Lungenentzündung

Der Name sagt es: eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine entzündliche Erkrankung der Lunge. Dabei werden verschiedene Formen unterschieden, je nachdem, welche Strukturen betroffen sind: die Lungenbläschen (alveoläre Pneumonie) oder das Lungengewebe (interstitielle Pneumonie). Die Entzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Die alveoläre Form wird weiter unterteilt nach der Ausdehnung: So ist bei der Lobärpneumonie ein ganzer Lungenlappen oder jedenfalls ein Teil davon (Segment) befallen, es gibt aber auch verstreute Herdpneumonien. Die Lungenentzündung ist die häufigste in Westeuropa zum Tode führende Infektion und ist weltweit und besonders in den ärmeren Regionen der Erde eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern. 

Symptome einer Lungenentzündung

Es gibt keine nur für Lungenentzündung typischen Symptome. Die Erkrankung kann je nach Alter, Gesundheitszustand und Erreger leicht oder sehr schwer verlaufen. Sie kann sehr rasch zu Symptomen führen oder sich erst schleichend bemerkbar machen. 

Oft beginnt sie mit den Anzeichen eines grippalen Infektes mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit, auch Schmerzen im Brustkorb können auftreten. Kinder klagen oft über Bauchweh. Dann aber kann es bei der klassischen (bakteriellen, durch Pneumokokken hervorgerufenen) Pneumonie zu hohem Fieberanstieg mit Schüttelfrost kommen und auch zu schnellem Atmen sowie Atemnot. 

Besonders bei Kleinkindern tritt in diesem Fall das sogenannte Nasenflügeln auf. Andererseits verlaufen durch Viren hervorgerufene Lungenentzündungen oft langsam und weniger dramatisch. Eine besondere Gruppe sind die Säuglinge. Eine Lungenentzündung beim Baby kann sehr schwere Verläufe haben, sich aber nur durch ganz allgemeine Symptome wie Schläfrigkeit und Trinkunlust bemerkbar machen, was die Diagnose stark erschwert. Kleinkinder und Säuglinge sollten deshalb meist in einem Krankenhaus behandelt werden, während bei Erwachsenen ohne zusätzliche Risikofaktoren auch häusliche Behandlung ausreichen kann. 

Ursachen von Lungenentzündungen

Bei Erwachsenen wird die Lungenentzündung am häufigsten durch Pneumokokken hervorgerufen, im Kindes– und Säuglingsalter spielen andere Bakterien eine Rolle, besonders das Hib (Haemophilus influenzae Typ B). Weitere Bakterien sind vor allem bei Ansteckungen im Krankenhaus ursächlich. Hier treffen sie zudem auf viele abwehrgeschwächte Patient:innen, wodurch diese nosokomialen Pneumonien sehr schwer verlaufen können. Resistenzen gegen Antibiotika erschweren den Zustand weiter. Die Sterblichkeit von im Krankenhaus erworbenen Lungenentzündungen liegt in Deutschland bei etwa zehn Prozent. Außer Bakterien können Viren, zum Beispiel auch das Coronavirus Sars-Cov-2, aber auch Pilze und Parasiten eine Lungenentzündung hervorrufen. 

Behandlung einer Lungenentzündung

Eine durch Bakterien verursachte Lungenentzündung erfordert eine Behandlung mit Antibiotika. Bei Pneumokokken und Hib sind Penicilline weiterhin die Mittel der Wahl. Bei der viralen Lungenentzündung helfen Antibiotika nicht, allerdings kommt es oft zu einer bakteriellen Superinfektion, weshalb sie im Verlauf dann ebenfalls eingesetzt werden. Allgemeinmaßnahmen wie körperliche Schonung, Bettruhe bei Fieber und ausreichendes Trinken sind in allen Fällen angezeigt, der Einsatz von Atemgymnastik und Klopfmassagen kann wertvoll sein. 

Hausmittel zur Behandlung einer Lungenentzündung 

Es gibt keine Hausmittel zur Behandlung von Lungenentzündung, sie haben aber ihren Platz bei der Linderung von Beschwerden. Brustwickel und Einreibungen, Kräutertees und rezeptfreie Medikamente pflanzlichen Inhalts können unterstützend wirken. 

Risikofaktoren von Lungenentzündungen

Wie bei jeder durch Erreger hervorgerufenen Erkrankung spielt das körpereigene Abwehrsystem auch bei der Lungenentzündung eine große Rolle. So wird klar, dass Menschen mit Abwehrschwäche durch Vorerkrankungen oder Therapien (ins Immunsystem eingreifende Medikamente oder andere Maßnahmen wie Bestrahlungen) besonders gefährdet sind. Zur Risikogruppe gehören aber auch Patient:innen mit anderen Erkrankungen, besonders Herz und Lunge betreffend, sowie ältere Menschen (wegen allgemein abnehmender Abwehr) und Säuglinge sowie Kleinkinder (wegen ihres noch nicht ausgereiften Immunsystems). 

Vorbeugung von Lungenentzündungen

Zu den allgemeinen Vorsorgemaßnahmen gehören der Schutz der Atemwege sowie die Stärkung des Abwehrsystems: nicht rauchen, Bewegung an frischer Luft, gutes Raumklima mit idealer Feuchtigkeit und gesunde Ernährung. Ganz wesentlich zur speziellen Vorbeugung der Lungenentzündung sind die Impfungen gegen Pneumokokken und Hib. 

Die STIKO empfiehlt die Pneumokokkenimpfung ab dem 2. Lebensmonat. Die Hib-Impfung ist ein Teil der in Deutschland für Kinder üblichen Kombinationsimpfung. Bei Erwachsenen empfiehlt die STIKO die Pneumokokkenimpfung allen über 60 Jahren. Da in der Folge einer Grippeinfektion (Influenza) vor allem im Winter oft Lungenentzündungen als Komplikation zu verzeichnen sind, spielt außerdem die jährliche Impfung gegen Grippe eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Lungenentzündungen. 

Was kann Doktor.de bei Verdacht auf Lungenentzündung für mich tun? 

Die Lungenentzündung ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Symptome und Verlauf können leicht oder schwer sein. Wenn du den Verdacht hast, daran erkrankt zu sein, solltest du dringend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Bei Fragen zur Impfung, zur Vorbeugung und zu den Symptomen allgemein helfen dir unsere kooperierenden Ärzt:innen gerne weiter. 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lungenärzte im Netz. o.J. Was ist eine Lungenentzündung?

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 24.03.2021. Lungenentzündung. Gesundheitsinformation.de.

Robert Koch-Institut. 23.06.2020. Pneumokokken-Infektionen (Streptococcus pneumoniae).

Robert Koch-Institut. 15.12.2020. Haemophilus influenzae, invasive Infektion.

Lungeninformationsdienst. 16.12.2020. Lungenentzündung: Symptome und Grundlagen. 

Letztes Update: 2022-10-31