Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Herzen.
Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt ist ein lebensbedrohliches Ereignis, bei dem schnelles Handeln über Leben und Tod entscheidet. Je früher der Herzanfall diagnostiziert und therapiert wird, desto größer sind die Chancen, zu überleben und keine schwerwiegenden Folgen davonzutragen. Bei entsprechenden Symptomen werden die Betroffenen daher schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht, in dem zu jeder Tages- und Nachtzeit Herzkatheteruntersuchungen möglich sind. 

Symptome von Herzinfarkt

Um im Ernstfall schnell reagieren zu können, ist es wichtig, die Herzinfarkt-Anzeichen bei Männern und Frauen zu kennen. Zu den klassischen Symptomen zählen: 

  • Starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die häufig in den linken Arm, die Schulter, den Oberbauch und den Unterkiefer ausstrahlen
  • heftiger Druck oder sehr starkes Engegefühl der Brust
  • starkes Brennen im Brustkorb
  • Angstschweiß mit kalter, blasser Haut
  • Übelkeit, Erbrechen und/oder Atemnot

Da ein Herzinfarkt in verschiedenen Ausprägungen auftreten kann, sind auch die Symptome unterschiedlich stark. Im schlimmsten Fall kommt es zum Herz-Kreislauf-Stillstand. 

Achtung: In einigen Fällen verläuft der Herzinfarkt ohne Schmerzen. Besonders häufig betrifft der sogenannte „stumme Infarkt“ Personen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Menschen im höheren Lebensalter. 

Herzinfarkt-Anzeichen bei Frauen

Während die Mehrzahl der betroffenen Männer die typischen Herzinfarkt-Symptome verspürt, treten diese nur bei rund 30 Prozent der Frauen auf. Häufiger kommt es bei Frauen zu unspezifischen Krankheitszeichen wie: 

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kurzatmigkeit 
  • Beschwerden im Oberbauch

Oft werden solche Beschwerden nicht gleich als Herzinfarkt-Anzeichen erkannt und deshalb weniger ernst genommen. Frauen mit einem Herzinfarkt kommen daher im Durchschnitt später ins Krankenhaus als betroffene Männer. 

Vorzeichen für einen Herzinfarkt

Aufnahme des Oberkörpers eines Mannes, welcher beide Hände auf seinen Oberkörper im Bereich des Herzens legt.
Die ersten Anzeichen eines Herzinfarktes können starke Schmerzen hinter dem Brustbein, mit Ausstrahlung in den linken Arm, Schulter oder Unterkiefer oder Oberbauch sein. .| © Moyo Studio

Ein Herzinfarkt kann ohne jegliche Vorwarnung auftreten. Bei einem Großteil der Betroffenen bestehen jedoch bereits vorab Beschwerden einer koronaren Herzerkrankung, beispielsweise Angina pectoris oder Atemnot. Weniger eindeutig sind Anzeichen wie ein Kribbeln und Gefühlsstörungen in der linken Hand, die schon vor dem Infarkt auf eine verminderte Blutversorgung hinweisen können. 

Ursachen von Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt ist fast immer die Folge einer koronaren Herzkrankheit. Hierbei sind die Herzkranzgefäße aufgrund fetthaltiger, teilweise verkalkter Ablagerungen mehr oder minder stark verengt. Reißen die Plaques auf, lagern sich Blutplättchen an und es entsteht ein Blutgerinnsel, das zum vollständigen Gefäßverschluss führt. Dadurch bekommen Teile des Herzmuskels zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Ohne rasche Hilfe stirbt der nicht mehr durchblutete Bereich ab. Umso größer das verschlossene Gefäß ist, desto stärker ist auch der Infarkt. 

Behandlung von Herzinfarkt

Je früher die Therapie eingeleitet wird, desto mehr Herzmuskelgewebe kann gerettet werden. Es treten weniger Komplikationen auf und das Risiko für eine chronische Herzschwäche sinkt. Die Prognose hängt somit entscheidend davon ab, wie schnell bei einem Herzinfarkt Erste Hilfe geleistet wird, wie rasch der Notarzt eintrifft und wie weit der Weg zum Krankenhaus ist. In ländlichen Gegenden mit langen Anfahrtswegen ist manchmal der Transport im Hubschrauber notwendig. 

Erstmaßnahmen bei einem Herzinfarkt

Der Notarzt leitet vor Ort folgende Erstmaßnahmen ein: 

  • Lagerung mit angehobenem Oberkörper
  • Sauerstoffzufuhr über eine Nasensonde (bei Sauerstoffsättigung unter 95 Prozent, akuter Herzschwäche oder Atemnot)
  • Anschließen des/der Patient:in an ein EKG beziehungsweise einen Motor mit Überwachung des Herzrhythmus, der Herzfrequenz, des Blutdrucks und der Sauerstoffsättigung
  • Legen eines venösen Zugangs zum Verabreichen von Medikamenten
  • Defibrillationsbereitschaft des Rettungsdienstes
Medikamentengabe

Abhängig von ihren Standardmedikamenten erhalten die Betroffenen: 

  • Nitroglycerin
  • Aspirin intravenös, gegebenenfalls andere Blutverdünner oder Gerinnungshemmer
  • Betablocker bei erhöhtem Puls
  • Atropin bei sehr langsamem Puls
  • Diazepam oder Morphin zur Beruhigung und als Schmerzmittel
Wiedereröffnen des blockierten Herzkranzgefäßes

Gibt es im Krankenhaus eine kardiologische Abteilung mit Herzkatheterlabor, wird in aller Regel umgehend ein Herzkatheter-Eingriff durchgeführt. Dieser ermöglicht es, die auslösende Engstelle genau zu lokalisieren und das Gefäß mithilfe eines kleinen Ballons aufzuweiten. Dabei wird meist gleichzeitig ein Stent, eine Gefäßstütze aus Edelstahl, eingesetzt, um eine erneute Gefäßverengung zu verhindern. 

Verfügt das Krankenhaus nicht über diese Ausstattung und ist binnen zwei Stunden keine Verlegung möglich, wird eine Fibrinolyse durchgeführt. Hierbei versuchen die Mediziner:innen, das Blutgerinnsel mit intravenös verabreichten Medikamenten aufzulösen, um die Durchblutung wieder herzustellen. Anschließend wird der/die Patient:in schnellstmöglich zur Herzkatheter-Untersuchung in ein kardiologisches Zentrum verlegt. 

Risikofaktoren einen Herzinfarkt zu erleiden

Das Risiko für einen Herzinfarkt kann sowohl durch unvermeidbare als auch durch vermeidbare Faktoren erhöht sein. Zu Ersteren gehören: 

  • höheres Lebensalter
  • männliches Geschlecht
  • genetische Veranlagung (Herzinfarkte in der Familie)
  • angeborener Herzfehler.

Vermeidbare Faktoren sind: 

  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • hohe Blutfettwerte
  • Stress
  • einseitige, fettreiche Ernährung.

Vorbeugung von Herzinfarkt

Auch wenn die Zahl der Herzinfarkte in Deutschland sinkt, ist der Herzanfall nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei Männern. Mit folgenden Verhaltensregeln kannst du dein Herzinfarkt-Risiko jedoch effektiv minimieren und zugleich die Gefahr für eine Krebserkrankung senken: 

  • nicht Rauchen
  • regelmäßige Bewegung
  • Idealgewicht halten
  • Stresslevel reduzieren
  • ausgewogene Ernährung
  • Alkohol nur in Maßen

Außerdem empfiehlt es sich, deine Blutfettwerte regelmäßig kontrollieren zu lassen. 

Was kann Doktor.de in Sachen Herzinfarkt für mich tun?

Bei einem Herzinfarkt ist schnelle Hilfe unabdingbar. Selbst bei einem Herzstillstand kann die rechtzeitige Wiederbelebung mit Herzdruckmassage und Defibrillation viele Betroffene retten. Doktor.de ist die ideale Anlaufstelle, wenn du dich über die Erste Hilfe bei einem Herzanfall oder über die Herzinfarkt-Prävention informieren möchtest. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Prof. Dr. med. Voigtländer, T. o.J. Herzinfarkt rechtzeitig erkennen: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten. Deutsche Herzstiftung.

DZHK – Deutsches Zentrum für Herz-KReislauf-Forschung e.V. o.J. Herzinfarkt.

Prof. Dr. med. Stawowy, P. 03.2022. Herzinfarkt – Symptome, Ursachen, Diagnose und Therapie. Deutsches Herzzentrum Berlin.

Deutsches Rotes Kreuz. o.J. Herzinfarkt.

Internisten im Netz. 18.08.2017. Ursachen & Risikofaktoren eines Herzinfarkts.

Prof. Dr. med. Middeke, M. o.J. Herzinfarkt: Ursachen & Behandlungsmöglichkeiten.

Letztes Update: 2022-08-12