Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Oberkörpers. Hervorgehoben sind die Organe Pankreas, Leber und Galle.
Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Viruserkrankung der Leber, die durch Kontakt- oder Schmierinfektionen sowie kontaminiertes Wasser und Lebensmittel übertragen wird. In Deutschland diagnostizierte Fälle sind oft beim Aufenthalt in Risikogebieten erworbene sogenannte Reiseinfektionen. Im Gegensatz zur Hepatitis B und C, die chronisch werden können, heilt die Hepatitis A in der Regel ohne Komplikationen von selbst aus. Eine spezifische Therapie steht nicht zur Verfügung, bei normalen Verläufen reichen Bettruhe und Schonkost aus. Eine Hepatitis-A-Impfung bietet sicheren Schutz vor der Erkrankung. 

 

Symptome von Hepatitis A

Eine Infektion mit Hepatitis A kann ohne oder mit sehr milden, unspezifischen Symptomen verlaufen – das ist vor allem bei Kindern häufig der Fall; die Erkrankung wird dann in der Regel nicht erkannt. 

Symptomatische Erkrankungen beginnen nach einer längeren Inkubationszeit von zwei bis sechs Wochen mit unspezifischen Symptomen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sowie leichtem Fieber und allgemeiner Abgeschlagenheit. In etwa drei Viertel der Fälle verursacht die entstehende Leberentzündung im Folgenden eine

Gelbfärbung der Augen ist ein Symptom von Hepatitis A. © MediaProduction

Gelbsucht; dabei färben sich Augenweiß, Haut und Schleimhäute gelb, der Urin kann bräunlich und der Stuhl ungewöhnlich hell sein. Auch Juckreiz und ein roter Hautausschlag können in diesem Zusammenhang auftreten. Ursache der Gelbsucht sind erhöhte Blutspiegel des beim Zerfall roter Blutkörperchen entstehenden Farbstoffs Bilirubin, der aufgrund der herabgesetzten Funktion der Leber zeitweilig nicht abgebaut werden kann. Zudem ist eine Vergrößerung der Leber und in manchen Fällen auch der Milz tastbar. 

Die Krankheit kann einige Tage bis mehrere Wochen andauern. Selten gibt es auch langwierige Verläufe, die erst nach Monaten ausheilen. Nach einer durchgemachten Infektion besteht lebenslange Immunität gegen Hepatitis A. 

Mögliche Komplikationen  

Bei älteren Patienten und insbesondere bei Personen mit Vorerkrankungen der Leber wie etwa chronischer Hepatitis B und C kann es selten zu schweren oder sogar tödlichen Verläufen mit Leberversagen und einem Zerfall von Stammzellen im Knochenmarkt kommen. Etwa einer von 50.000 Patienten verstirbt an der Erkrankung. 

Ursachen von Hepatitis A

Die Ursache von Hepatitis A ist eine Infektion mit dem Hepatitis-A-Virus. Erkrankte Personen scheiden Viren über den Darm aus. Der Erreger ist in der Umwelt sehr stabil und recht widerstandfähig gegenüber Hitze und Desinfektionsmitteln. 

Die Infektion erfolgt durch orale Aufnahme des Virus. Typische Infektionswege sind Kontakt- oder Schmierinfektionen unter Kindern, in Betreuungseinrichtungen und im gemeinsamen Haushalt. In Ländern mit weniger strengen Hygienestandards können sich Reisende durch mit Fäkalien kontaminiertes Trink- oder Badewasser und durch den Verzehr von mit Fäkalien gedüngtem Obst und Gemüse sowie von Muscheln und Austern infizieren. Besonders riskant sind Sexualpraktiken, bei denen es direkt oder indirekt zu oral-analen Kontakten kommt. 

Die Ansteckung über Blutprodukte und gemeinsam genutzte Injektionsspritzen spielt keine große Rolle, ist aber ebenfalls möglich. Blutkonserven werden in Deutschland zwar auf Hepatitis A getestet, in den ersten Wochen nach einer Infektion kann das Virus im Blut jedoch nicht zuverlässig nachgewiesen werden.

Impfung gegen Hepatitis A

In Deutschland und anderen Ländern mit guten sanitären Bedingungen und strengen Trinkwasserkontrollen tritt Hepatitis A heute nur noch selten auf. Entsprechend erwerben die meisten Menschen in der Kindheit keine Immunität gegen den Erreger und sind bei Reisen in Hepatitis-A-Risikogebiete infektionsgefährdet. 

Es steht eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung zur Verfügung (auch als Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B oder Hepatitis A und Typhus), die vor Reisen in Gebiete, in denen Hepatitis A häufig ist, empfohlen wird. Risikogebiete sind Afrika, Mittel- und Südamerika, Südostasien, der vordere Orient und Russland, aber auch der Mittelmeerraum. 

Darüber hinaus ist die Impfung sinnvoll für 

  • Personen mit einem hohen beruflichen Infektionsrisiko – darunter fallen Personal in Gesundheitseinrichtungen, Laboratorien und Betreuungseinrichtungen sowie Kanalisations- und Klärwerksarbeiter 
  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen 
  • Personen mit Bluterkrankheit (Hämophilie), die regelmäßig Blutplasmaprodukte erhalten 
  • Personen mit lebensstilbedingt erhöhtem Infektionsrisiko 

Vorbeugen von Hepatitis A

An Hepatitis A Erkrankte scheiden ein bis zwei Wochen vor bis einige Tage nach dem Beginn der Gelbsucht Viren aus, Kinder können auch länger ansteckend bleiben. Um einer Verbreitung der Infektion vorzubeugen, dürfen Erkrankte sich in diesem Zeitraum nicht in Gemeinschaftseinrichtungen aufhalten und keinen Umgang mit Lebensmitteln haben, die für andere Menschen bestimmt sind. 

Wenn du selbst noch nicht an Hepatitis A erkrankt warst und zu Hause ein erkranktes Familienmitglied pflegst, solltest du Handschuhe tragen, wenn du mit Ausscheidungen des Patienten in Kontakt kommen könntest, generell auf eine sorgfältige Handhygiene achten und kontaminierte Oberflächen und Gegenstände mit einem gegen Viren wirksamen Desinfektionsmittel reinigen. 

Die beste Vorbeugung gegen eine Infektion ist die Schutzimpfung. Da die Inkubationszeit von Hepatitis A relativ lang ist, kann auch eine kurzfristige Impfung (zum Beispiel bei Erkrankung von Kontaktpersonen) noch sinnvoll sein. 

Hepatitis A ist meldepflichtig; der behandelnde Arzt, die Ärztin oder das Labor, das die Diagnose gestellt hat, ist gesetzlich verpflichtet, Fälle namentlich an das zuständige Gesundheitsamt zu übermitteln. 

Wie kann Doktor.de bei Hepatitis A helfen?

Wenn du an Hepatitis A erkrankt bist (oder den Verdacht hast, erkrankt zu sein), kannst du dich gern an die mit Doktor.de kooperierenden Ärzt:innen wenden: Sie werden deine Symptome beurteilen und dich beraten, was zu tun ist. Auch wenn dein Kind erkrankt ist, kannst du dich zum Beispiel zur Ansteckungsprophylaxe beraten lassen. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V. k.A. Hepatitis A.

Robert Koch Institut. 08.02.2019. Hepatitis A. RKI Ratgeber. 

Robert Koch Institut. 23.02.2017. Blutsicherheit. RKI FAQ. 

Letztes Update: 2022-07-13