Erektile Dysfunktion (Erektionsstörung)

Erektile Dysfunktion, die umgangssprachlich auch als Impotenz bezeichnet wird, bezeichnet die Schwierigkeit, eine Erektion zu bekommen, die stark genug ist und/oder lange genug anhält, um Geschlechtsverkehr zu haben. Von Zeit zu Zeit Schwierigkeiten mit der Erektionsfähigkeit zu haben, ist kein Grund zur Besorgnis. Halten die Erektionsprobleme aber länger als sechs Monate an und verhindern den Geschlechtsakt, kann dies nicht nur das Selbstwertgefühl, sondern auch die Beziehung beeinträchtigen und es besteht (Be-)Handlungsbedarf. Vielen Männern sind ihre Erektionsprobleme unangenehm, obwohl es hierfür keinen Grund gibt: Jeder zehnte Mann ab 40 Jahren und jeder dritte Mann ab 60 Jahren gibt an, dass er bereits Erfahrungen mit Erektionsstörungen gemacht hat. Aber auch jüngere Männer leiden an erektiler Dysfunktion. Es gibt jedoch viele Therapieformen, die helfen können, Erektionsprobleme zu verbessern.   

Symptome einer erektilen Dysfunktion

Um die Symptome einer Erektionsstörung zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, was während der Erektion mit dem Penis passiert: Damit der Penis steif werden kann, sind die Schwellkörper verantwortlich. Bei einer Erektion wird die Zufuhr von Blut in die Schwellkörper erhöht, während zeitgleich, die Venen, die für den Blutabfluss verantwortlich sind, zusammengedrückt wird. Es kommt somit zu einem vermehrten Zufluss von Blut, während der Abfluss gedrosselt wird. Somit steigt der Druck im Schwellkörper an und es kommt zur Erektion. Leidet ein Mann an einer erektilen Dysfunktion, ist der Prozess der Erektion gestört.  

Dies kann sich unterschiedlich bemerkbar machen:  

  • Der Mann kann keine oder nur sehr schwer eine Erektion bekommen.  
  • Der Mann kann die Erektion gar nicht oder nur sehr schwer halten.  
  • Der Penis wird nicht richtig hart und/ oder erschlafft schnell.  
  • Sowohl beim Geschlechtsverkehr als auch bei der Masturbation treten Erektionsstörungen auf.  
  • In einigen Fällen können neben Erektionsstörungen auch weitere sexuelle Funktionsstörungen auftreten, wie zum Beispiel ein vorzeitiger oder verzögerter Samenerguss (Ejaculatio praecox), auf.  

Ursachen einer erektilen Dysfunktion

Studien zeigen, dass jeder zweite über 40-jährige Mann in einem gewissen Maß an erektiler Dysfunktion leidet. Eine schwedische Studie fand heraus, dass 30 % der Männer im Alter von 50 bis 80 Jahren ohne Hilfsmittel keinen Geschlechtsverkehr haben können. Wie viele Männer tatsächlich von einer Erektionsstörung betroffen sind, ist unklar, da Erektionsstörungen ein großes Tabuthema sind. Eine erektile Dysfunktion kann verschiedene Ursachen haben, wobei vor allem zwischen körperlichen und psychischen Ursachen unterschieden wird. Sexuelle Stimulation und eine resultierende Erektion sind ein komplexer Prozess, an dem das Gehirn, Hormone, Emotionen, Nerven, Muskeln und Blutgefäße beteiligt sind. Es gibt daher eine Vielzahl von Ursachen, die hinter einer erektilen Dysfunktion stecken können. Die Ursache kann daher auch eine Kombination aus körperlichen und psychischen Faktoren sein. 

Körperliche Ursachen:  

  • Gefäßerkrankungen  
  • Durchblutungsstörungen aufgrund von Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselerkrankungen  
  • Geringer Testosteronspiegel  
  • Nervenstörungen, wie ein Schlaganfall, Multiple Sklerose, Parkinson oder Alzheimer 
  • Leber- oder Nierenschäden  
  • Verletzungen am Becken oder Rückenmark  
  • Alkohol- und/oder Drogenabhängigkeit 

    Junger Mann sitzt aufrecht im Bett und hält seine Hände frustrierend vor die Stirn, während seine Frau im Hintergrund schläft.
    Erektile Dysfunktion können der Partnerschaft schaden. Daher ist es wichtig, mit seinem Partner oder Partnerin offen darüber zu sprechen. | © annebaek
  • Übergewicht  
  • Rauchen  
  • Nebenwirkung von Medikamenten  

Psychische Ursachen: 

  • Stress 
  • Depressionen  
  • Angsterkrankungen  
  • Posttraumatische Belastungsstörung  
  • Konflikte in der Partnerschaft  

Behandlung von erektiler Dysfunktion

Die Behandlung von erektilen Dysfunktionen ist abhängig von der jeweiligen Ursache. 

  • Hormonelle Störung: Wenn die Probleme auf einen niedrigen Testosteronspiegel zurückzuführen sind, können Testosteronpräparate in Form von Injektionen oder als Gel eingenommen werden. 
  • Durchblutungsstörungen: Es gibt viele verschiedene Arten von Wirkstoffen (einer der bekanntesten Namen ist hierbei der Markenname Viagra, wobei der Wirkstoff in Viagra Sildenafil heißt), die gegen Erektionsstörung helfen können. Sie wirken, indem sie den Blutfluss in den Penis erhöhen. Diese Behandlung mit entsprechenden Präparaten ist für Personen, die an Herzinsuffizienz oder Herzproblemen leiden oder Arzneimittel gegen Angina einnehmen, nicht geeignet. 
  • Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT): Arzneimittel können auch in Form von Injektionen direkt in den Penis appliziert werden. Auch sie wirken, indem die Blutgefäße im Penis erweitert werden, sodass der Blutfluss erhöht wird. Im Gegensatz zu Tabletten ist keine vorherige sexuelle Stimulation erforderlich, damit sie ihre Wirkung entfalten. 
  • Sexualberatung oder Psychotherapie können angewendet werden, wenn die Probleme psychischer Ursachen sind oder als Ergänzung zu anderen Behandlungen. 
  • Auch andere Hilfsmittel, wie Penisring oder Vakuumpumpe, können angewendet werden, um den Blutfluss zu erhöhen. 
  • In einigen Fällen kann eine chirurgische Behandlung notwendig werden, wenn andere Methoden ausgeschöpft wurden, aber keine Wirkung zeigen. Hier kann ein Implantat einer Prothese oder die Rekonstruktion von Gefäßen zum Penis angewendet werden. 
  • Ebenfalls kann eine Gewichtsreduzierung bei Übergewicht sowie Abstinenz von Alkohol und Zigaretten sinnvoll sein. Diese sind Risikofaktoren, die die Entstehung von Erektionsprobleme begünstigen können.  

Bei vorliegenden Erektionsstörungen hilft es, mit dem Partner oder der Partnerin offen über die Erektionsstörungen zu sprechen: Dies schafft einen offenen Austausch und kann das Druckgefühl bzw. Die Versagensängste mindern, welche von Betroffenen häufig empfunden werden.  

Als Partner oder Partnerin einer an einer erektilen Dysfunktion leidender Person, kann diese Situation ebenfalls belastet sein. Oft denken Partner oder Partnerin, dass sie nicht mehr als sexuell attraktiv oder aufregend empfunden werden, was ein großer Irrtum ist. Eine offene Kommunikation hilft daher beiden Seiten.  

Eine erektile Dysfunktion kann auch mit Hilfe einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) behandelt werden. DiGA sind Apps, die durch Ärzt:innen auf Kosten der Krankenkasse verordnet werden können und mit der du deine Behandlung eigenständig und ergänzend durchführen kannst. Mehr zum Thema DiGA findest du auf unserer DiGA Website.

Ob eine DiGA die beste Behandlungsoption ist, muss aber zunächst in einem ärztlichen Gespräch geklärt werden. Dazu kannst du von einem / einer mit Doktor.de kooperienden Ärzt:innen eine professionelle Beratung bekommen

Wie kann Doktor.de mir bei einer erektilen Dysfunktion helfen?

Bei erektiler Dysfunktion wird eine Behandlung durchgeführt, die sich nach Ursache der Symptome richtet. Wir haben Kooperationsärzt:innen die deine Symptome beurteilen, dich beraten können und dir bei Bedarf Medikamente verschreiben oder dich für eine Weiterbehandlung überweisen können.

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 15.03.2022. Erektil dysfunktion. Doktor.se

Heim, T. 21.06.2020. Sexuelle Dysfunktion bei Männern. Demixed. 

Uniklinik Köln. k. A. Erektile Disfunktion.

 

Letztes Update: 2022-05-27