Bihåleinflammation
Heiserkeit

Heiserkeit, besonders vorübergehende im Winter bei Erkältungen, bedeutet meist nichts Schwerwiegendes. Es gibt aber viele andere Ursachen und die können zum Teil alles andere als harmlos sein. 

Symptome von Heiserkeit 

Heiserkeit ist keine Krankheit, sondern selbst ein Symptom. Dieses kann bei jeder Störung des Stimmapparates auftreten, welcher aus dem Kehlkopf und den in ihm liegenden Stimmlippen besteht. Töne entstehen, wenn diese angespannt werden und schwingen. Man kann plötzlich die Stimme verlieren, aber auch langsam eine kratzende, raue oder piepsende Stimme entwickeln. 

Ursachen von Heiserkeit

Das Bild zeigt eine Frau in einem gelben Pullover, die sich an den Hals fässt.
Heiserkeit kann verschiedene Gründe haben: In der Regel ist Heiserkeit aber harmlos. | © bymuratdeniz
  • Überbeanspruchung ist eine wesentliche Ursache, wenn man beruflich viel redet oder singt. Aber auch Schreien oder langes sehr lautes Sprechen können Stimmbänder anschwellen lassen mit der Folge von Heiserkeit. 
  • Trockene Raumluft kann Heiserkeit fördern. 
  • Rauchen verursacht Heiserkeit aus mehreren Gründen: Förderung chronischer Entzündungen und Schädigung von Nerven und Gefäßen. 
  • Trinken größerer Mengen von Alkohol und Einatmen von Schadstoffen können ursächlich sein. 
  • Heiserkeit kann bei einfachen Erkältungen ebenso auftreten wie bei schwerwiegenden Viruserkrankungen der Atemwege mit Kehlkopfentzündungen.  
  • Meist harmlose Knötchen im Stimmlippenbereich können ebenso Ursache von Heiserkeit sein wie Kehlkopfkrebs. 
  • Erkrankungen des Verdauungsapparates können Heiserkeit hervorrufen und unterhalten, so zum Beispiel, wenn es zu saurem Aufstoßen und Rückfluss aus dem Magen kommt.  
  • Stimmbandlähmungen, beispielsweise nach Operationen, Verletzungen oder anderen Erkrankungen, verursachen Heiserkeit. 
  • Heiserkeit kann bei vielen Erkrankungen des Nervensystems ebenso auftreten wie bei rheumatischen Erkrankungen, Gefäßerkrankungen und Allergien. 
  • Manche Medikamente (Blutdrucktabletten, Asthmamedikamente) können Heiserkeit auslösen. 
  • So wie das schlechtere Sehen und Hören kann auch eine Stimmveränderung mit Heiserkeit im höheren Lebensalter auftreten. 
  • Hormonelle Veränderungen in Schwangerschaft und Wechseljahren, aber auch der Stimmbruch in der Pubertät können für Heiserkeit verantwortlich sein. 
  • Nicht zuletzt spielt die Psyche für die Stimme eine wesentliche Rolle, die Stimme versagt bei Trauer, Entsetzen und Angst; bei psychischen Erkrankungen wird sie ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. 

Behandlung von Heiserkeit

Eine Therapie setzt eine Diagnose voraus. Eine Behandlung von Heiserkeit richtet sich nach den Ursachen. Somit erhebt sich als erstes die Frage: Ab wann muss man zum Arzt gehen? Dazu gibt es keine klaren Richtlinien, zu verschieden sind die Ursachen und Auslöser von Heiserkeit. Man kann aber sagen, dass sofortiges Aufsuchen von Ärzten angezeigt ist, wenn Heiserkeit mit Schluckbeschwerden, hohem Fieber und vor allem Atemnot auftritt. Hier kann eine Schwellung im Kehlkopf vorliegen, die rasch lebensbedrohlich werden kann. 

Sonst ist zunächst die Anwendung allgemeiner Maßnahmen und Hausmittel gerechtfertigt. Ein Arztbesuch muss dann sein, wenn die Heiserkeit über drei Wochen anhält. Dies gilt besonders für Raucher, da Heiserkeit ein Symptom bei Kehlkopfkrebs ist und nur frühe Diagnose zu einer erfolgversprechenden Therapie führen kann. Hier ist zunächst eine Laryngoskopie (Kehlkopfspiegelung) wichtig, ärztlicherseits können aufgrund der sehr unterschiedlichen Ursachen aber Untersuchungen in verschiedenen Fachgebieten außer der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde nötig werden, wie von Seiten der Inneren Medizin, Allergologie und Gastroenterologie. 

Allgemeine Maßnahmen und Hausmittel Heiserkeit
  • Nicht rauchen!
  • Raumluft befeuchten.
  • Rachenraum befeuchten: Inhalationen mit Wasserdampf und Salz sowie gängige Hausmittel wie Lutschpastillen auf Pflanzenbasis, zum Beispiel mit Salbei. Kamille und Pfefferminz sowie mentholhaltige Pastillen sind eher austrocknend und daher nicht zu empfehlen.
  • Durch die Nase atmen! Mundatmung trocknet aus.
  • Austrocknende Medikamente wie beispielsweise abschwellende Nasentropfen vermeiden.
  • Viel trinken und Alkohol meiden, auch säurehaltige Säfte wie Fruchtsäfte besser verdünnen (Schorle).
  • Wenig sprechen; Räuspern, aber auch Flüstern vermeiden.
  • Scharfe sowie sehr heiße oder kalte Speisen meiden. 

Medizinische Maßnahmen

Je nach diagnostizierter Ursache können notwendig werden: 

  • Rauchentwöhnung
  • Stimmtherapie, Logopädie
  • Laserbehandlungen
  • Chirurgische Eingriffe an Stimmbändern und Kehlkopf
  • Spezifische Medikamente, Chemotherapie und Strahlentherapie

Vorbeugung von Heiserkeit

Aus ärztlicher Sicht ist die wichtigste Maßnahme, dass man nicht (mehr) raucht. Raucher bemerken die oft langsam zunehmende Heiserkeit nicht oder nehmen sie nicht ernst, weil sie sie bei Rauchen für normal halten. Sie kann aber schon eine chronische Kehlkopfentzündung bedeuten, und diese ist eine Vorstufe zum Kehlkopfkrebs. 

Bei Nichtrauchern richtet sich die Vorsorge nach der Stimmbeanspruchung. Vielsprecher sollten bewusste Stimmpflege betreiben und auch fachliche Beratung in Anspruch nehmen. Für alle anderen gilt: Eine gesunde Stimme ist der normalen Beanspruchung gewachsen. Ein Leben mit ausgewogener Ernährung, ohne Rauchen, mit ausreichendem Trinken, viel Bewegung und dem Erlernen von Mechanismen zur Stressbewältigung ist für deine Stimme die beste Vorbeugung. 

Wie kann Doktor.de mich bei Heiserkeit unterstützen?

Heiserkeit kann harmlos und kurzfristig auftreten, aber auch ein Zeichen für ernstzunehmende Erkrankung sein. Wenn Heiserkeit hochakut mit Atemnot auftritt, sofort ärztliche Hilfe suchen! Ein Arztbesuch ist auch nötig, wenn Heiserkeit länger als drei Wochen besteht. Bis dahin können Hausmittel Heiserkeit angewendet werden. Wenn du unter Heiserkeit leidest und in der Beurteilung unsicher bist, kannst du dich bei doktor.de beraten lassen. Im Anschluss an diese Beratung kannst du dich zur Untersuchung und Behandlung an die Ärzt:innen deines Vertrauens wenden. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien.

Letztes Update: 2022-11-04