Das runde Piktogramm mit mintgrünem Hintergrund zeigt das Gesicht einer Person, welches ängstlich schaut. Zudem laufen der Person Tränen über das Gesicht. Zudem ist auf dem Piktogramm ein gebrochenes Herz zu sehen.
Depression

Fast jeder Mensch kann an manchen Tagen unter depressiven Symptomen, wie Traurigkeit, Antriebslosigkeit oder Niedergeschlagenheit leiden. Wenn sich solche Tage allerdings häufen und noch weitere Symptome dazu kommen, sprechen Mediziner:innen von einer Depression. Obwohl den meisten Menschen Depression ein Begriff ist, gibt es noch eine Menge Aufklärungsarbeit, um Vorurteile, wie “nur schwache Menschen bekommen Depressionen” oder “Depression ist eigentlich keine richtige Krankheit” aus dem Weg zu räumen. Depressionen fallen genauso wie die Bipolare Störung unter die affektiven Störungen. Eine affektive Störung ist, ganz einfach gesagt, eine klinisch bedeutsame Veränderung der Stimmung oder der Affektivität. Mithilfe von verschiedenen Behandlungen, wie Therapien, Medikamenten oder DiGA, kann die Erkrankung Depression behandelt werden.  

Symptome einer Depression

Eine Depression hat viele Gesichter und keine Depression ist gleich. Depressionen unterscheiden sich nicht nur in ihren Intensitäten, ihres Verlaufs oder ihrer Dauer, sondern auch in ihren Symptomen. Viele Menschen haben die Ansicht, dass eine Depression bedeutet, dass man für eine längere Zeit traurig, niedergeschlagen und antriebslos ist. Tatsächlich betrifft eine Depression den ganzen Organismus. Es gibt neben den emotionalen Symptomen noch kognitive, körperliche und behaviorale beziehungsweise motorische Symptome. Nicht bei jedem Betroffenen treten alle Symptome auf. Damit eine Depression diagnostiziert werden kann, müssen eine bestimmte Anzahl an Symptomen vorliegen.  

Emotionale Symptome  
  • Traurigkeit  
  • Niedergeschlagenheit  
  • Ängstlichkeit  
  • Schuldgefühle 
  • Reizbarkeit 
  • Innere Leere 
  • Das Gefühl der Gefühlslosigkeit 
Kognitive Symptome  
  • Konzentrations – und Gedächtnissschwierigkeiten 
  • Ewiges Grübeln 
  • Negative Gedanken und Einstellung  
  • Zweifel 
  • Geringeres Selbstwertgefühl 
Körperliche Symptome  
  • Schlafstörungen  
  • Morgentief, dies bedeutet, dass die betroffene Person nicht oder nur sehr schwer aus dem Bett kommt.  
  • Appetitlosigkeit  
  • Weinen 
  • Innere Unruhe 
  • Verminderte Libido 
Behaviorale und motorische Symptome  
  • Vermeidung von Blickkontakt 
  • Verlangsamte Sprache 
  • Suizidhandlung 
Äußerliche Merkmale  
  • Mimik wirkt traurig und starr 
  • Gebeugte, kraftlose Körperhaltung 

Diagnose: Depression

Für die Diagnose Depression, müssten mindestens zwei der Hauptsymptome (depressive Stimmung, Interessen und Freude Verlust oder Antriebslosigkeit) erfüllt sein und je nach Schweregrad auch eine gewisse Anzahl dieser zusätzlichen Symptome. Die Symptome müssen zudem mindestens seit zwei Wochen bestehen, dürfen keine organischen Ursachen haben und auch eine Bipolare Störung muss ausgeschlossen werden. Wenn Betroffene über Jahre hinweg oft depressive Verstimmungen haben, aber nicht die diagnostischen Kriterien einer Depression erfüllen, sprechen Mediziner:innen von einer sogenannten Dysthymien Störung. Es wird auch häufig unter Subgruppen einer Depression unterschieden, wie zum Beispiel die postpartale Depression nach der Entbindung oder die saisonale Depression, besser bekannt unter dem Begriff Winterdepression. 

Ursachen einer Depression

Jeder zehnte Mann und jede fünfte Frau sind in ihrem Leben von einer Depression betroffen. Frauen sind doppelt so häufig von der Erkrankung Depressionen betroffen, da sie im Durchschnitt mehr negative Erlebnisse und Stressfaktoren in ihrem Leben als Männer erfahren. Zudem wird vermutet, dass Frauen reflektierter sind als Männer, das heißt, dass Frauen mehr darüber nachdenken, warum sie gerade bedrückt oder traurig sind, während Männer eher versuchen, sich von negativen Gefühlen abzulenken. Neben dem Geschlecht und kritischer Lebensereignisse, gibt es weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer Depression, wie zum Beispiel ein höheres Alter, der Fakt, dass man geschieden, getrennt oder verwitwet ist und auch der sozioökonomische Status. Ein geringerer sozioökonomischer Status kann mit erhöhten Raten von Depressionen in Verbindung gebracht werden. Auch komorbide Störungen, wie Angststörung oder Persönlichkeitsstörung, können das Risiko an einer Depression zu erkranken, begünstigen. 

Behandlung einer Depression

Leichte Depression 
  • Abwarten und beobachten – sollte der Arzt oder Ärztin eine leichte Depression diagnostizieren, kann er vorschlagen, zunächst abzuwarten. Nach zwei Wochen sollte die betroffene Person den Hausarzt oder Hausärztin erneut aufsuchen, um sich erneut untersuchen zu lassen. 
  • Sport und Bewegung – Es ist erwiesen, dass Bewegung beziehungsweise Sport bei leichten Depressionen helfen können. 
  • Selbsthilfe – Es kann hilfreich sein, über die Gefühle zu sprechen. Hier können sowohl Selbsthilfegruppen als auch Freund:innen oder Verwandte mit einbezogen werden. 
Leichte bis mittlere Depression 
  • Gesprächstherapie oder Verhaltenstherapien – Es gibt verschiedene Arten von Gesprächstherapien oder Verhaltenstherapien gegen Depressionen, einschließlich kognitiver Verhaltenstherapie und Beratung. Psychotherapeut:innen können Betroffenen einer Depression helfen.  
Mittlere bis schwere Depression 
  • Antidepressiva – Antidepressiva sind Medikamente, die die Symptome einer Depression behandeln. Sie müssen von einem Arzt oder Ärztin verschrieben werden. 
  • Kombinierte Therapie – Es kann auch eine Kombination aus Antidepressiva und Gesprächstherapie oder Verhaltenstherapie verschrieben werden, insbesondere wenn die Depression sehr schwer ist. Eine kombinierte Therapie wirkt in der Regel besser als nur eine der beiden Behandlungen. 
Das Bild zeigt eine junge blonde Frau, die mit ihrer Therapeutin spricht. Dabei ist ihr Blick gesenkt.
Vielen Betroffenen einer Depression können Gesprächs- oder Verhaltenstherapien helfen. Jedoch warten viele Erkrankte mehrere Monate auf einen Platz bei einem Psychotherapeuten oder Psychotherapeutin. | © izusek

Es ist sehr wichtig, sich bei den ersten Anzeichen einer Depression professionelle Hilfe zu suchen. Eine Depression ist eine episodisch verlaufende Störung und es wird circa bei 2/3 der Betroffenen nicht nur bei einer Episode bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, eine weitere Depression zu bekommen, steigt mit jeder depressiven Episode. Während das Risiko der ersten Depression bei 60 Prozent liegt, dass man eine weitere Depression entwickelt, steigt das Risiko auf 90 Prozent, wenn man bereits drei depressive Episoden hatte. Es ist dementsprechend wichtig, sich während der ersten Episode Hilfe zu suchen, um das Risiko für eine weitere Depression zu senken.  

Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Krankheit und nicht ein bloßes Stimmungstief. Kommentare zu Betroffenen wie “Kopf hoch!” oder “Hey, das wird schon!” oder “Lach doch mal!” sind nicht hilfreich und können den Zustand sogar verschlimmern.  

Hilfe bei einer Depression mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) 

Da es ist Deutschland in der Regel mehrere Wochen bis Monate dauern kann, einen Therapieplatz zu erhalten, können Ärzt:innen dir eine DiGA gegen Depressionen während der Wartezeit verschreiben. DiGA sind Apps, die durch Ärzt:innen auf Kosten der Krankenkasse verordnet werden können und mit der du deine Behandlung gegen eine leichte depressive Episode eigenständig durchführen kannst. Mehr zum Thema DiGA findest du auf unserer DiGA-Seite. 
Ob eine DiGA die beste Behandlungsoption ist, muss aber zunächst in einem ärztlichen Gespräch geklärt werden. Dazu kannst du von unseren Kooperationsärzt:innen bei Doktor.de eine professionelle Beratung bekommen. 

Vorbeugung einer Depression 

An einer Depression zu erkranken, kann nicht immer verhindert werden, dementsprechend kann man die Erkrankung auch nicht vorbeugen. Jedoch gibt es einige Verhaltensweisen, die helfen können, das Risiko einer Depression zu minimieren.  

  • Finde Wege, um mit Stress umzugehen und dein Selbstwertgefühl zu verbessern.  
  • Achte auf dich selbst, schlafe ausreichend, esse gesund und mache regelmäßig Sport. 
  • Wende dich mit Problemen an Familie, Freund:innen oder deinen Partner oder deine Partnerin. Du kannst auch bei zum Beispiel der Telefonseelsorge anrufen und dort mit einem Menschen reden.  
  • Hole dir sofort ärztliche Hilfe, falls du denkst, depressiv zu sein. 

Falls eine Depression bereits vorliegt, gibt es einiges was Betroffene tun können, um eine Verschlimmerung der Erkrankung zu verhindern: 

  • Betroffene sollten sich an den Behandlungsplan ihres Psychotherapeuten halten.  
  • Betroffene sollten Therapiesitzung nicht ausfallen lassen. 
  • Betroffene sollten Alkohol und Drogen vermeiden, da diese die Depressionen verschlimmern können.  
  • Meditation und Yoga können helfen, Stress zu reduzieren.  
  • Freund:innen, Familie und Partner:innen können eine wichtige Stütze während einer depressiven Episode sein. Betroffenen sollten diesen mitteilen, dass sie unter einer Depression leiden.  

Wie kann Doktor.de bei einer Depression helfen?

Wenn du dich in den Symptomen einer Depression wiedererkennst, solltest du dir frühzeitig professionelle Hilfe holen. Die meisten Menschen, die unter einer Depression leiden, suchen zu spät eine Behandlung auf. Frühzeitige Hilfe bietet die Möglichkeit einer schnelleren Genesung und reduziert das Risiko langfristiger Symptome. Unsere erfahrenen Kooperationsärzt:innen helfen dir bei der Beurteilung der Symptome, beraten und behandeln dich, wobei auch Gesundheits-Apps auf Rezept verordnet werden können (sogenannte DiGA). 

Notfallkontakt: Solltest du keinen Ausweg mehr sehen, dann kannst du dich an verschiedene Stellen wenden. Neben den Hilfsangeboten von Einrichtungen in deiner Nähe, kannst du Hilfe auch anonym und kostenlos per Telefon oder online erhalten.  

Allgemeine Kontaktadressen 

Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummern 

  • Tel. 0800-111 0 111 (Evang.) 
  • Tel. 0800-111 0 222 (Kath.) 
  • Tel. 116 123 

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche  

  • Tel. 116 111 

Nummer gegen Kummer für Erwachsene 

  • Tel. 0800-111 0 550 

Nationale Kontakt – und Informationsstelle (NAKOS) zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen 

  • Tel. 030-31 01 89 60 

Quelleninformationen: 

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 20.05.2020. Depressionen. Gesundheitsinformationen.de.

Patienteninformationen.de. 10.2016. Depressionen – mehr als nur traurig.

Öffentliches Gesundheitsportal Österreich.  25.06.2019. Depressionen: Formen und Verläufe. 

Letztes Update: 2022-06-30