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Ibuprofen

Ibuprofen zählt zu den bekanntesten Wirkstoffen, ist eines der am häufigsten verkauften rezeptfreien Medikamente auf dem deutschen Markt und wird gegen leichte bis starke Schmerzen, zum Beispiel Kopfschmerzen, Regelschmerzen sowie Gelenkschmerzen, Fieber und Entzündungen eingesetzt. Das Schmerzmittel, auch Analgetikum genannt, gehört zu Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Ibuprofen gilt als sehr verträglich und sicher. Gelegentlich kann Ibuprofen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes hervorrufen. Zudem können Wechselwirkungen mit bestimmten anderen Wirkstoffen entstehen.

Wirkungsweise von Ibuprofen  

Entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzlindernd – so wirkt Ibuprofen. Ibuprofen hemmt das Enzym Cyclooxygenase und damit auch die Bildung von Prostaglandinen. Prostaglandinen sind entzündungsvermittelnde Gewebshormone, die an der Entstehung von Schmerzen beteiligt sind. Ebenfalls können Prostaglandinen Fieber auslösen. Pharmazeut:innen und Mediziner:innen kategorisieren Ibuprofen als nicht-steroidales Antirheumatika (kurz: NSAR). Dies bedeutet, dass es sich um kein Steroid, wie zum Beispiel Kortison, handelt.  

Darreichungsformen von Ibuprofen

Ibuprofen kann sowohl oral, rektal oder intravenös eingenommen werden. Aus diesem Grund ist Ibuprofen als Tablette, Kapsel, Salbe, Zäpfchen, Gel, Saft oder Granulat erhältlich.  

Ibuprofen in der Darreichungsform Tablette und Kapsel ist für Säuglinge ab drei Monaten und Kleinkinder nicht geeignet. Diese können Ibuprofen als Zäpfchen oder Saft einnehmen. Die Dosierung richtet sich nach dem Gewicht des Kindes, wobei die Tagesgesamtdosis 20 bis 30 mg/kg Körpergewicht auf drei bis vier Einzeldosen zu je 7 bis 10 mg/kg aufgeteilt wird. Ab sechs Jahren können Kindern auch Tabletten und Schmelztabletten mit 200 mg Ibuprofen einnehmen.  

Überzogene Tabletten, Filmtabletten oder Kapseln, die mit Wasser geschluckt werden, sind die gängigste Darreichungsform für Jugendliche und Erwachsene. Ibuprofen Tabletten, Weichkapseln sowie die Schmelztabletten lösen sich im Magen auf, sodass der Wirkstoff Ibuprofen freigesetzt wird und anschließend durch die Magenwand in den Blutkreislauf gelangt. Mit dem Blut wird Ibuprofen an den Ort des Geschehens transportiert, beginnt aber bereits mit dem Eintritt in das Blutgefäßsystem die Freisetzung von Prostaglandinen zu blockieren. Das trägt zur Verringerung von Schmerzen und Entzündungen bei. 

Zudem stehen ihnen auch Schmelztabletten und Granulate zur Verfügung, die ohne Wasser eingenommen werden können.  Darüber hinaus gibt es für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene auch Schmerzpflaster, die Ibuprofen enthalten.  

Anwendung von Ibuprofen

Ibuprofen kann bei folgenden Indikationen verwendet werden: 

  • Leichte bis mäßige Schmerzen  
  • Fieber 
  • Zahnschmerzen  
  • Kopfschmerzen (zum Beispiel Migräne oder Spannungskopfschmerzen)  
  • Muskelschmerzen und Gliederschmerzen in Verbindung mit einer Erkältung  
  • Menstruationsbeschwerden  

Dosierung von Ibuprofen  

Das Bild zeigt eine Person, die in der einen Hand ein Glas und in der anderen zwei Ibuprofen Tabletten hat. Vor ihr liegt ein Blister mit Ibuprofen.
Die gängigste Darreichungsform von Ibuprofen sind Tabletten.| © georgeclerk

Die Dosierung von Ibuprofen kann je nach Darreichungsform variieren. Tabletten sind mit 200 mg, 400 mg, 600 mg sowie 800 mg in der Apotheke erhältlich. Die Tagesdosis von Ibuprofen für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsenen beträgt 1200 mg bis 2400 mg, dies bedeutet, dass die Einzeldosierung in dieser Gruppe bei dreimal 200 mg bis 400 mg liegt.  

Ab einer Dosierung von 600 mg ist Ibuprofen verschreibungspflichtig.  

Wichtig: Rezeptfreie Schmerzmittel, wie Ibuprofen, sollten nicht länger als vier Tage eingenommen werden – es sei denn, der behandelnde Arzt oder Ärztin ordnet dies an.  

Nebenwirkungen von Ibuprofen

Die Einnahme von Ibuprofen kann einige Nebenwirkungen mit sich bringen. Ibuprofen hemmt die Produktion der schützenden Schleimschicht des Magen-Darm-Trakts, vor allem des Magens.  Dies kann zu Sodbrennen, Erbrechen, Bauchschmerzen oder zur Bildung von Magen-Darm-Geschwüren führen.  

Weitere mögliche Nebenwirkungen können:  

  • Schwindel 
  • Kopfschmerzen  
  • Müdigkeit 
  • Reizbarkeit  
  • Blähungen  
  • Durchfall  
  • Verstopfungen  

sein.  

Hersteller von Medikamenten müssen im Beipackzettel jegliche Nebenwirkungen auflisten, die im Zusammenhang mit der Einnahme des Medikaments bekannt sind. Dies kann sehr beunruhigend wirken. Daher ist es wichtig zu wissen, dass die möglichen Nebenwirkungen absteigend nach ihrer Häufigkeit kategorisiert werden.  

  • „Sehr häufig“: Bei mehr als zehn Prozent der Anwender (oder mehr als 1 von 10 Behandelten) können sich Nebenwirkungen einstellen.  
  • „Häufig“: Bei bis zu zehn Prozent der Menschen (oder bis zu 1 von 10), kann es zu Nebenwirkungen kommen.  
  • „Gelegentlich“: Bei bis zu einem Prozent der Anwender (oder bis zu 1 von 100) können unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten. 

Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen

Ibuprofen kann in einigen Fällen mit bestimmten Medikamenten Wechselwirkungen eingehen. Daher ist es vor jeder Einnahme wichtig, dass mit einem Arzt, Ärztin oder Apotheker:in besprochen wird, ob die Medikamente sich vertragen.  

Menschen, die täglich niedrig dosierte Acetylsalicylsäure, kurz ASS, zur Prophylaxe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und regelmäßig Ibuprofen einnehmen, sollten zwischen den Einnahmen zwischen zwei Stunden Zeit vergehen lassen. Der Grund: Ibuprofen kann die blutgerinnungshemmenden Effekte von ASS ungünstig beeinflussen. Patienten, die ASS täglich, Ibuprofen aber nur gelegentlich einnehmen, haben diese Wechselwirkung nicht zu erwarten. 

Bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten, besonders bei ACE-Hemmern, kann Ibuprofen die Wirkung abschwächen.  

Hingegen kann Ibuprofen den blutzuckersenkenden Effekt von oralen Antidiabetika steigern.  

Während der Einnahme von Ibuprofen sollte der Konsum von Alkohol vermieden werden, denn dies kann unerwünschte Nebenwirkungen begünstigen.  

Wann sollte Ibuprofen nicht eingenommen werden?  

Ibuprofen sollte nicht eingenommen werden bei:  

  1. Einer Überempfindlichkeit / Allergie auf den Wirkstoff Ibuprofen oder eines anderen Bestandteils 
  2. Kurzatmigkeit, Asthmaanfällen, laufender Nase, Schwellungen des Gesichts und / oder der Hände oder Nesselausschlag nach der Einnahme von Ibuprofen oder eines anderen NSAR 
  3. Einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung 
  4. Ungeklärten Blutbildungsstörungen, Hirnblutungen oder anderen aktiven Blutungen 
  5. Einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür  
  6. Schwangerschaften im letzten Drittel.  Während der ersten 6 Monate der Schwangerschaft darf Ibuprofen nur auf Anraten des Arztes/ der Ärztin eingenommen werden. 
Letztes Update: 2022-09-27