Die Abbildung zeigt zwei einzelne Kondome, in einer roten Verpackung.
Der sicherste Schutz vor Chlamydien sind Kondome, Femidome oder Orals Dams.| © Anqa

Chlamydien befinden sich hauptsächlich auf den Schleimhäuten von Po, Penis und Scheide. Zu einer Übertragung kommt es häufig dann, wenn infizierte Schleimhaut auf nicht infizierte Schleimhaut trifft. Die Erreger können aber auch durch eine Schmierinfektion übertragen werden. Das heißt, zu einer Infektion kann es durch ungeschützten Geschlechtsverkehr sowie Anal- und Oralsex kommen. Auch wenn Sexspielzeuge ausgetauscht und ohne Kondom benutzt werden, kann man sich infizieren. 

Eine Infektion durch Chlamydien lässt sich nicht komplett verhindern. Das Risiko lässt sich aber durch die Verwendung von Kondomen eindämmen. Wichtig zu wissen: Auch der sogenannte Lusttropfen und Urin können die Bakterien enthalten. 

 Zur Vorbeugung von Chlamydien solltest du:

  • Beim Vaginal- und Analsex Kondome verwenden.
  • Beim Austausch von Sexspielzeug Kondome benutzen und das Kondom vor der Weitergabe des Toys wechseln.
  • Auch beim Oralsex den Kontakt zu Schleimhäuten vermeiden, indem du Kondome oder Dental Dams verwendest. 

Für Menschen, die ihren Sexualpartner oder ihre Sexualpartnerin häufig wechseln, kann es sinnvoll sein, sich regelmäßig auf Chlamydien testen zu lassen. Eine mögliche Infektion wird so früh erkannt und man gibt die Erreger nicht weiter. 

Wie kann Doktor.de bei Chlamydien helfen?

Wenn du den Verdacht hast, dich mit Chlamydien infiziert zu haben, dann kannst du deine Symptome mit den Ärzt:innen auf Doktor.de besprechen. Für den Test auf Chlamydien, die Diagnose oder die Behandlung wendest du dich an deinen behandelnden Arzt oder deine behandelnde Ärztin. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Bundesministerium für Bildung und Forschung. 06.2019. Chlamydien – die unterschätze Gefahr. 

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. 2022. Chlamydien. liebesleben.de

Deutsche Aidshilfe e.V. 2022. Chlamydien. 

 

Letztes Update: 2022-06-29