Das runde Piktogramm mit mintgrünem Hintergrund zeigt das Gesicht einer Person, welches ängstlich schaut. Zudem laufen der Person Tränen über das Gesicht. Zudem ist auf dem Piktogramm ein gebrochenes Herz zu sehen.
Schlafstörung

Die Gedanken kreisen im Kopf, Alpträume verhindern einen erholsamen Schlaf und man dreht sich im Bett umher: Etwa sechs Prozent der Deutschen leiden unter Schlafstörungen. Gelegentliche Schlafstörungen zu haben, ist völlig normal. Wenn du jedoch über einen längeren Zeitraum in der Nacht zu wenig schläfst und der Schlafmangel beginnt, dein tägliches Leben zu beeinträchtigen, ist es an der Zeit, sich ärztliche Hilfe zu suchen.

Symptome von Schlafstörungen 

Frau, die unter Schlafstörungen leidet
Schlaflosigkeit kann sich in verschiedenen Formen zeigen, eines eint sie jedoch: Sie können für Betroffene zur Belastung werden. | © KatarzynaBialasiewicz

Schlafstörungen können ein Hinweis auf ein verändertes Schlafverhalten sein. Es gibt verschiedene Arten von Schlafstörungen: 

  • Schlaflosigkeit (auch Insomnie genannt), das heißt Einschlaf- und/oder Durchschlafstörungen 
  • Schlafapnoe, wenn es beim Schlafen zu Atempausen kommt. 
  • Unruhige Beine, ein Gefühl von Ameisenkrabbeln in den Beinen, welches das Einschlafen erschweren 
  • Narkolepsie, eine Krankheit, die tagsüber Schlafattacken verursacht, die nicht aufgehalten werden können. 

Schlaf ist wichtig, damit sich Körper und Gehirn erholen können. Wenn wir schlafen, werden wichtige Hormone ausgeschüttet, darunter Wachstumshormone, was bedeutet, dass ein guter Schlaf wichtig ist, damit Kinder wachsen können. Erwachsene schlafen normalerweise zwischen sechs und neun Stunden pro Nacht, aber das ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Während der Pubertät wird mehr Schlaf benötigt, und mit zunehmendem Alter brauchen wir weniger Schlaf. 

Ursachen von Schlafstörungen

Um Schlafstörungen richtig zu behandeln, ist es wichtig herauszufinden, was die Ursachen für die Schlafprobleme sind. Schlafstörungen können verschiedene Ursachen haben: 

  • Stress und Angst können den Schlaf stören. Stress führt dazu, dass sich das Nervensystem an das höhere Aktivitätslevel gewöhnt, was es erschwert, sich zu entspannen und einzuschlafen. Dein Schlaf kann flach werden, du kannst früher aufwachen und Schwierigkeiten haben, wieder einzuschlafen. 
  • Eine störende Umgebung. Kinder oder Haustiere können dich mitten in der Nacht wecken, dein Partner oder Partnerin kann laut schnarchen oder der Nachbarn lärmt. Verkehrslärm, verursacht durch Autos, Züge oder Flugzeuge, kann den Schlaf ebenfalls massiv stören.  
  • Schnarchen kann den Schlaf sowohl der schnarchenden Person als auch der Person, die daneben schläft, beeinträchtigen. 
  • Alkohol kann das Einschlafen erleichtern, macht aber gleichzeitig den Schlaf flacher und unruhiger. Alkohol führt dazu, dass du früher als gewöhnlich aufwachst und Probleme mit dem Schnarchen verschlimmern. 
  • Nikotin und Koffein können das Einschlafen erschweren. Raucher und Raucherin wachen nachts häufiger auf. 
  • Krankheiten und andere gesundheitliche Probleme können den Schlaf beeinträchtigen, zum Beispiel bei Gelenkschmerzen, Wadenkrämpfen oder Atembeschwerden, sei es aufgrund einer chronischen Erkrankung oder einer Erkältung. Männer mit einer vergrößerten Prostata müssen in der Regel nachts mehrmals aufstehen, um auf die Toilette zu gehen. 
  • Bei vielen psychischen Erkrankungen sind Schlafstörungen typische Begleitsymptome, wie bei Depressionen 
  • Auch neurologische Erkrankungen wie Epilepsie, Multiple Sklerose oder Parkinson können zu Einschlaf- und Durchschlafstörungen führen.  
  • Manche Medikamente, die die Ausschüttung bestimmter Hormone beeinflussen, können sich negativ auf den Schlaf auswirken. Hierzu zählen Appetitzügler, antriebssteigernde Antidepressiva und Blutdruckmedikamente.  
  • Störungen des zirkadianen Rhythmus wie Jetlag oder Schichtarbeit können den Schlaf stören. 
  • Andere Ursachen. Manchmal ist es schwierig, herauszufinden, worauf die Schlafprobleme zurückzuführen sind. Hier unterstützen dich unsere Ärzte und Ärztinnen von Doktor.de, die Ursache herauszufinden.  

Behandlung von Schlafstörungen 

Die Behandlung von Schlafstörungen richtet sich gezielt nach der Ursache, daher ist es bei der Anamnese durch den behandelnden Arzt oder Ärztin wichtig herauszufinden, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Schlafstörung handelt.  

Bei primären Schlafstörungen, die keine erkennbare Ursache haben, raten Ärzt:innen zu einer Verbesserung der Schlafhygiene, einer Verhaltens- oder Schlaftherapie sowie gelegentlich zur Einnahme von Schlafmitteln.  

Die Ursachen bei sekundären Schlafstörungen sind auf körperliche, psychische oder psychiatrische Erkrankungen zurückzuführen. In diesen Fällen ist es wichtig, dass die eigentliche Ursache behandelt wird. In der Regel kommt es dann auch zu einer Verbesserung des Schlafes.  

Was kann ich selbst gegen Schlafstörungen tun? 

Bevor du zu einer Behandlung mit Schlafmitteln greifst, solltest du deine Gewohnheiten überdenken und anpassen. Bereits mit wenigen Handlungen kann der Schlaf verbessert werden:  

  • Regelmäßige körperliche Bewegung 
  • feste Zeiten für Essen und Schlafen, doch Achtung: Nicht zu nah an den Schlafenszeiten essen 
  • reduzierter Stress 
  • Gewichtsreduktion, vor allem, wenn Sie schnarchen 
  • Licht am Abend vermeiden, um den zirkadianen Rhythmus nicht zu stören. Das Licht eines Computers und einem Mobiltelefon kann den Schlaf stören. Lege daher dein Smartphone vor dem Schlafengehen zur Seite.  
  • Schlafe tagsüber nicht länger als 30 Minuten, auch wenn du müde bist. Wenn du länger schläfst, kann dies den zirkadianen Rhythmus stören und den Nachtschlaf beeinträchtigen 
  • Vermeide Nikotin, Alkohol und Koffein, da dies den Schlaf beeinträchtigen kann. 
  • Mache Entspannungsübungen oder Achtsamkeitstrainings (bewusste Präsenz)  
  • Entspanne dich ein bis zwei vor dem Schlafen gehen. So bringt dein Körper sich bereits in einen ruhigeren Modus und das Schlafen fällt leichter.  
  • Das Schlafzimmer sollte ein Ort zum Schlafen und Entspannen sein.  Arbeite nicht im Bett, halte das Zimmer kühl (die optimale Temperatur zum Schlafen beträgt zwischen 16 °C und 18 °C), ruhig und dunkel. 
  • Wenn du im Bett schlaflos bist, versuche aufzustehen und eine Weile etwas Ruhiges und Entspannendes zu tun, bis du dich wieder müde fühlst, damit das Gehirn das Bett nicht mit Stress und Schlaflosigkeit in Verbindung bringt.  
Lindern Schlafmittel Schlafstörungen nachhaltig?  

Auf dem Markt gibt es sowohl frei verkäufliche als rezeptpflichtige Medikamente, die gegen Schlafstörungen eingenommen werden können. Wichtig ist, dass du ausschließlich in Absprache mit deinem Arzt oder Ärztin diese Medikamente einnimmst, denn sie können bei längerfristigen Einnahmen zu Abhängigkeiten führen.
Ebenfalls greifen Betroffene von Schlafstörungen nicht selten zu Antihistaminika, Medikamente gegen Allergien, da diese die Müdigkeit fördern. Jedoch sollten diese Medikamente ebenfalls nur für einen kurzen Zeitraum in Absprache mit dem Arzt oder Ärztin eingenommen werden.
Kurzfristig den Schlaf verbessern können pflanzliche Medikamente wie Baldrian oder Hopfen. 
Unsere Ärzt:innen besprechen mit dir mögliche Optionen und berücksichtigen auch andere Medikamente, die du regelmäßig einnimmst.  

Behandlung von Schlafstörungen in einem Schlaflabor  

Leidest du unter Schlafstörungen und der Arzt oder die Ärztin hat bereits psychische und organische Ursachen ausgeschlossen, kann eine Untersuchung in einem Schlaflabor als weiteres Diagnoseverfahren hinzugezogen werden. Vor allem bei den Erkrankungen Narkolepsie und Schlafapnoe ist die Untersuchung in einem Schlaflabor sinnvoll. Dort werden unter anderem Atmung, Augenbewegungen, Muskelentspannung und Sauerstoffsättigung des Bluts untersucht.  

Hilfe bei Schlafstörungen mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) 

Eine Schlafstörung kann auch mit Hilfe einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) behandelt werden. DiGA sind Apps, die durch Ärzt:innen auf Kosten der Krankenkasse verordnet werden können und mit der du deine Behandlung eigenständig und ergänzend durchführen kannst. Mehr zum Thema DiGA findest du auf unserer DiGA Website.
Ob eine DiGA die beste Behandlungsoption ist, muss aber zunächst in einem ärztlichen Gespräch geklärt werden. Dazu kannst du von unseren Ärzt:innen bei Doktor.de eine professionelle Beratung bekommen. 

Wie kann Doktor.de mir bei Schlafstörungen helfen?

Wir haben erfahrene Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal, die dir helfen, deine Symptome und Schlafgewohnheiten einzuschätzen, dich zu beraten und zu behandeln. In einigen Fällen sind Untersuchungen erforderlich, die nicht digital durchgeführt werden können. Dann verweisen unsere Ärzt:innen dich an die entsprechend notwendigen Einrichtungen wie z.B. Schlaflabore. Es gibt auch verschiedene Arten von Schlafmitteln, die den Schlaf verbessern können. Manche lassen dich schneller einschlafen, andere lassen dich nachts besser durchschlafen.  

Quelleninformationen: 

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Prof. Dr. Pollmächer, T. o.J.  Ursachen von Schlafstörungen. Neurologen und Psychiater im Netz.

Heim, T. 30.04.2021. Insomnie. Deximed. 

Bujard, M. 10.12.2021. Gute Tipps für einen besseren Schlaf. Deximed. 

Letztes Update: 2022-11-03