Auf dem runden Piktogramm mit dem mintfarbenen Hintergrund ist eine Hand mit einem roten Punkt - einer Einstichstelle eines Insekts - abgebildet. Zudem ist oberhalb der Hand eine Biene in einem Kreis dargestellt.
Läuse

Kopfläuse nisten sich in den Kopfhaaren von Menschen ein. Sie ernähren sich als blutsaugende Parasiten vom Blut der Kopfhaut. Die gute Nachricht vorweg: Die bis zu drei Millimeter großen, flügellosen Insekten sind keine Überträger bekannter Krankheiten. Allerdings ist ein Läusebefall trotzdem sehr unangenehm, denn die Stiche fangen mit der Zeit an zu jucken. Weil die Übertragung der Läuse nur durch direkten Kontakt mit dem Kopfhaar oder mit gemeinsam genutzten Utensilien wie Kamm oder Bürste betroffener Personen erfolgen kann, ist die Verbreitung von Kopfläusen bei Kita- und Schulkindern besonders häufig. Ein festgestellter Läusebefall hat hingegen nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Um die Plagegeister wieder loszuwerden, gibt es verschiedene Methoden.

Symptome von Läusen

Läuse nutzen ihre stechend-saugenden Mundwerkzeuge etwa alle vier bis sechs Stunden, um Blut der Kopfhaut zu saugen. Sie geben dabei winzige Mengen von Speichel in die Wunde ab. Der wirkt als Blutverdünner und enthält ein Betäubungsmittel, so dass Betroffene zunächst nichts bemerken. Ein stärkerer Juckreiz auf der Kopfhaut stellt sich häufig erst nach mehreren Wochen ein. Die Läuse haben sich während der Zeit dann schon kräftig vermehrt und falls es sich bei den Befallenen um Kindergarten- oder Schulkinder handelt, ist damit zu rechnen, dass die kleinen Parasiten bereits an andere Kinder weitergegeben wurden. 
 
Neben dem typischen Juckreiz können sich an der Kopfhaut auch Pusteln, Papeln oder andere Hautirritationen zeigen, die als allergische Reaktionen auf die Einstichstelle zu verstehen sind oder auf lokal begrenzte Entzündungen durch eine nachträgliche Infektion der aufgekratzten Haut hindeuten. Feststellen lässt sich ein Läusebefall meist durch genaues Hinsehen mit bloßem Auge oder mit einer Lupe. Die Tiere legen ihre Eier, sogenannte Nissen der Läuse, bevorzugt hinter den Ohren, am Hinterkopf und im Nacken ab und kleben sie fest an die Haare. 
 
Am besten nimmst du einen in Apotheken und Sanitätshäusern erhältlichen Läusekamm und kämmst das nasse Haar sorgfältig Strähne für Strähne vom Haaransatz zu den Spitzen durch. Nach jedem Strähnchen streifst du den Kamm auf Küchenpapier ab. Sollte ein Läusebefall vorliegen, zeigen sich die Läuse und die Nissen auf dem Küchenpapier.

Ursachen von Läusen

Die Übertragung der Läuse von Mensch zu Mensch kann nur durch direkten Kontakt mit den Kopfhaaren erfolgen. Die Läuse können weder springen noch fliegen, so dass eine „Ansteckung“ meist nur bei intensivem Kontakt, beispielsweise durch enges Kuscheln oder durch gemeinsames Nutzen eines Kamms oder einer Haarbürste, stattfinden kann. Auch eine Ansteckungsgefahr durch Haustiere scheidet aus, weil die menschlichen Kopfläuse im Fell von Haustieren nicht überleben. 
 
Hygienestandards wie häufiges Haarewaschen haben nur wenig Einfluss auf einen Läusebefall, weil die Läuse und auch ihre Nissen die Prozedur problemlos überstehen. Der Entwicklungszyklus von der Eiablage bis zur geschlechtsreifen Kopflaus dauert etwa zwei bis drei Wochen. Die Nissenhüllen bleiben nach dem Schlüpfen der Larven am Haar als leere Chitinhüllen kleben.

Behandlung von Läusen

Nach der gesicherten Diagnose eines Läusebefalls empfiehlt sich eine sofortige Behandlung, die sich vorzugsweise aus chemischen, mechanischen und physikalischen Therapieschritten zusammensetzt. Als Hausmittel gegen Läuse wird häufig eine verdünnte Lösung aus Apfelessig und Wasser im Verhältnis 1:1 angewendet. Diese wird einfach in das Haar einmassiert und nach zehn Minuten ausgewaschen. So effektiv wie eine medikamentöse Behandlung ist dies jedoch nicht. 

Das Bild zeigt ein junges Mädchen, das auf einem Stuhl sitzt. Hinter ihr steht ihre Mutter, die ihre Haare nach Läusen durchsucht.
Bei einem Läusebefall ist eine gründliche Behandlung sehr wichtig, da die Parasiten sich sonst weiter vermehren. | © Mypurgatoryyears

Ein weiteres Hausmittel gegen Kopfläuse sind Haarspülungen, um das Haar geschmeidiger zu machen. So lassen sich die Läuse leichter herauskämmen. Wichtig ist dabei, dass die mechanische Behandlung mit einem Läusekamm an den Tagen 5, 9 und 13 wiederholt wird, um auch die nachgeschlüpften Parasiten zu erfassen.

Ein nochmaliges Auskämmen am 17. Tag zur Kontrolle kann den Nachweis erbringen, dass die Kopflausbehandlung erfolgreich war. Eine chemische Behandlung sollte nur mit Arzneimitteln oder anderen Substanzen vorgenommen werden, die ausdrücklich zur Bekämpfung von Kopfläusen zugelassen oder vorgesehen sind. Während der Behandlung mit diesen Mitteln müssen die im jeweiligen Beipackzettel aufgelisteten Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. In folgender Liste sind die wichtigsten chemischen Wirkstoffe von Präparaten aufgeführt, die in Deutschland und anderen Ländern der EU zur Bekämpfung der Läuse zugelassen sind:

• Allethrin; synthetischer Wirkstoff
• Permethrin; synthetischer Wirkstoff
• Pyrethrum; pflanzlicher Wirkstoff aus Blüten der Chrysanthemen

Zusätzlich gibt es Mittel mit physikalischer Wirksamkeit wie das Silikonöl Dimeticon oder pflanzliche Öle wie Kokosöl oder Andirobaöl. Kinder, die von Kopfläusen befallen sind, dürfen erst wieder ihre Schule, Kita oder sonstige Einrichtung besuchen, wenn mindestens eine von eventuell mehreren Behandlungen mit einem offiziell gegen Kopfläuse wirksamen und zugelassenen Präparat erfolgte.

Vorbeugung von Läusen

Die wichtigste Maßnahme, die Schutz vor der Übertragung von Läusen bietet, besteht darin, auf keinen Fall Kämme oder Haarbürsten gemeinsam zu nutzen. Kleidungsstücke, die engen Kontakt mit den Kopfhaaren Befallener haben oder hatten, müssen für drei Tage isoliert in Plastiktüten aufbewahrt werden. Das reicht aus, um eventuell vorhandene Läuse auszuhungern und abzutöten. Für Gemeinschaftseinrichtungen besteht bei einem festgestellten Läusebefall Meldepflicht und es müssen hygienische Sonderregeln befolgt werden.

Wie kann Doktor.de mir bei Läusen helfen?

Wenn sich bei dir oder bei deinem Kind ein Läusebefall trotz der oben beschriebenen Behandlungen nicht bessert, solltest du einen Arzt aufsuchen. Die mit Doktor.de kooperierenden Ärzt:innen und unser medizinisches Fachpersonal stehen dir mit ihrem Rat und ihrer qualifizierten Einschätzung zur Seite.

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 30.06.2021. Kopfläuse. Gesundheitsinformation.de 

Robert Koch-Institut. 17.11.2008. Kopflausbefall.

Letztes Update: 2022-06-16