Auf dem runden Piktogramm mit dem mintfarbenen Hintergrund ist eine Hand mit einem roten Punkt - einer Einstichstelle eines Insekts - abgebildet. Zudem ist oberhalb der Hand eine Biene in einem Kreis dargestellt.
Zeckenbiss

Zecken sind ein ungern gesehenes Mitbringsel aus der Natur: Zwischen März und November sind die kleinen Spinnentiere am aktivsten. Während dieser Zeit ist besonders viel Vorsicht geboten. Zecken beißen de facto nicht, sondern stechen. Trotzdem wird von Zeckenbissen gesprochen. Zeckenbisse werden normalerweise ein wenig rot und können einige Tage jucken, bevor sie verschwinden. Zecken können zwar Krankheiten übertragen, jedoch ist ein Zeckenstich in der Regel harmlos und verursacht keine weiteren Symptome. Einige Zecken tragen Erreger in sich, die bei dem Wirt Lyme-Borreliose oder FSME verursachen können. Du reduzierst das Ansteckungsrisiko für dich und dein Kind, indem du die Zecken so schnell wie möglich entfernst. Zudem ist gibt es verschiedene Möglichkeiten, Stiche und Folgeerkrankungen vorzubeugen.  

Welche Krankheiten können von einem Zeckenbiss übertragen werden?

Auf der Abbildung ist auf einem grünen Blatt eine Nahaufnahme einer Zecke zu sehen.
Klein, aber nicht ungefährlich: Manche Zeckenbisse können verschiedene Krankheiten übertragen. | © Erik Karits

In Deutschland übertragen Zecken hauptsächlich zwei Krankheiten: Lyme-Borreliose (oder auch kurz Borreliose) sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME). 

Eine Borreliose ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit. Das Risiko, nach einem Zeckenstich an einer Borreliose zu erkranken, hängt davon ab, wie lange die Zecke in der Haut gesteckt hat und wie alt und groß sie war. Größere Zecken sind in der Regel häufiger mit Borrelien infiziert, da sie mehr Wirte gestochen haben.
Jedoch bedeutet ein Stich einer Zecke nicht, dass Borrelien übertragen wurden: Borrelien leben im Darm der Zecke. Das heißt, dass eine Zecke über einen längeren Zeitraum am Wirt saugen muss, damit es zu einer Infektion kommt.  

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) ist eine Virusinfektion, die oftmals mit grippeähnlichen Symptomen einhergeht, in einigen Fällen kann eine Infektion mit FSME-Viren zu einer Hirnhautentzündung führen. Da die FSME-Viren in den Speicheldrüsen der Zecken leben und können diese direkt bei einem Biss übertragen werden. Jedoch ist wichtig zu erwähnen, dass FSME in Deutschland sehr selten vorkommt: Rund 475 Fälle von leichten und schweren Erkrankungen wurden im Jahr 2017 registriert. Meistens verläuft die Erkrankung ohne Komplikationen. Wichtig zu erwähnen ist, dass nicht jede Zecke diese Erreger in sich trägt und nicht jeder Stich die Viren oder Bakterien weitergibt. In Deutschland tritt die Borreliose häufiger auf als FSME – in einigen Teilen Deutschlands sogar gar nicht.

Symptome von Zeckenbissen

Die meisten Menschen bemerken es nicht, wenn eine Zecke sie sticht, da diese die Einstichstelle betäubt. So kann die Zecke, meist unbemerkt, Blut saugen. Zecken beißen überwiegend dort, wo die Haut dünn ist, etwa an den Unterschenkeln, in den Kniefalten und in der Leistengegend. Zeckenbisse bei Kindern sitzen oft am Oberkörper, der Kopfhaut, am Hals oder hinter den Ohren.  

Bemerkst du die eine Einstichzelle und die Zecke ist bereits abgefallen, unterscheidet sich die Einstichstelle kaum von einem Mückenstich: Die Bissstelle juckt normalerweise einige Tage lang und es ist nicht ungewöhnlich, dass nach einem Zeckenstich ein Ausschlag auftritt. Bei heller Haut kann der Bereich um einen Zeckenstich einige Tage lang gerötet sein und sich verändern. Es ist normal, dass nach einem Zeckenstich ein kleiner roter Knoten oder Fleck entsteht. Wurde man mit Borrelien infiziert, kann sich eine Wanderröte ausbilden, beginnend von der Einstichstelle. Bei einer Übertragung von FSME-Viren, treten gewöhnlich grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen oder Fieber auf.  

Treten folgende Symptome nach einem Zeckenbiss auf, solltest du einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen:  

  • Kopfschmerzen 
  • Lähmungserscheinungen  

Was tun nach einem Zeckenbiss? 

Wenn du eine Zecke entdeckst, die bereits zugebissen hat, entferne diese so schnell wie möglich, um das Risiko einer Übertragung von Infektionserregern durch die Zecke zu verringern. Gehe wie folgt vor: 

  • Zur Zeckenentfernung greife die Zecke möglichst hautnah mit einer Zeckenzange, Zeckenkarte, einem Zeckenlasso oder, falls diese nicht vorhanden, mit einer Pinzette bzw. den Fingernägeln von Daumen und Zeige- oder Mittelfinger und ziehe die Zecke langsam und kontrolliert heraus. Achte darauf, keinen Druck auf den Hinterleib der Zecke auszuüben! 
  • Verwende zum Entfernen der Zecke keine Mittel wie Kleber, Öle oder Alkohol! 
  • Wasche die Haut um den Biss herum mit Wasser und Seife oder mit Desinfektionsmittel, nachdem du die Zecke herausgezogen hast. 
  • Bleibt ein Teil der Zecke in der Haut zurück, stößt der Körper sie in der Regel selbst ab. 
  • Beobachte die Haut um den Zeckenbiss sechs Wochen lang, um festzustellen, ob du oder dein Kind eine wachsende Rötung bekommen, da dies auf eine Infektion mit dem Borreliose-Bakterium hinweisen kann. Auf dunkler Haut ist diese Art von Rötung schwerer zu erkennen. 

Wie kann ich Zeckenbisse vorbeugen?

Du kannst versuchen, Zeckenstiche mit folgenden Tipps zu vermeiden: 

  • Wenn du im Wald oder in der Natur generell unterwegs bist, trage Stiefel, langärmlige Shirts und lange Hosen, wobei optimalerweise der untere Teil der Hose in den Stiefelschaft gesteckt werden sollte. 
  • Untersuche deinen Körper nach einem Besuch in der Natur gründlich nach Zecken, um diese schnellstmöglich zu entfernen. Mache es dir zur Gewohnheit, während der Saison jeden Abend einen Zeckencheck durchzuführen. Tu dies auch bei deinen Kindern. 
  • Kämme deine Haare und dusche dich, wenn du in der Natur unterwegs warst.  
  • Inspiziere deine Kleidung außen und innen, damit Zecken später nicht zustechen können. 
  • Verwende ein Insektenschutzmittel auf deiner Haut und Kleidung. Mückenschutzmittel mit DEET oder Icaridin können ebenfalls gegen Zecken wirken. 

Behandlung von Zeckenbissen

Normalerweise müssen Zeckenbisse nicht behandelt werden. In selteneren Fällen kann eine antibiotische Behandlung erforderlich sein, wenn sich die Einstichstelle entzündet hat oder eine Borrelien-Infektion vorliegt. 
Bei dem Verdacht einer FSME-Infektion wird ein Blutbild erstellt sowie gegebenenfalls die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit untersucht. FSME ist nur symptomatisch behandelbar. Lebst oder reist du in ein FSME-Risikogebiet, solltest du dich über die Möglichkeit einer Impfung informieren. Unsere Ärzt:innen beraten dich gerne.  

Wie kann Doktor.de mir bei einem Zeckenbiss helfen?

Die mit Doktor.de kooperierenden Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal stehen dir bei der Beurteilung deiner Einstichstelle mit Rat und Tat zur Seite. In manchen Fällen ist eine antibiotische Therapie oder eine Weiterbehandlung in einer Praxis nötig.  

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 29.03.2022.Fästingbett. Doktor.se. 

Deximed.de. 22.03.2022. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, Zeckenenzephalitis). 

Bujard, M. Dr. med. Beier, Caroline. 06.12.2021. Zeckenstich. Deximed. 

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 10.04.2019. Zeckenstich. Gesundheitsinformation.de. 

Letztes Update: 2022-06-28