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Hirnhautentzündung (Meningitis)

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Entzündung der Hirn- und/oder Rückenmarkshäute (Meningen). Es handelt sich um eine schwerwiegende Erkrankung, die sich innerhalb weniger Stunden entwickeln und trotz medikamentöser Behandlung zu bleibenden Folgeschäden oder zum Tod führen kann. Erste Anzeichen sind grippeähnliche Symptome wie starke Kopfschmerzen und hohes Fieber. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und ihrer Gefährlichkeit sind Hirnhautentzündungen durch Meningokokken und Haemophilus influenzae meldepflichtig nach dem Infektionsschutzgesetz. 

Symptome von Hirnhautentzündung (Meningitis)

Zu den typischen Krankheitszeichen einer Hirnhautentzündung zählt ein allgemeines Krankheitsgefühl mit:

  • hohem Fieber,
  • Kopfschmerzen,
  • Abgeschlagenheit und
  • Konzentrationsschwäche.

Meist leiden die Betroffenen unter einem schmerzenden, steifen Genick. Das Nach-vorn-Beugen des Kopfes bewirkt eine reflexartige Versteifung des Nackens aufgrund der Schmerzen (Meningismus). Ein gleichzeitiges unwillkürliches Anziehen des Knies gilt als weiteres charakteristisches Symptom. Kann der/die Patient:in das Knie im Sitzen nur unter Schmerzen oder gar nicht strecken, ist das ebenfalls ein Hinweis auf eine Hirnhautentzündung. Weitere häufige Symptome sind: 

  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Lichtscheue und
  • Rückenschmerzen.

Bei schweren Krankheitsausprägungen können zusätzlich Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen, zum Teil auch Krampfanfälle oder Lähmungen auftreten. Nicht selten kommt es zu Hörstörungen und Hautveränderungen. Rund die Hälfte der Erwachsenen mit bakterieller Meningitis entwickeln Komplikationen wie: 

  • Hirnödem,
  • Gefäßerkrankungen oder
  • Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn.

Etwa ein Drittel aller Menschen mit einer von Meningokokken hervorgerufenen Hirnhautentzündung erleidet eine Blutvergiftung (Sepsis), die einen tödlichen Verlauf nehmen kann. 

Ursachen von Hirnhautentzündung (Meningitis)

Eine Meningitis kann durch Bakterien oder Viren ausgelöst werden. Häufige Erreger der bakteriellen Hirnhautentzündung sind:   

  • Haemophilus influenzae,
  • Meningokokken,
  • Staphylokokken und
  • Pneumokokken.

Zugang finden die Krankheitserreger über die Schleimhäute der Atemwege, aber auch über angrenzende Entzündungsherde (zum Beispiel Mittelohrentzündung) oder über Verletzungsstellen (zum Beispiel offener Schädelbruch). 

Im Frühjahr und Sommer besteht außerdem eine erhöhte Gefahr, an der von Viren ausgelösten sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder einer bakteriellen Hirnhautentzündung durch Borrelien zu erkranken. Beide Erreger werden durch Zeckenbisse übertragen. 

Des Weiteren kann die Meningitis durch infektiöse Allgemeinerkrankungen wie Tuberkulose, Syphilis, Brucellose und Leptospirose, durch Pilze oder Parasiten sowie durch Strahlenschäden ausgelöst werden. 

Behandlung von Hirnhautentzündung (Meningitis)

Gegen die viralen Formen der Meningitis gibt es keine spezifische Therapie. Diese ist in aller Regel auch nicht erforderlich, weil die Erkrankung eigenständig und ohne Folgeschäden ausheilt. Bis dahin kommen Schmerzmittel und antientzündliche Medikamente gegen die Symptome zur Anwendung. Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. 

 Wurde eine bakterielle Hirnhautentzündung diagnostiziert oder lässt diese sich nicht gesichert ausschließen, wird schnellstmöglich eine Behandlung mit Antibiotika und Kortison in die Wege geleitet (meist als Infusion). Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach dem Erreger und dem Alter des Erkrankten. Kann der Verursacher nicht eindeutig identifiziert werden, findet ein Antibiotikum bzw. eine Antibiotikakombination Verwendung, die das wahrscheinliche Erregerspektrum möglichst weiträumig abdeckt. 

Wurden Pilze oder Parasiten als Ursache der Meningitis verifiziert, wird die Behandlung auf diese ausgerichtet. In den meisten Fällen ist es jedoch wichtiger, eine gegebenenfalls bestehende Immunschwäche zu überwinden. 

Nicht infektiöse Hirnhautentzündungen klingen ab, wenn die kausale Grunderkrankung erfolgreich therapiert wird. 

Impfung gegen Hirnhautentzündung (Meningitis)

Gegen einige Meningitis-Erreger stehen vorbeugende Impfungen zur Verfügung. Babys können beispielsweise gegen die Bakterien Haemophilus influenzae, Meningokokken und Pneumokokken geimpft werden. Häufig ist die Hirnhautentzündung Folge einer Mumps-Infektion. Auch gegen diese Erkrankung gibt es einen Impfstoff. Gleiches gilt für den FSME-Erreger. 

Meningokokken-Impfung 

In Deutschland wird die überwiegende Mehrzahl der Meningokokken-Infektionen durch Erreger der Serogruppen B und C verursacht. Vor allem Meningokokken-C-Erkrankungen sind aufgrund ihrer schweren, komplikationsreichen Verläufe gefürchtet. Besonders gefährlich ist eine damit einhergehende, äußerst rasch fortschreitende Sepsis (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom). Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher gegen eine durch Meningokokken C bedingte Hirnhautentzündung eine Impfung im Alter von einem Jahr, spätestens jedoch bis zum 18. Geburtstag. 

Darüber hinaus sind Impfstoffe gegen weitere Serogruppen (B und/oder ACWY) verfügbar, die beispielsweise für Risikogruppen wie Menschen mit Störungen des Immunsystems und Laborpersonal sowie vor Reisen in Länder mit vielen Meningokokken-Infektionen empfohlen werden. 

Pneumokokken-Impfung 

70 Prozent aller Todesfälle bei Hirnhautentzündung lassen sich auf eine Infektion mit Pneumokokken zurückführen. Für Kinder ab dem dritten Lebensmonat und Jugendliche mit Grunderkrankungen oder erhöhtem Gesundheitsrisiko rät die Ständige Impfkommission deshalb zur Impfung gegen diese Krankheitserreger. Zu den Grunderkrankungen zählen beispielsweise: 

  • Diabetes mellitus,
  • chronische Lungen- oder Herzerkrankungen,
  • Nierenschäden,
  • Immunmangelkrankheiten und der
  • Zustand nach einer Milzerkrankung oder -entfernung.

Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht zudem für Frühgeborene, Kinder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm sowie Säuglinge, Kleinkinder mit Entwicklungsstörungen oder neurologischen Erkrankungen und immungeschwächte Personen jeden Alters. 

Säuglinge (mit Ausnahme der Frühgeborenen) können den Pneumokokken-Impfstoff parallel zum 6-fach-Impfstoff bis zum Alter von 23 Monaten bekommen. Die drei Impfdosen werden üblicherweise im Alter von zwei, vier und elf Monaten verabreicht. Frühgeborene erhalten vier Impfstoffdosen im Alter von zwei, drei, vier und elf Monaten. 

Wie kann Doktor.de bei einer Hirnhautentzündung helfen?

Bei einer Meningitis handelt es sich um einen Notfall, bei dem du schnellstmöglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen solltest. Das Zeitfenster für lebensrettende Behandlungen beträgt manchmal nur 24 bis 48 Stunden. Möchtest du dich eingehender über die Impfungen gegen Hirnhautentzündung informieren, sind die mit Doktor.de kooperierenden Ärzt:innen die richtigen Ansprechpartner:innen. 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Dr. med. Waitz, M. Dr. med. Wittenberg, V. 07.03.2019. Was ist eine Menin­gi­tis? Techniker Krankenkasse.

Dr. Fegeler, U. 10.02.2022. Hirnhautentzündung (Meningitis). Kinder und Jugendärzte im Netz.

Impfschutz.de. 23.04.2018. Menningokokken.

Psychrembel Online. o.J. Meningitis. 

Letztes Update: 2022-08-02