Zwischenblutung

Gelegentlich kann es zwischen den Perioden zu leichten oder starken Zwischenblutungen kommen. Häufig geht dies mit einer Veränderung des Menstruationszeitpunktes einher. Die Blutungen treten außerhalb der erwarteten Menstruationsphase auf und können sich als frischblutig oder als bräunlicher Ausfluss darstellen. Oft treten diese kurz vor Beginn der Menstruation oder nach der Menstruation, gelegentlich aber auch im Zusammenhang mit dem Eisprung auf. Zwischenblutungen gehören zu den sogenannten Zyklusanomalien, sind in der Regel nicht besorgniserregend, sollten aber von Frauen immer ernst genommen und beobachtet werden. 

  

Verschiedene Formen von Blutungen

Es existieren unterschiedliche Formen von Zyklusanomalien, welche zu Blutungen führen können. Zwischenblutungen treten außerhalb der erwarteten Menstruationsphase auf und können zusätzlich zur monatlichen Regelblutung auftreten. Manchmal sind es nur wenige Tropfen, es ist aber auch möglich, dass über mehrere Tage größere Mengen Blut abgehen. Medizinisch lassen sich Zwischenblutungen in verschiedene Kategorien unterscheiden: 

Zwischenblutungen 

Medizinisch lassen sich Zwischenblutungen in verschiedene Kategorien unterscheiden:  

  1. Metrorrhagie (Zwischenblutungen, die azyklisch auftreten oder Dauerblutungen außerhalb der Menstruationsphase) 
  2. Menometrorrhagie (Blutung, die verstärkt oder verlängert über die Menstruationsphase hinaus auftritt) und  
  3. Spotting (Schmierblutungen, die sehr schwach zu jedem Zeitpunkt des Zyklus auftreten können) 
Auf der Abbildung ist eine Damenbinde und ein Tampon auf einem rosa Hintergrund zu sehen. Blutstropfen sind durch rote Steine dargestellt.
Zwischenblutung sind meist harmlos, sollten jedoch immer ernstgenommen werden. | © Alina Indienko
Nidationsblutung 

Eine Nidationsblutung, beziehungsweise Einnistungsblutung, entsteht, wenn die befruchtete Eizelle an der Gebärmutterinnenwand anhaftet. Sie tritt früh in der Schwangerschaft auf, etwas früher als zu der Zeit, zu der du sonst deine Menstruation hättest. Eine Nidationsblutung ist weder für dich noch dein Baby gefährlich.  

Zwischenblutungen in der Schwangerschaft  

Schwangere sind sehr besorgt, wenn sie während der Schwangerschaft Schmierblutungen entdecken. Dabei muss dahinter nicht immer ein besorgniserregender Grund stecken. Du solltest jedoch mit deinem Frauenarzt oder Frauenärztin Kontakt aufnehmen, da jede vaginale Blutung in der Schwangerschaft einer gründlichen Abklärung bedarf. Man unterscheidet bei Blutungen in der Schwangerschaft zwischen Blutungen im 1. Trimenon (erste zwölf Schwangerschaftswochen) und Blutungen im 2. und 3. Trimenon. 

Bei circa 25 % aller Schwangerschaften kommt es zu Schmierblutungen während des 1. Trimenons. Gründe für Zwischenblutung im 1. Trimenon können sein:  

  • Einnistungsblutung (Nidationsblutung) 
  • Kontaktblutung, zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr 
  • Extraauteringravidität (außerhalb der normalen physiologischen Lokalisation gelegene Schwangerschaft außerhalb des Uterus) 
  • Abort (vorzeitige Beendigung der Schwangerschaft) 

Gründe für Blutungen im 2. und 3. Trimenon können sein:  

  • Zeichnungsblutung (leichte vaginale Blutung kurz vor oder während der Geburt) 
  • Vorzeitige Plazentalösung 
  • Kontaktblutung, zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr 
  • Placenta praevia (ein Zustand, bei dem die Plazenta die Öffnung des Gebärmutterhalses bedeckt) 
  • Uterusruptur 
  • Bei einer extrauterinen Schwangerschaft nistet sich die Eizelle außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel in den Eileitern oder der Bauchhöhle, ein, was wiederum zu Blutungen führen kann. 

Kommt es bei dir während der Schwangerschaft zu plötzlich starken Blutungen mit Schmerzen, kann dies ein Notfall sein! In diesem Fall solltest du ins Krankenhaus oder unter 112 Hilfe rufen.  

Ursachen für Zwischenblutungen

Die Ursachen für Zwischenblutungen können vielfältig sein. Viele Frauen haben im Laufe ihres Zyklus Zwischenblutung. Diese müssen nicht auf eine Erkrankung hindeuten. Trotzdem solltest du bei deinem Frauenarzt oder Frauenärztin die Zwischenblutung außerhalb deiner Periode ansprechen. Notiere dir das Datum, die Dauer in Tagen, die Stärke und die Farbe des Blutes.  

Ursachen für Zwischenblutungen können sein:  

  • Physischer und psychischer Stress können eine unregelmäßige Menstruation und Schmierblutung verursachen. 
  • Bei jüngeren Frauen, bei denen der Zyklus noch unregelmäßiger ist, können vermehrt Zwischenblutungen auftreten.  
  • Intermittierende Blutungen können ebenso auf die Einnahme der Antibabypille zurückzuführen sein. Zum Beispiel, wenn du eine Pille vergessen hast oder gerade mit einem (neuen) hormonellen Verhütungsmittel begonnen hast. Treten diese Zwischenblutungen vermehrt auf, kann dies darauf zurückzuführen sein, dass die Dosierung der Pille nicht ausreichend ist. Sprich dies bei deinem Arzt oder deiner Ärztin an.  
  • Frauen vor oder während der Menopause können aufgrund hormoneller Schwankungen häufiger Zwischenblutungen haben.  
  • In seltenen Fällen können auch Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien oder Gonorrhoe die Ursache für Zwischenblutungen sein. 
  • Auch treten Zwischenblutungen auf, wenn du im Rahmen einer Frühschwangerschaft eine Fehlgeburt erleidest.   
  • Weitere seltene Ursachen sind Polypen, Zysten in der Gebärmutter, Endometriose, Myome oder Zellveränderungen im Gebärmutterhals. 

Behandlung von Zwischenblutungen 

Die Behandlung von Zwischenblutungen ist abhängig von der Ursache. Basierend darauf kann dein Arzt oder deine Ärztin die passende Behandlung einleiten. Liegt eine Entzündung vor, kann diese mit Antibiotika behandelt werden. Sind kleinere Myome oder Geschwüre der Grund für die Zwischenblutung, können diese in der Regel durch einen kleinen operativen Eingriff entfernt werden. Sind hormonelle Verhütungsmittel (zum Beispiel die Pille) die Ursache von Zwischenblutungen, kannst du mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über eine alternative, hormonfreie Verhütung sprechen. Da bei vielen Patient:innen psychischer und physischer Stress eine Zwischenblutung auslösen kann, ist es wichtig, dass du Stress reduzierst.
Grundsätzlich ist es sehr wichtig, dass du die jährliche Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nimmst. So lassen sich viele gynäkologische Erkrankungen bereits in einem frühen Stadium erkennen und behandeln.  

 

Wie kann Doktor.de mir bei Zwischenblutungen helfen?

Um Zwischenblutungen zu behandeln, ist es sehr wichtig, dass der Grund der Blutungen ermittelt wird. Es kann gegebenenfalls ausreichen, das Verhütungsmittel zu wechseln, wenn dies die Ursache darstellt. Wenn es sich um eine Infektion oder eine andere Erkrankung handelt, müssen weitere diagnostische Schritte veranlasst werden und du möglicherweise gynäkologisch untersucht und behandelt werden. Bei uns arbeiten ausschließlich erfahrene Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal. Die mit Doktor.de kooperierenden Ärzt:innen helfen dir mit Informationen, Beratung und Einschätzung der Symptome. Wenn es medizinisch erforderlich ist, werden wir dich zur weiteren Untersuchung und Behandlung weiterleiten. Bei Frauen in der Schwangerschaft sollte immer eine gynäkologische Vorstellung und Abklärung der Symptome stattfinden.  

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 29.12.2021. Mellanblödningar. Doktor.se

Heim. T. 12.01.2021. Gynäkologische Blutungsstörungen. Deximed.

Mayer, M. 19.09.2018. Blutungen während der Schwangerschaft. Deximed.

Letztes Update: 2022-05-23
Redakteur: Goda Marwig – Doktor.de
Medizinscher Prüfer: Susanne Patricia Kreimer, Ärztin und Geschäftsführerin – Doktor.de