Mage
Sodbrennen

Sodbrennen ist das Leitsymptom der sogenannten gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) und wird auch als Reflux oder gastroösophagealer Reflux bezeichnet. Oft wird Sodbrennen als stechender, brennender Schmerz hinter dem Brustbein oder im Rachen, verbunden mit saurem Aufstoßen, beschrieben. Die Ursache für Sodbrennen ist meist, ein Rückfluss von Magen- oder Inhalt aus dem Zwölffingerdarm (Duodenum) in die Speiseröhre.  Dabei reizt die ätzende Säure die Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus) und verursacht das Schmerzempfinden. Normalerweise wird der Rückfluss von Magensaft bzw. Duodenalsaft einem Schließmuskel verhindert, der sich zwischen Speiseröhre und Magen befindet.  

Häufig ist es möglich, Sodbrennen durch eine Anpassung des Lebensstils und mit rezeptfreien Medikamenten zu behandeln. Jedoch sollte bei Persistenz der Beschwerden eine Speiseröhren- und Magenspiegelung erwogen werden, da bei anhaltendem Sodbrennen durch den Magensaft Gewebeänderungen in der Speiseröhre entstehen können, die ggf. medikamentös oder chirurgisch therapiert werden müssen.  

 

Symptome von Sodbrennen

Die Symptome des Sodbrennens können von leichten Beschwerden bis hin zu starken Schmerzen variieren, insbesondere wenn sich die Schleimhaut der Speiseröhre entzündet hat. Eine Entzündung der Speiseröhre wird als Ösophagitis bezeichnet.  Die Symptome von Sodbrennen können sich nach dem Zubettgehen verschlimmern, da der Mageninhalt flüssig ist und im Liegen leichter in die Speiseröhre gelangen kann.  

Anzeichen von Sodbrennen sind: 

  • Saurer Reflux
  • Brennender Schmerz im Hals oder hinter dem Brustbein 
  • Schmerzen oder Beschwerden im Bereich des Zwerchfells, die hinter die Rippen nach oben ausstrahlen können 
  • Frühes Sättigungsgefühl 
  • Brechreiz 
  • Schlechter Geschmack und/oder Geruch im Mund  

Zudem ist es möglich, dass bei einer unbehandelten Refluxkrankheit weitere Beschwerden wie Reizhusten, Heiserkeit, Zahnschmerzen oder bösartige Schleimhautveränderung im Bereich der Speiseröhre hinzukommen.

Auch Kleinkinder können von Sodbrennen betroffen sein, da der Muskel zwischen Magen und Speiseröhre noch nicht vollständig ausgebildet sein kann. Kleine Kinder haben größere Schwierigkeiten, ihre Symptome auszudrücken, und es kann schwierig sein, zu verstehen, dass Sodbrennen vorliegt. Symptome von Sodbrennen bei Kleinkindern sind zum Beispiel: 

  • Das Kind erbricht oft.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten und Schmerzen beim Schlucken. 

In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft: 

  • Wenn über Monate hinweg Symptome von Sodbrennen vorliegen und keine Besserung eintritt. 
  • Wenn die Symptomatik zunimmt und bisherige Therapieversuche scheitern. 
  • Wenn Heiserkeit, Reizhusten oder Zahnschmerzen anhalten oder ein ungewollter Gewichtsverlust vorliegt. 

Sofortige ärztliche Hilfe sollte aufgesucht werden, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft: 

  • Plötzlich auftretende stärkste Schmerzen im Bereich des Brustbeins
  • Plötzlich auftretende Schwierigkeiten beim Schlucken, Essen oder Trinken begleitet von starken Schmerzen
  • Schwarzer Stuhlgang (ohne die Einnahme eisenhaltiger Medikamente oder entsprechender eisenhaltiger Lebensmittel) Bluterbrechen 

Ursachen von Sodbrennen

Das Bild zeigt einen Mann, der sich an die Brust greift und Sodbrennen hat.
Sodbrennen kann ein stechender, brennender Schmerz hinter dem Brustbein oder Rachen sein. | © naturalherbsclinic

Als natürliche Barriere zwischen der Schleimhaut von Magen und Speiseröhre befindet sich ein Muskel, ein sogenannter Schließmuskel, welcher den Magen von der Speiseröhre trennt. Funktioniert dieser nicht richtig, erschlafft im Alter oder wird der Magendruck zu groß, kann Magensaft in die Speiseröhre aufsteigen und Sodbrennen entsteht.  

Um Bakterien abzutöten und Nahrungsmittel zu zersetzen, ist das Milieu im Magen sehr sauer. Die Magenschleimhaut ist speziell auf das sehr saure Milieu ausgelegt. Wenn aber Magensäure in die Speiseröhre gelangt, kann es zu Sodbrennen kommen, da die Schleimhaut dort nicht für ein so saures Milieu ausgelegt ist.

Eine Ursache von Sodbrennen kann sein, dass der Magen durch starkes Übergewicht oder aufgrund einer Schwangerschaft nach oben gedrückt wird.  

Den Höhepunkt hat das Dach der Gebärmutter ungefähr in der 30. SSW erreicht. Meist verbessern sich die Beschwerden wieder zwischen 33.-35. SSW, da sich die Gebärmutter ab diesem Zeitpunkt senkt.

Sodbrennen kann aber auch durch sehr fettige Nahrung, zu großen Portionen (vor allem vor dem Schlafen gehen), Magengeschwüre, Alkohol, Rauchen oder Stress ausgelöst werden. 

Behandlung von Sodbrennen

Eine frühe Therapie von Sodbrennen kann konservativ ohne ärztliche Aufsicht erfolgen. Halten die Symptome aber an oder verschlimmern sich, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden und ggf. auch eine Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD, Spiegelung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms) durchgeführt werden 

Sodbrennen kann in der Regel durch eine medikamentöse Behandlung und eine Änderung des Lebensstils gelindert werden. Es gibt mehrere rezeptfreie Medikamente, die die Säuremenge reduzieren und die Symptome lindern: 

  • Antazida sind (Kau-) Tabletten, die Säure binden und neutralisieren. Sie wirken innerhalb weniger Minuten, die Wirkung ist jedoch nur von kurzer Dauer. Sie können mit länger wirkenden Medikamenten kombiniert werden.  
  • Arzneimittel, die Alginsäure enthalten. Das Medikament bildet eine Schaumkappe, die sich oben auf dem Magen absetzt, um zu verhindern, dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt.  
  • H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer sind ebenfalls in Tablettenform erhältlich.  Diese reduzieren die Säureproduktion des Magens.   

Hier sind weitere Tipps, um Sodbrennen zu lindern und das Risiko von Sodbrennen zu verringern. 

  • Da Rauchen das Risiko von Sodbrennen erhöht, sollte das Rauchen aufgegeben werden.  
  • Das Kopfteil des Bettes kann erhöht werden, um das Refluxrisiko zu verringern und die Symptome lindern. 
  • Bei Übergewicht sollte das Körpergewicht reduziert werden, da insbesondere abdominale Fettleibigkeit das Risiko von Sodbrennen erhöht. 
  • Ausreichend Bewegung. Still Sitzen und vor allem langes Sitzen mit nach vorne gebeugtem Oberkörper kann das Risiko von Sodbrennen erhöhen. 
  • Regelmäßige Nahrungsaufnahme mit kleineren Portionen. Das Essen großer Portionen kann Sodbrennen verursachen. Ebenso sollte auf Mahlzeiten am späten Abend verzichtet werden, da dies s in der Nacht zu einer hohen Säureproduktion führen kann. 
  • Sowohl stark fetthaltige Lebensmittel als auch auf stark säurehaltige Lebensmittel, die die Schleimhäute reizen können, sollte verzichtet werden. Beispiele sind fettige Lebensmittel, starke Gewürze, Zwiebeln, Zitrusfrüchte, Tomaten, saure Beeren, Pfefferminze, Schokolade, kohlensäurehaltige Getränke und Alkohol. 
  • Stress zu vermeiden. Auch Stress kann zu einer Verschlimmerung der Symptomatik führen, daher sollte Stress vermieden werden.  

Wie kann Doktor.de mir bei Sodbrennen helfen?

Die mit Doktor.de kooperierenden Ärztinnen und Ärzte sowie unser medizinisches Fachpersonal können dir bei der Beurteilung deiner Symptome helfen. Unsere Kooperationsärzt:innen beraten dich hinsichtlich einer konservativen Therapie gern und stellen bei Bedarf Rezepte für Medikamente gegen das Sodbrennen oder Überweisungen für die Weiterbehandlung durch einen Gastroenterologen aus.   

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Lundborg, E. 25.04.2022. Halsbränna. Doktor.se.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 17.11.2021. Sodbrennen und Refluxkrankheit. Gesundheitsinformation.de

Letztes Update: 2022-05-27