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Hüftschnupfen

Der Hüftschnupfen betrifft vor allem Kleinkinder und Grundschulkinder. Der Name entspringt der Tatsache, dass der Hüftschnupfen häufig einige Tage oder Wochen nach Erkältungen auftritt. Auch vorangegangene Magen-Darm-Infektionen sind oft ein Vorläufer des Hüftschnupfens. Die betroffenen Kinder verspüren auf einmal einen – in der Regel einseitigenSchmerz in der Hüfte. Die genauen Gründe für die Entstehung dieser Krankheit sind unbekannt, die Behandlung erfolgt mit Schmerzmitteln und durch Schonung. Nach einigen Tagen bis zwei Wochen heilt der Hüftschnupfen meist folgenlos aus.  

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Symptome von Hüftschnupfen

Charakteristisch für den Hüftschnupfen sind spontan einsetzende Schmerzen im Hüftbereich. Die Schmerzen treten für gewöhnlich nur auf einer Seite auf. Sie können hierbei bis ins Knie oder in die Leistengegend ausstrahlen. Durch eine Entzündungsreaktion gerät Flüssigkeit in den Gelenkspalt, wodurch die Gelenkkapsel in Mitleidenschaft gezogen wird. In der Folge entstehen die Hüftschmerzen.  

Die betroffenen Kinder beginnen durch die Schmerzen oft zu humpeln, kleinere Kinder stellen das Gehen mitunter völlig ein. Diese ungewöhnlichen Verhaltensweisen der Kinder nähren in vielen Fällen den Verdacht auf einen Hüftschnupfen, sodass eine ärztliche Abklärung nötig wird. 

Mögliche Symptome bei Hüftschnupfen: 

  • Schmerzen in der Hüfte
  • Schmerzen können bis ins Knie und / oder die Leiste ausstrahlen
  • Hinken, humpeln, Bewegungseinschränkungen
  • Symptome treten meist einseitig auf 

Ursachen von Hüftschnupfen

Wie ein Hüftschnupfen bei Kindern entsteht und warum vor allem jüngere Kinder betroffen sind, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Ärzte und Ärztinnen gehen davon aus, dass das Immunsystem infolge des vorangegangenen Infekts mit einer Entzündung und einem daraus resultierenden Gelenkerguss reagiert. Warum ausgerechnet die Hüfte von dieser Reaktion betroffen ist, ist ebenfalls Gegenstand der Forschung.  

Ein Hüftschnupfen ist für gewöhnlich nicht gefährlich und heilt normalerweise nach einigen Tagen oder nach etwa zwei Wochen komplikationslos aus.  

Diagnose von Hüftschnupfen

Wichtig bei der Diagnose des Hüftschnupfens ist die genaue Krankengeschichte. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, ob das betroffene Kind in der letzten Zeit unter einer Erkältung oder an einem Magen-Darm-Infekt gelitten hat. Ist dies der Fall, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich bei den Schmerzen um einen Hüftschnupfen handelt. 

In der Regel folgen aber noch weitere Untersuchungen. Treten zum Beispiel zusätzliche Symptome wie Fieber oder eine erwärmte, gerötete Haut im Bereich der Hüfte auf, könnten auch andere Erkrankungen infrage kommen. So besteht etwa die Möglichkeit einer Hüftgelenkentzündung, welche durch Bakterien hervorgerufen wird. Ist dies der Fall, dann muss diese Entzündung umgehend behandelt werden, da sonst dauerhafte Schäden im Gelenk drohen. 

Eine weitere Diagnosemöglichkeit stellt die Sonographie dar. Hierbei wird nicht nur die betroffene Hüfte, sondern auch die andere Seite untersucht. Zeigt sich im Seitenverlauf ein Erguss im Gelenk der schmerzenden Seite, dann gilt die Diagnose Hüftschnupfen als gesichert. Ergänzend können auch Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um zum Beispiel die Entzündungswerte zu bestimmen.  

Als Differentialdiagnosen kommen die bakterielle Coxitis und Morbus Perthes infrage. 

Behandlung von Hüftschnupfen

Die Behandlung von Hüftschnupfen erfolgt meist mithilfe von schmerzstillenden Medikamenten. Hierbei kommen in der Regel Mittel aus der Familie der Nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Diclofenac und Ibuprofen. Wichtig ist, dass die Dosis korrekt an die Kinder angepasst wird.  

Ein weiterer Punkt bei der Behandlung von Hüftschnupfen ist Schonung. Durch die Schonung kann sich die Entzündung zurückbilden, die Gelenkkapsel in der Hüfte entspannt sich. In der Folge klingen die Beschwerden ab. Daher sollten die Kinder in der Akutphase der Probleme auf körperliche Aktivitäten wie Sport oder Herumtollen verzichten.  

Sollten die Schmerzen zu stark sein, kann die Hüfte mit Unterarmgehstützen entlastet werden. Bei kleineren Patient:innen ist unter Umständen auch Bettruhe notwendig. Normalerweise bessern sich die Beschwerden nach einigen Tagen und verschwinden dann von ganz alleine. Bis zur vollständigen Schmerzfreiheit können allerdings bis zu zwei Wochen vergehen. Auch in den ersten Tagen nach der Genesung sollten sich die kleinen Patient:innen noch schonen.

Risikofaktoren von Hüftschnupfen

Wirkliche Risikofaktoren für die Entstehung von Hüftschnupfen gibt es eigentlich nicht. Wenn überhaupt, dann könnte der vorangegangene Infekt als Risikofaktor bezeichnet werden. Allerdings muss ein Infekt bei Kindern nicht zwangsläufig auch zu einem Hüftschnupfen führen. Eventuell kann ein geschwächtes Immunsystem die Erkrankung begünstigen. Jungen sind häufiger von Hüftschnupfen betroffen als Mädchen. Bei Erwachsenen tritt die Erkrankung nur selten auf.  

Wie kann Doktor.de bei Hüftschnupfen helfen?

Solltest du bei deinem Kind aufgrund von Hüftschmerzen einen Hüftschnupfen vermuten, dann sind unsere Ärzt:innen zur Stelle und beraten dich ausführlich. Bei sehr starken Schmerzen, Fieber, Hautrötungen oder warmer Haut im Schmerzbereich solltest du eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsuchen.  

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Feichter, M. 10.03.2021. Hüftschnupfen. NetDoktor.

Dr. Kremser, K. 18.12.2017. Was ist ein Hüftschnupfen? Apotheken Umschau.

Hircin, E. 22.10.2021. Coxitis fugax. DocCheck Flexikon. 

Letztes Update: 2022-12-09