Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Herzens.
Krampfadern

Krampfaderleiden (medizinisch Varikosen) sind häufige Venenerkrankungen. Krampfadern (Varizen) sind erweiterte Blutgefäße, die sich als verästelte, manchmal knotig hervortretende dunkelblaue Schlängellinien zeigen. Sie treten überwiegend an den Beinen auf. Der im Zusammenhang mit Krampfaderleiden auftretende Rückstau des Blutes verursacht Schwellungen und Hautveränderungen, im fortgeschrittenen Stadium kann es zu schweren Gewebeschäden kommen. Wichtigste Behandlungsmethoden sind Kompressionsstrümpfe, Verödung der Krampfadern bzw. operative Entfernung der erkrankten Gefäße.

Symptome von Krampfadern

Abgesehen von den kosmetisch störenden spinnwebartigen oder schlängelnden Blutgefäßen, die sich durch die Haut abzeichnen, bereiten Krampfadern in den Beinen im Frühstadium in der Regel keine Beschwerden. Erste Symptome sind:

  • Schmerzende, schwere Beine
  • Schwellungen (Ödeme) der Knöchel

Dadurch, dass der Rückstau des Blutes im Bein die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff beeinträchtigt und Stoffwechselabbauprodukte nicht mehr abtransportiert werden können, verursachen weiter fortgeschrittene Varikosen Symptome eines chronischen Venenversagens:

Frau zeigt ihre Krampfadern a rechten Unterschenkel. Man sieht ihre Hände, die die Krampfadern umrahmen.
Krampfadern am hinteren Unterschenkel. ©Azat_ajphotos
  • Glänzende, gelb-bräunliche Hautverfärbungen im Umfeld der betroffenen Venen
  • Trockene, gerötete, juckende Haut
  • Verstärkte Neigung zu Fuß- und Nagelpilz
  • Verlängerte Heilungszeit für kleine Verletzungen der Füße und Unterschenkel
  • Verhärtung des Unterhautfettgewebes (Dermatoliposklerose)
  • Pergamentartige, weißlich vernarbte Haut (Atrophie blanche)

Endpunkt der Gewebeschädigung durch die Varikose ist das sogenannte offene Bein (Ulcus cruris venosum), ein schlecht heilendes, oft großflächiges, nässendes Geschwür des Unterschenkels.

Ursachen von Krampfadern

Die Beinvenen transportieren sauerstoffarmes, mit Stoffwechselabbauprodukten angereichertes Blut gegen die Schwerkraft aus dem Bein zum Herzen zurück. Dafür, dass dieser Transport funktioniert, ist die sogenannte Muskel-Venen-Pumpe essentiell: Anspannung der Beinmuskulatur, etwa beim Gehen, presst die Venen zusammen und drückt so das Blut Richtung Herz. Rückfluss bei Entspannung der Muskulatur wird normalerweise durch Klappen im Inneren der Venen verhindert, die nur in eine Richtung öffnen.

Bei langem Stehen oder Sitzen bleibt die Muskel-Vene-Pumpe inaktiv. Dadurch versackt das Blut in den Beinen und das erhöhte Blutvolumen dehnt die Venen aus. Krampfadern entstehen, wenn diese Ausdehnung nicht ganz wieder zurückgeht, sobald der Blutfluss wieder richtig in Gang kommt. Oft liegt das an einer erblichen Wandschwäche der Venen. Ist das einmal geschehen, schreitet das Krampfaderleiden fort. In den geweiteten Gefäßen können die Venenklappen ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen, es fließt immer wieder Blut in die Füße zurück und die Venen erweitern und schlängeln sich zunehmend, um das erhöhte Blutvolumen im Bein aufnehmen zu können.

Sekundäre Varikose

Sogenannte sekundäre Krampfaderleiden werden durch Thrombosen verursacht, die eine oder mehrere der tiefen Beinvenen verstopfen. Dadurch müssen die oberflächlichen Beinvenen mehr Blut aufnehmen, werden überlastet, und es entstehen Krampfadern.

Behandlung von Thrombose

Die wichtigste Rolle bei der Krampfaderbehandlung in jedem Stadium spielt die Aktivierung der Muskel-Venen-Pumpe durch regelmäßige Bewegung: Einfache venengymnastische Übungen (zum Beispiel Fuß-Wippen oder -Kreisen, aber auch Laufen, Radfahren und Schwimmen bzw. Wassergymnastik tragen zur Kräftigung der Venen bei.

 

Konservative Behandlung

Eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Krampfadern ebenso wie in der lebenslangen Erhaltungstherapie nach der Entfernung oder Verödung erkrankter Venen spielt die Kompressionstherapie: Druck auf die Beine – in erster Linie durch Kompressionsstrümpfe oder, insbesondere beim offenen Bein, durch einen Kompressionsverband – verringert den Venendurchmesser und unterstützt so die Arbeit der Venenklappen.

Zur ergänzenden Behandlung geschwollener Beine können weiterhin manuelle Lymphdrainage sowie bestimmte pflanzliche Wirkstoffe eingesetzt werden, die gefäßabdichtend, abschwellend und entzündungshemmend wirken.Zur kontinuierlichen Einnahme empfehlen die medizinischen Leitlinien:

  • Roter Weinlaubextrakt
  • Rosskastanienextrakt
  • Oxerutin, ein Wirkstoff aus dem japanischen Schurbaum (Sophora japonica)

Traditionelle Hausmittel gegen Krampfadern sind unter anderem:

  • Kneipp-Anwendungen (kaltes oder im Wechsel kaltes und warmes Abduschen der Unterschenkel, Wassertreten in kaltem Wasser)
  • Kühlende Wickel mit Quark, ätherischen Ölen oder Ringelblumentee
  • Einreibungen der Beine mit Apfelessig, Kiefernrindenöl oder Rosskastaniengel

 

Invasive Behandlung

Es stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, um ausgeprägte Krampfadern zu entfernen oder zu veröden. Diese Verfahren sind kurz- und mittelfristig sehr erfolgreich, längerfristig kann es jedoch zur Ausbildung neuer Krampfadern kommen.

Thermische und chemische Verfahren, die zum Verschluss von Krampfadern führen

Krampfadern können durch lokale Hitzeanwendung oder Einbringen eines Klebstoffes verschlossen werden. Bei diesen Verfahren wird unter Ultraschallkontrolle ein dünner Schlauch (Katheter) in die zu behandelnde Vene eingeschoben. Durch diesen wird der Klebstoff bzw. eine Sonde, die Laserlicht, Radiofrequenzwellen oder heißen Wasserdampf abgibt, an den Behandlungsort gebracht.

Ohne Katheter funktioniert das sogenannte Sklerotisierungsverfahren: Hier wird an der zu behandelnden Stelle ein Verödungsmittel injiziert, das zum Verschluss der Vene führt. Die durch diese Methoden vom Blutfluss ausgeschlossenen Venen werden vom Körper nach und nach in Bindegewebe umgewandelt.

 

Chirurgische Verfahren zur Entfernung von Krampfadern

Erkrankte Venenabschnitte werden – heute in der Regel im Rahmen eines minimal invasiven Eingriffs – abgetrennt und herausgezogen (Stripping).

Chirurgische venenerhaltende Behandlung

Beim sogenannten CHIVA-Verfahren bleibt das gesamte Venensystem erhalten. Das Abbinden an mehreren, nach einer Ultraschallanalyse des Blutflusses ausgewählten Stellen soll hier jedoch den Rückfluss des Blutes verhindern und so die Venen entlasten.

In leichten Fällen von Krampfadern lässt sich die Funktion einer oder mehrerer Venenklappen der großen Stammvenen wiederherstellen, indem der Venendurchmesser an dieser Stelle durch Implantation einer Polyestermanschette verkleinert wird (Valvuloplastie).

Risikofaktoren von Krampfadern

Das Risiko, Krampfadern zu entwickeln, wächst mit zunehmendem Lebensalter. Übergewicht und eine familiäre Veranlagung sind weitere wichtige Risikofaktoren. Frauen sind häufiger betroffen.

Wie kann mir Doktor.de bei Krampfadern helfen?

Die mit Doktor.de kooperierenden Mediziner:innen können deine Symptome beurteilen und dich zu Behandlungsmöglichkeiten beraten. Kompressionsstrümpfe und/oder Medikamente verschreibt dir ein Venenspezialist oder eine Venenspezialistin.

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

AWMF e.V. 03.2019. S2k – Leitlinie Diagnostik und Therapie der Varikose. 

Robert Koch Institut. 2009. Venenerkrankungen der Beine. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. 

Noppeney, T & Nüllen, H. 2010. Varikose: Diagnostik – Therapie – Begutachtung. Springer Medizin Verlag Heidelberg.

Letztes Update: 2022-07-13