Das runde Piktogramm mit einem rosa Hintergrund zeigt eine Illustration eines Virus mit einem Reagenzglas.
Rippenfellentzündung

In vielen Fällen tritt die Rippenfellentzündung als Folge einer anderen Erkrankung auf. Sie ist schmerzhaft und sollte unbedingt behandelt werden. Hier erfährst du alles Wichtige über die Symptome, Ursachen und ihre Behandlung. 

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Was ist das Rippenfell?

Sprechen Mediziner:innen von einer Rippenfellentzündung, wird sie als Pleuritis vom lateinischen Begriff Pleura für Brustfell bezeichnet. Dieses Brustfell ist zweischichtig aufgebaut. Es besteht aus: 

  • dem Lungenfell und 
  • dem Rippenfell. 

Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, sind bei Rippenfellentzündung meist beide Schichten betroffen. Treffender wäre also der Ausdruck Brustfellentzündung. 

Als Teil des Brustfells kleidet das Rippenfell den Brustkorb aus. Gleichzeitig dient es als Begrenzung seitens der Rippen. Als innerer Teil des Brustfells überzieht das Lungenfell die Lunge. An den Rändern sind beide Schichten miteinander verwachsen und zwischen ihnen befindet sich ein kleiner Hohlraum. Er ist mit Flüssigkeit gefüllt und wird als Pleuraspalt bezeichnet. 

Trockene und feuchte Rippenfellentzündung – wie unterscheiden sie sich?

Grundsätzlich wird zwischen der trockenen und feuchten Rippenfellentzündung unterschieden. In einigen Fällen geht die trockene Form (Pleuritis sicca) in die Pleuritis exsudsativa, also die feuchte Entzündung über. 

  1. Bei der trockenen Rippenfellentzündung wird im Pleuraspalt keine zusätzliche Flüssigkeit gebildet. Die beiden Felle reiben aneinander. Das ruft starke Schmerzen hervor.
  2. Charakteristisches Merkmal der feuchten Form ist der sogenannte Pleuraerguss. Die Menge der Flüssigkeit im Pleuraspalt, also dem Hohlraum zwischen Lungen- und Rippenfell, drückt dann auf die Lungenflügel. Das schränkt die Atmung ein. Entsteht ein Pleuraemphysem, finden sich in der Pleurahöhle Ansammlungen von Eiter.
Die Symptome der trockenen Rippenfellentzündung 

Bei der trockenen Form ist meist nicht nur allein das Rippenfell betroffen, auch das Lungenfell ist entzündet. Die beiden Brustfellschichten reiben aneinander und so kommt es zu starken Schmerzen. Sie verschlimmern sich insbesondere beim Einatmen. Grund dafür ist das Aufblähen der Lungenflügel beim Einatmen. Das Lungenfell wird dadurch an die gegenüberliegende Schicht gedrückt und so verstärken sich die Beschwerden. Häufig treten die Schmerzen einseitig auf, da oft nur ein Lungenflügel von der Entzündung betroffen ist. In einigen Fällen strahlen die Beschwerden bis in die Schulter aus. Wird die Erkrankung von einem Reizhusten begleitet, kann dies die Schmerzen verschlimmern. 

Typisches und äußerlich wahrnehmbares Symptom der trockenen Form ist eine flache und häufig einseitige Schonatmung. Sie soll beim Atmen für weniger Beschwerden sorgen. Als Folge davon können mitunter auffällige Schonhaltungen eingenommen werden. 

Wird der Brustkorb abgehört, ist das schmerzhafte Aneinanderreiben der beiden Schichten sogar hörbar. Diese Symptome bezeichnet man als Schneeballknirschen oder Lederreiben. 

Die Symptome der feuchten Rippenfellentzündung 

Wie bereits erwähnt, ist der Pleuraerguss, also die vermehrte Flüssigkeitsansammlung in dem Hohlraum zwischen Lungen- und Rippenfell, charakteristisches Kennzeichen der feuchten Form. Die Größe und Lage des Ergusses bestimmt die Symptome. Haben sich nur kleine Pleuraergüsse gebildet, geht dies mitunter sogar ohne spürbare Symptome einher. Die Flüssigkeit verhindert das schmerzhafte Reiben der beiden Schichten, wie sie bei der trockenen Entzündung der Fall ist. Mit zunehmender Größe des Ergusses steigt der Druck nach innen auf die Lunge. Der betroffene Lungenflügel kann sich dadurch immer weniger aufblähen, die Atmung wird zunehmend eingeschränkt. Hörbare Symptome der feuchten Rippenfellentzündung sind schwache bis ganz ausbleibende Atemgeräusche in dem erkrankten Lungenflügel. Äußerst selten tritt eine Rippenfellentzündung ohne eine auslösende Grunderkrankung auf. Daher vermischen sich im Regelfall die Symptome der Entzündung und der auslösenden Erkrankung: 

  • Fieber 
  • Schüttelfrost 
  • Husten 
  • insgesamt ein sehr ausgeprägtes Krankheitsgefühl, das grippeähnlich ist 

Ursachen von Rippenfellentzündungen

In nahezu allen Fällen ist die Rippenfellentzündung die Folge anderer Erkrankungen. Meist geht eine Lungenentzündung voraus. Vor allem bei bakteriellen Lungenentzündungen breiten sich die Erreger auf das Brustfell aus. 

Grundsätzlich unterscheiden Mediziner:innen zwischen infektiöser und nicht-infektiöser Pleuritis. Die erste Form wird durch Pilze, Viren oder Bakterien verursacht. Bei der nicht-infektiösen Variante können verschiedene Ursachen infrage kommen. In seltenen Fällen gehen unter anderem folgende Erkrankungen/Behandlungen voraus: 

  • Metastasen zum Beispiel von Brust- oder Lungenkrebs (Pleurakarzinose)
  • Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen)
  • Lungeninfarkt oder Lungenembolie 

Werden reizende Medikamente in den Pleuraspalt verabreicht, kann dies ebenso wie Operationen, Unfälle oder rheumatische Erkrankungen eine Rippenfellentzündung auslösen. 

Behandlung von Rippenfellentzündungen

Therapie und Prognose der Pleuritis hängen vom allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen, dem Stadium, ob trocken oder feucht sowie dem Auslöser ab. Ebenso spielt der Zeitpunkt der Diagnose eine wichtige Rolle. 

Die Behandlung der trockenen Rippenfellentzündung 

Vornehmlich kommt für diese Form eine Behandlung mit Antibiotika zur Anwendung. Welche Therapie genau gewählt wird, richtet sich nach den Erregern und der Grunderkrankung. Bei viral bedingten Entzündungen können lediglich die Symptome mit Hustenstillern, fiebersenkenden und schmerzstillenden Wirkstoffen gelindert werden. 

Die Behandlung der feuchten Rippenfellentzündung 

Bei dieser Form steht der Pleuraerguss im Therapie-Mittelpunkt. Liegt lediglich ein kleiner Erguss vor, baut ihn der Körper im Rahmen der medikamentösen Behandlung der auslösenden Erkrankung wie einer Lungenentzündung ab. 

Mithilfe einer Thoraxdrainage werden größere Pleuraergüsse entfernt. Dazu wird (unter lokaler Betäubung) ein kleiner Schlauch in den Hohlraum zwischen den Fellen eingeführt. So kann der Erguss abgesaugt werden. Bei Bedarf kann der Spalt während des Eingriffs gespült werden. 

Risikofaktoren einer Rippenfellentzündungen

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das Entstehen einer Rippenfellentzündung begünstigen können:

  • Diabetes 
  • COPD, englisch für „chronic obstructive pulmonary diasease“, auf Deutsch chronisch obstruktive Lungenerkrankung 
  • Erkrankungen wie Lungenkrebs 
  • Erkrankungen der Speiseröhre, zum Beispiel Refluxkrankheit, Speiseröhrenausstülpungen, Speiseröhrenkarzinome 
  • Alkoholmissbrauch, Alkoholabhängigkeit 
  • Rauchen 

Wie kann Doktor.de bei einer Rippenfellentzündung helfen?

Bei Verdacht auf eine Rippenfellentzündung helfen dir die Ärzt:innen, die mit Doktor.de kooperieren, bei der Beurteilung deiner Symptome. Des Weiteren beraten sie dich. Für eine ausführliche Diagnostik und Behandlung der Pleuritis suchst du bitte eine Ärztin oder einen Arzt auf. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Feichter, M. 16.03.2022. Rippenfellentzündung. NetDoktor.

Dr. rer. nat. Nagel, G. 11.11.2020. Rippenfellentzündung (Pleuritis). Onmeda Gesundheit.

Kahle, C. 17.08.2020. Rippenfellentzündung. meine-gesundheit.de. 

Letztes Update: 2022-12-09