Bihåleinflammation
Tinnitus (Ohrengeräusche)

Als Tinnitus wird in der Medizin ein Symptom in Form von Ohrgeräusch(en) bezeichnet, das nur die betroffene Person hören kann. Der Ton wird von verschiedenen Betroffenen unterschiedlich wahrgenommen und kann beispielsweise piepsend, zischend oder summend klingen. Tinnitus ist ein weit verbreitetes Symptom und betrifft zwischen 10 % und 15 % der Bevölkerung. Er kann in jedem Alter auftreten, tritt aber häufiger bei älteren Menschen auf. Er verschwindet oft von selbst, es gibt gelegentlich aber auch chronische Verläufe. Tinnitus kann zu Schlafstörungen und verminderter Konzentrationsfähigkeit führen oder Auswirkungen auf den emotionalen Zustand und die Stimmung haben. 

Symptome eines Tinnitus

Der Begriff Tinnitus stammt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie “Klingeln”. Jedoch kann ein Tinnitus von Betroffenen auch als ein Rauschen, Fiepen, Piepsen, Summen oder Klopfen wahrgenommen werden. Patient:innen, die unter einem Tinnitus leiden, hören dieses Ohrgeräusche ganz unterschiedlich. Das Geräusch kann sowohl nur in einem Ohr als auch in beiden Ohren hörbar sein.

Die Intensität des Tinnitus kann schwanken: An einigen Tagen kann der Tinnitus lauter und an anderen Tagen auch leiser sein. Die meisten Betroffenen können trotz Tinnitus normal hören. Nur in seltenen Fällen geht ein Tinnitus mit einem kompletten Hörverlust einher. 25 % aller Menschen haben mindestens einmal in ihrem Leben ein Ohrgeräusch. 

Ursache von Tinnitus

Im Normalfall wird Schall, der im Ohr registriert wird, über den Hörnerv als elektrischer Impuls an das Gehirn weitergeleitet. 

Die Abbildung zeigt das Ohr einer Frau, welches sie sich mit ihrer Hand hält.
Betroffene eines Tinnitus nehmen diesen unterschiedlich wahr: Er kann sich als Rauschen, Fiepen, Piepsen, Summen oder Klopfen bemerkbar machen. | © Animaflora

Die Ursachen für Tinnitus können sehr unterschiedlich sein und kann im Bereich des äußeren Ohrs, des Mittelohrs, des Innenohrs (der Cochlea), des Hörnervs oder des zentralen auditorischen Systems liegen.

Die häufigsten Ursachen für Tinnitus sind schädliche, laute Geräusche über eine längere oder auch kürzere Zeit. Dies können Explosionen oder Schüsse sein. Aber auch Menschen, die in einer lauten Umgebung arbeiten und ihre Ohren nicht ausreichend vor dem Lärm schützen oder lange Zeit hohen Schallpegeln ausgesetzt sind, können an einem Tinnitus erkranken. Dies führt dazu, dass die Sinneszellen im Innenohr beschädigt werden.

Tinnitus kann aber auch auftreten bei 

1. Beeinträchtigung des auditorischen Systems:

  • Erkrankungen des Ohres (zum Beispiel Ohrenentzündungen) Verstopfungen des Gehörgangs  
  • Einem geplatzten Trommelfell 
  • Otosklerose, eine Knochenerkrankung im Mittel- und Innenohr, die zu Hörverlust führen kann 
  • Menière-Krankheit, einer Erkrankung des Innenohrs, die sich durch Tinnitus, Schwindel und Hörverlust äußern kann.  
  • Tumoren (z.B. Akustikusneurinom, Hirntumore) 

2. Systemische Erkrankungen: 

  • Neurologische Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose) 
  • Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck  
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen 
  • HWS-Syndrom 
  • (chronische)Muskelverspannungen in Schultern, Nacken und Kiefergelenken 
  • Als seltene Nebenwirkung von Arzneimitteln  
  • Blutarmut (Anämie) 

3. Psychische Erkrankungen und/oder Belastungssituationen  

  • Depression 
  • Akustische Halluzinationen bei Schizophrenie 

Was kann ich selbst gegen einen Tinnitus tun?

Ein Tinnitus verschwindet oft von selbst. Tritt der Tinnitus akut auf, etwa in Reaktion auf ein lautes Geräusch (z.B. im Kontext eines Knalls), sollte man anschließend für mehrere Stunden absolute Ruhe einhalten

Um das Auftreten eines Tinnitus oder die Entstehung einen chronischen Tinnitus zu verhindern, solltest man sich vor lauten Geräuschen und Lärm schützen (durch den Gebrauch von Gehörschütz, z.B. durch Kopfhörer, oder Ohrstöpseln). Insbesondere Musiker:innen oder Konzertbesucher:innen sollten präventiv einen Gehörschutz tragen.

Bei einem bereits bestehenden Tinnitus können folgende Dinge probiert werden, um eine Symptomlinderung zu erreichen:

  1. Stressvermeidung 
  2. aktive Entspannungsübungen und regelmäßige Erholung 
  3. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und ausgewogenem Essen  
  4. Reduzierung von lauten Geräuschen 
  5. Lärmschutz  

Zu den Therapiemethoden können zum Beispiel gehören:  

  • Psychotherapie (insbesondere Verhaltenstherapie) 
  • Tinnitus-Umschulungstherapie  
  • Infusionstherapien oder Behandlung mit hyperbarem Sauerstoff  
  • Verschreibung einer DiGA zur Behandlung von Tinnitus  

Bevor mit der Behandlung von Ohrgeräuschen begonnen wird, sollte mit Hilfe eines Hörtestes das Hörvermögen getestet werden. Weiterhin sollte ausgeschlossen werden, dann dem Tinnitus eine behandlungsbedürftige Krankheit zugrunde liegt.  

Ein Tinnitus kann auch mit Hilfe einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) behandelt werden. DiGA sind Apps, die durch Ärzt:innen auf Kosten der Krankenkasse verordnet werden können und mit der du deine Behandlung eigenständig durchführen kannst. Mehr zum Thema DiGA findest du auf unserer DiGA Website.
Ob eine DiGA die beste Behandlungsoption ist, muss aber zunächst in einem ärztlichen Gespräch geklärt werden. Dazu können kannst du von unseren Kooperationsärzt:innen bei Doktor.de eine professionelle Beratung bekommen

Wie kann Doktor.de mir bei einem Tinnitus helfen?

Bei der Behandlung von Tinnitus geht es insbesondere darum, das störende Geräuscherlebnis zu reduzieren und Strategien für die Probleme zu entwickeln, die den Tinnitus verursacht. Bei Doktor.de arbeiten langjährig erfahrene Kooperationsärzt:innen, die bei der Beurteilung der Symptome helfen und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen können.

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 03.11.2021. Tinnitus. Doktor.se 

Plank, M. 24.04.2022. Tinnitus (Ohrensausen). Deximed.de

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 13.03.2019.Ohrengeräusche (Tinnitus). Gesundheitsinformation.de.

 

Letztes Update: 2022-08-11