Wespenstich und Bienenstich

Von Bienen oder Wespen gestochen zu werden, tut weh und die Umgebung des Stiches schwillt normalerweise an und juckt. Für die meisten Menschen sind Wespenstiche und Bienenstiche harmlos. Für Menschen, die allerdings an einer Insektengiftallergie leiden, können sowohl Wespen- als auch Bienenstiche gefährlich werden.

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Symptome eines Wespen- und Bienenstichs

Das Bild zeigt eine friedliche Biene, die auf der Handinnenfläche eines Menschen sitzt.
Wichtig für unser Ökosystem, jedoch sehr gefährlich für Menschen, die allergisch gegen das Gift von Bienen sind. | © Eduardo Gorghetto

Um zu wissen, welches Insekt dich oder dein Kind gestochen hat, musst du dir die Einstichstelle genau ansehen: Sticht eine Biene zu, bleibt ihr Stachel mit der Giftblase in der Haut zurück. Durch den Verlust ihres Stachels stirbt die Biene. Nachdem eine Wespe zugestochen hat, zieht diese ihren gesamten Stachel aus der Einstichstelle und lebt weiter. Ob eine Wespe oder Biene zugestochen hat, siehst du also meistens daran, ob der Stachel in der Haut steckt oder nicht.  

Wenn du nicht unter einer Insektengiftallergie leidest, ist ein Wespen- oder Bienenstich in der Regel harmlos. Die Einstichstelle kann anschwellen, brennen, einen pochenden Schmerz verursachen und jucken. Meist klingen die Symptome nach etwa 24 Stunden wieder ab und die Einstichstelle verheilt ohne weitere Folgen. 

Werden Menschen mit einer Insektengiftallergie gestochen, reagiert in der Regel der ganze Körper auf das Gift: Es kann sich ein Hautausschlag ausbreiten und der Betroffene kann unter Schwindel, Übelkeit und/oder Schluckbeschwerden leiden.  

Kommt es zusätzlich zu Atemnot und Bewusstlosigkeit, sprechen Ärzt:innen von einem anaphylaktischen Schock. In diesem Fall muss unverzüglich ein Notarzt oder Notärztin alarmiert werden!

Behandlung von Wespenstichen und Bienenstichen

Wenn du keine Insektengiftallergie und nur leichte Beschwerden hast (ohne Atemnot oder Kreislaufprobleme), kannst du selbst die Schmerzen des Stichs einer Wespe oder Biene lindern:  

  • Wenn der Stachel der Biene zurückbleibt, versuche ihn zu entfernen. Am besten entfernt man diesen mit einer Pinzette (oder auch mit dem Fingernagel wegkratzen), damit sich der Giftsack des Stachels nicht in die Haut entleert. Der Stachel sollte dabei nicht gequetscht werden. 
  • Du kannst die Schmerzen lindern, indem du die Injektionsstelle mit kaltem Wasser oder etwas Gefrorenem, das in ein Handtuch gewickelt ist, kühlst. 
  • Vermeide es, an der Stichwunde kratzen. Wenn du die Haut aufkratzt, können Bakterien eindringen und eine Infektion verursachen. 
  • In der Apotheke gibt es kühlenden Balsam oder Gel, die den Juckreiz und die Schmerzen vom Stich lindern können. 
  • Eine Salbe oder Creme mit Hydrocortison kann ebenfalls den Juckreiz lindern und ein Lokalanästhetikum kann Schmerzen und Juckreiz lindern. 

Hast du oder dein Kind eine Insektengiftallergie und ihr wurdet von einer Biene oder Wespe gestochen, ist es wichtig, dass du das Notfallset bestehend aus Antihistaminika, einer Adrenalinspritze und einer kortisonhaltigen Tablette so anwendest, wie du es in der Schulung gelernt hast. Sprich gerne unsere Ärzt:innen auf dieses Notfallset an, wenn du dir unsicher in der Anwendung bist. In einer Notfallsituation mit starken Beschwerden solltest du jedoch sofort einen Notarzt rufen.

Wespen- und Bienenstiche vorbeugen 

Um das Risiko zu minimieren, von einer Wespe oder Biene gestochen zu werden, können diese Tipps helfen:  

  • Decke im Freien Lebensmittel immer ab. Das gilt auch für Getränke! Nutze im Freien dünne Strohhalme. So verringerst du das Risiko, dass du oder dein Kind aus Versehen eine Biene oder Wespe verschlucken.  
  • Wenn eine Biene oder Wespe dich umkreist, bleibe ruhig. Schlage nicht nach dem Tier!
  • Trage lange Kleidung, die deine Haut vor Wespen und Bienen schützt.

Wie kann Doktor.de mir bei Wespen- oder Bienenstichen helfen?

Die mit Doktor.de kooperierenden Ärzt:innen und unser medizinisches Fachpersonal können dir bei der Beurteilung deines Bienen- oder Wespenstichs helfen und bei Bedarf Medikamente verschreiben. Wir können dir auch weiterhelfen, wenn du zuvor stark auf Wespen- oder Bienenstiche reagiert hast und besprechen möchtest, ob du zu Hause Allergiemedikamente bzw. Notfallmedikamente benötigst. In einer Notfallsituation musst du unverzüglich einen Notarzt alarmieren.  

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 28.05.2020. Getingstick och bistick. Doktor.se. 

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 08.04.2020. Insektengiftallergie: Kurz- und langfristige Behandlung. Gesundheitsinformationen.de.

Letztes Update: 2023-04-03