FSME

FSME oder Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Erkrankung, die durch Viren verursacht und durch Zecken übertragen wird. Die Ansteckung mit FSME-Viren kann zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen. Wer sich in einem FSME-Risikogebiet aufhält, sollte sich impfen lassen.  

Symptome von FSME

Die Zeitspanne zwischen der Infektion mit dem FSME-Virus und dem Auftreten von Symptomen liegt im Durchschnitt bei zehn Tagen. Möglich ist eine Inkubationszeit zwischen fünf und 28 Tagen. Wer sich mit dem FSME-Virus angesteckt hat, ist nicht Überträger der Erkrankung. Übertragen werden die Viren bei einem Zeckenbiss. 

Typisch für eine Ansteckung mit FSME ist ein Krankheitsverlauf in zwei Phasen:

In der ersten Phase treten erste Symptome auf, die einer Grippe ähneln. Man fühlt sich abgeschlagen und es kommt zu Anzeichen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Erbrechen und Bauchschmerzen sind ebenfalls möglich. Nach wenigen Tagen klingen die Symptome ab. Man spricht hier von einem milden Verlauf.

In der zweiten Phase kommt es nach einer kurzzeitigen Verbesserung der Symptome zu einem erneuten Fieberanstieg und es treten Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute und/oder des Rückenmarks auf. Ist die Hirnhaut entzündet, so ist das Allgemeinbefinden häufig stark beeinträchtigt. Es kommt zu Kopfschmerzen und hohem Fieber. Bei Kindern kann eine Hirnhautentzündung zu Apathie, Koma und Krampfanfällen führen. Neben der Hirnhaut kann sich auch das Gehirn und/oder das Rückenmark entzünden und es kann zu weiteren Symptomen wie Schwierigkeiten beim Koordinieren von Bewegung kommen. Zusätzlich können Schläfrigkeit, Lähmungen von Armen und Beinen sowie Desorientiertheit auftreten. Bei einer Schädigung von Hirnnerven sind auch Lähmungen im Gesicht sowie Schluck-, Sprech- und Hörstörungen möglich. Man spricht dabei von einem schweren Krankheitsverlauf.

Ursachen von FSME

Das Bild zeigt eine Nahaufnahme einer Zecke, die auf einem Blatt sitzt.
Klein, unscheinbar, aber möglicherweise Übertrager von FSME: Die Zecke. | © Meli1670

Der Überträger der FSME-Viren ist die Zecke. In der Regel werden die Viren innerhalb der ersten Stunden nach dem Zeckenbiss auf den Menschen übertragen. Entgegen der landläufigen Meinung fallen Zecken nicht von Bäumen auf Tiere und Menschen, sondern sie halten sich im Gras, Unterholz und Gebüsch auf. Sie befinden sich zumeist in einer Höhe von etwa 30 bis 60 Zentimetern. Selbst im Gebirge kommen Zecken vor. Aktiv werden die Tiere, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist und mindestens eine Temperatur von sechs bis acht Grad Celsius herrscht.  

Laut RKI (Stand Januar 2022) besteht in Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine FSME-Infektion insbesondere in Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und im südöstlichen Thüringen. Zudem gibt es einzelne Risikogebiete im Saarland, in Niedersachsen, in Rheinland-Pfalz und in Mittelhessen.

Behandlung von FSME

Anders als bei der Borreliose, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird, gibt es bei FSME keine ursächliche Therapie. Das heißt, es gibt keine Medikamente gegen das FSME-Virus. Die Erkrankung kann nur symptomatisch behandelt werden. Medikamente werden dann eingesetzt, um die Beschwerden zu lindern und den Körper bei der Bekämpfung der Viren zu unterstützen.  

Mögliche Maßnahmen bei FSME: 

  • Medikamente gegen Schmerzen 
  • Medikamente gegen Fieber, empfohlen wird, diese erst ab einer Temperatur von 39 Grad Celsius zu geben 
  • Bettruhe 

Von kortisonhaltigen Medikamenten wird abgeraten, weil diese die Immunabwehr des Körpers schwächen können.  

Impfung gegen FSME

Wer sich regelmäßig im Freien aufhält und in einem FSME-Risikogebiet unterwegs ist, sollte sich laut STIKO (Ständige Impfkommission) impfen lassen. Das gilt für Spaziergänger:innen, Jogger:innen, Radfahrer:innen, Camper:innen, Beschäftigte in der Landwirtschaft und Forstarbeiter:innen. Zecken kommen auch in Gärten und Stadtparks vor. In der Regel werden die Kosten für die FSME-Impfung von den Krankenkassen übernommen. Dies gilt zumindest für gefährdete Bevölkerungsgruppen. Bei bestimmten Berufsgruppen wie Forstarbeitern wird der Impfschutz vom Arbeitgeber übernommen. Es gibt auch FSME-Risikogebiete außerhalb Deutschlands. Hier ist eine Reiseimpfung gegen FSME möglich. 

Für die FSME-Impfung gilt: 

  • Für die Grundimmunisierung gegen FSME sind drei Impfungen notwendig. Der Schutz hält dann mindestens drei Jahre.  
  • Eine FSME-Auffrischung ist je nach Voraussetzung nach drei bis fünf Jahren notwendig. 99 Prozent der Geimpften haben nach der Grundimmunisierung und der FSME-Auffrischung einen vollständigen Schutz vor FSME.  
  • Für Kinder ist eine FSME-Impfung nach dem ersten Geburtstag möglich. Hier lässt man sich am besten vom behandelnden Kinderarzt oder der behandelnden Kinderärztin beraten.  

Die FSME-Impfung wird als Injektion in den Muskel verabreicht. Im Allgemeinen ist die Impfung gut verträglich. An der Einstichstelle kann es bei einigen Personen zeitweise zu Schmerzen, Schwellungen und Rötungen kommen. Es besteht die Möglichkeit, dass grippeähnliche Symptome auftreten.  

Vorbeugung von FSME

Eine FSME-Impfung wird von der STIKO allen Menschen empfohlen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und dort im Freien in Kontakt mit Zecken kommen können.  

Folgende Maßnahmen bieten einen zusätzlichen Schutz vor Zeckenstichen: 

  • Wer sich im Freien aufhält und dort in Berührung mit Zecken kommen könnte, sollte lange, geschlossene Kleidung tragen. Das heißt, lange Ärmel, lange Hosen, feste Schuhe und die Hose wird in die Strümpfe gesteckt. Zecken halten sich häufig im Gras, Unterholz oder Gebüsch auf.  
  • Unbedeckte Hautstellen werden durch zeckenabweisende Mittel geschützt. Dieser Schutz hält allerdings nur wenige Stunden.  
  • Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man sich auf Zecken absuchen. Zecken krabbeln zumeist noch ein wenig umher, bis sie einen passenden Platz zum Stechen gefunden haben. Sie können also noch auf der Kleidung oder Haut unterwegs sein und sollten dann direkt entfernt werden.  
  • Neben FSME können Zecken noch andere Erkrankungen wie die Borreliose übertragen. Borreliose wird durch Bakterien verursacht und ist in allen Teilen Deutschlands zu finden. Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann sie chronische Schäden an Nerven, Gelenken und am Herzen verursachen. Gegen Borreliose gibt es noch keine Impfung. Diese Erkrankung kann allerdings, anders als FSME, durch Antibiotika behandelt werden. In der Regel geben Zecken die Erreger der Borreliose erst nach einer gewissen Saugzeit frei. Es ist daher sinnvoll, Zecken so früh wie möglich zu entdecken und zu entfernen. Im Gegensatz dazu werden die FSME-Viren zumeist schon zu Beginn des Einstichs übertragen.  

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Letztes Update: 2022-06-29