Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Oberkörpers. Hervorgehoben sind die Organe Pankreas, Leber und Galle.
Gelbsucht

Verfärbt sich Körpergewebe wie Haut, Schleimhaut und Auge gelb, sprechen Mediziner von einer Gelbsucht (Ikterus). Verursacht wird diese Gelbfärbung durch eine Anreicherung eines Abbauprodukts des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin (Bilirubin) im Blut. Gelbsucht ist keine eigenständige Erkrankung, sondern tritt als Begleitsymptom unterschiedlicher Erkrankungen auf. Eine Gelbsucht muss daher je nach Ursache unterschiedlich behandelt werden. 

Symptome von Gelbsucht bei Erwachsenen

Das Bild zeigt ein gelblich verfärbtes Auge aufgrund von Gelbsucht.
Ein typisches Symptom von Gelbsucht sind verfärbte Schleimhäute, Haut oder Augen. | © MediaProduction 

Eine Gelbsucht zeigt sich zunächst anhand einer Gelbfärbung an der Bindehaut des Auges und den Schleimhäuten. Lagert sich mit Fortschreiten der Grunderkrankung noch mehr Bilirubin ab, verfärbt sich auch die Haut gelblich. Da Bilirubin ein gelber Farbstoff ist und über den Stuhl und teilweise über den Harn ausgeschieden wird, trägt dieser zur Stuhl- und Urinfarbe bei. Bei einer Gelbsucht können aufgrund der erhöhten Bilirubinkonzentration entsprechend auch Stuhl und Harn eine andere Farbe annehmen. Die Art der Verfärbung kann ein Indikator für die vorliegende Gelbsuchtform sein. 

Formen der Gelbsucht 

Mediziner unterscheiden je nach Ort der Entstehung drei verschiedene Formen der Gelbsucht: 

  • die prähepatische Gelbsucht (der Leber vorgelagerte Gelbsucht)
  • die hepatische Gelbsucht (durch Leberschädigung hervorgerufene Gelbsucht)
  • die posthepatische Gelbsucht (der Leber nachgelagerte Gelbsucht) 
Zusätzliche Symptome bei prähepatischer Gelbsucht 

Bei der prähepatischen Gelbsucht ist der Stuhl dunkel. Auch der Urin färbt sich in ausgeprägten Fällen rot-braun ein. Daneben können weitere Symptome auftreten, die von der Ursache der Gelbsucht abhängig sind.  

Zusätzliche Symptome bei hepatischer Gelbsucht  

Neben der Gelbsucht können Begleitbeschwerden wie Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen sowie Müdigkeit auftreten. Der Stuhl ist zumeist normal oder zeigt eine etwas hellere Farbe.  

Zusätzliche Symptome bei posthepatischer Gelbsucht 

Der Urin nimmt bei Gallenstau aufgrund der erhöhten Ausscheidung von Bilirubin über den Harn eine bierbraune Farbe an, während der Stuhl hell bis lehmfarben ist. Da die Galle für die Fettverdauung wichtig ist, kann zudem die Aufnahme des Nahrungsfetts gestört sein. In der Folge zeigen sich grau-glänzende Fettstühle. Daneben leiden die Betroffenen oftmals an Juckreiz.  

Ursachen von Gelbsucht bei Erwachsenen

Bilirubin fällt beim Abbau alter oder beschädigter roter Blutkörperchen an. Es wird mit dem Blut zur Leber transportiert. Dort verbindet es sich mit der Galle, der von der Leber gebildeten Verdauungsflüssigkeit, zu sogenanntem konjugiertem Bilirubin. Über die Gallengänge gelangt es in den Verdauungstrakt und wird vorrangig über den Stuhl und teilweise aber auch über den Harn ausgeschieden. Wird das Bilirubin nicht schnell genug über Leber und Gallengänge abgeführt und ausgeschieden, reichert es sich im Blut an. Es kommt zu einer gelblichen Verfärbung von Augen und Haut. Je nach Entstehungsort und Gelbsuchtform liegen unterschiedliche Ursachen für die erhöhte Bilirubinkonzentration vor.  

Ursachen einer prähepatischen (hämolytischen) Gelbsucht 

Zerfallen die roten Blutkörperchen vorzeitig (Hämolyse), entsteht viel Bilirubin. Dieses überfordert die Leber und Bilirubin reichert sich im Blut an. Da die Ursache für diese Anreicherung der Leber vorgelagert ist, wird diese Form als prähepatisch (aus prä- für vor und hepar für Leber) bezeichnet. Der vorzeitige Zerfall der roten Blutkörperchen kann durch Infektionen, eine überschießende Immunreaktion oder Fehlbildungen der roten Blutkörperchen im Rahmen von Bluterkrankungen (u. a. Sichelzellanämie) hervorgerufen werden.  

Ursachen einer hepatischen Gelbsucht 

Die hepatische Gelbsucht wird durch eine Schädigung der Leberzellen verursacht. In der Folge funktioniert der Bilirubinstoffwechsel in den Leberzellen nicht mehr. Die Leberzellschädigung kann angeboren oder erworben sein. Angeborene Erkrankungen, die mit einer Schädigung der Leberzellen einhergehen, sind unter anderem das Morbus Gilbert-Meulengracht oder Rotor-Syndrom. Erworbene Leberzellschädigungen können viral, metabolisch oder durch eine Minderversorgung mit Sauerstoff (hypoxisch) bedingt sein. Häufigste Ursache für schwere Leberschäden ist langanhaltender Alkoholkonsum. Aber auch Pilzgifte, andere Giftstoffe und Medikamente (insbesondere Paracetamol), die über die Leber verstoffwechselt werden, können die Leber schädigen. Schließlich führen Hepatitis-Viren zu einer Leberentzündung, die die Leberzellen schädigen kann.  

Ursachen einer posthepatischen Gelbsucht 

Die posthepatische Gelbsucht ist eine Folge von Erkrankungen, die mit einer Behinderung des Galleabfluss in den Gallewegen einhergehen. Zu diesen gehören Gallensteine, Tumoren und Verengungen (Stenosen). 

Behandlung von Gelbsucht bei Erwachsenen

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache der Gelbsucht. Kann diese beseitigt werden, nimmt die Bilirubinkonzentration im Blut wieder ab und die Gelbverfärbung von Augen und Haut bildet sich zurück. So können beispielsweise Gallensteine im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs entfernt werden. Sind Medikamente der Auslöser der Gelbsucht, werden diese abgesetzt. Akute virusbedingte Leberentzündungen heilen zumeist selbständig aus. Werden diese chronisch, werden antivirale Medikamente verschrieben. Menschen mit einer Lebererkrankung sollten zudem auf Alkohol verzichten und ausschließlich die verschriebenen Arzneimittel einnehmen. 

Impfung von Gelbsucht bei Erwachsenen

Gegen Gelbsucht selbst existiert keine Impfung. Es gibt aber eine Impfung gegen bestimmte Hepatitis-Viren (Hepatitis A und Hepatitis B), die eine Leberentzündung und damit eine Gelbsucht hervorrufen können. Personen, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, wird eine Schutzimpfung gegen Hepatitis A und B empfohlen. Zu diesen gehören beispielsweise Dialysepatienten, Personen mit Lebererkrankungen, medizinisches Personal sowie HIV-Patienten.  

Wie kann dir Doktor.de bei einer Gelbsucht helfen

Bei einem Verdacht auf Gelbsucht beraten dich die mit Doktor.de kooperierenden Ärzt:innen und helfen dir bei der Einordnung deiner Beschwerden. Die weiterführende Diagnostik und Behandlung der die Gelbsucht auslösenden Erkrankung kann nur deinen Arzt oder deine Ärztin erfolgen. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Arastéh, K. et al. (2018): Duale Reihe Innere Medizin. Stuttgart: Thieme. 

Endres, S. (2019): Gastroenterologie. In: Endres, S. (Hrsg.): Facharztprüfung Innere Medizin in Fällen, Fragen und Antworten. München: Elsevier, S. 133-229. 

Robert Koch-Institut. 28.01.2021. Schutzimpfung gegen Hepatitis A: Häufig gestellte Fragen und Antworten

Robert Koch-Institut. 02.06.2022. Schutzimpfung gegen Hepatitis B: Häufig gestellte Fragen und Antworten.

Letztes Update: 2022-10-31