Das runde Piktogramm mit einem grünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines Neurons.
Migräne

Migräne ist mehr als Kopfschmerzen: Migräne ist eine Erkrankung, die zu Kopfschmerzen, häufig in Kombination mit Übelkeit und gesteigerter Geräusch- und Lichtempfindlichkeit führt. Migräneattacken dauern oft mehrere Stunden bis zu einigen Tagen an. Manche Patient:innen erleben Migräne im Zusammenspiel mit einer sogenannten Aura. Dies ist eine vorübergehende Störung des Nervensystems, die hauptsächlich zu Sehstörungen führen kann. Diese neurologischen Störungen können auch mit dem Gefühl eines Kribbelns, Taubheitsgefühlen und Artikulationsschwierigkeiten einhergehen.  

Symptome von Migräne

Typisch für Migräne sind mäßige bis starke Kopfschmerzen, oft auf einer Seite des Kopfes. Meist werden sie als pulsierend, pochend oder hämmernd empfunden. | © Tunatura

Jeder Betroffene von Migräne weiß, dass Migräne mehr als „nur“ Kopfschmerzen ist. Die Schmerzen, die meist nur auf einer Seite des Kopfes auftreten, sind sehr intensiv und werden als hämmernd oder pulsierend beschrieben. Migränegeplagte Menschen leiden zudem unter weiteren Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit.  

Bevor der eigentliche Migräneanfall einsetzt, treten bei einem Teil der Betroffenen Wahrnehmungsstörungen auf: Sie sehen Blitze oder Formen oder ihr Sichtfeld ist verschwommen und unklar. Solche Erscheinungen bezeichnen Ärzt:innen als „Aura“. Tritt eine solche Aura erstmalig auf, wirkt sie für die Patient:innen bedrohlich, jedoch verschwindet sie in der Regel wieder, wenn der Migräneschmerz einsetzt.  

Ursachen von Migräne

Die genaue Ursache von Migräne ist unbekannt. Mediziner:innen vermuten, dass das komplexe Zusammenspiel von Gehirn, Nerven und Blutgefäßen Migräneattacken fördert. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass eine genetische Veranlagung (Disposition genannt) vorliegt. Das Zusammenspiel von Genetik und individuellen Auslösern, sogenannten Triggern, führt schließlich zu einer Migräneattacke. Frauen sind häufiger von Migräne betroffen als Männer. Nach dem 40. Lebensjahr nehmen Migränebeschwerden auch beim weiblichen Geschlecht im Normalfall ab.  

Die Trigger von Migräne sind vielfältig. Attacken können ausgelöst werden durch: 

  • Wetterumschwünge 
  • Reizüberflutungen  
  • Genuss- und Lebensmittel, wie Alkohol, Nikotin, bestimmte Käse- und Wurstsorten  
  • Stress 
  • hormonellen Schwankungen 

 

Behandlung von Migräne

Wenn du weißt, dass du zu Migräne neigst, hast du wahrscheinlich bestimmte Frühwarnzeichen an dir erkannt. Zu diesen können Stimmungsschwankungen gehören, ebenso wie das Einsetzen weiterer Symptome wie der Aura, Übelkeit oder Magenkrämpfe, die kurz vor dem Einsetzen der Kopfschmerzen auftreten. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, Stresssituationen zu vermeiden, zu meditieren, eine regelmäßige Ess- und Schlafroutinen zu verfolgen und regelmäßig Sport zu treiben.  

Leidest du unter einem Akutfall von Migräne oder bemerkst, dass ein Migräneanfall sich anbahnt, kannst du mit diesen Tipps deine Beschwerden lindern:  

  • Ruhe dich in einem dunklen und ruhigen Raum aus. 
  • Vermeide starke Gerüche, optische Eindrücke und Geräusche. 
  • Lege dir sich ein Kühlkissen und nassen Waschlappen in den Nacken. 
  • Träufele dir auf die Schläfen Pfefferminzöl. 
  • Nimm rezeptfreie oder von deinem Arzt oder Ärztin verschriebene Schmerzmittel ein. 

Es empfiehlt sich ebenfalls, dass du bei häufig auftretender Migräne ein Migräne-Tagebuch führst, in welchem du aufschreibst, wann die Attacke, in welcher Intensität, mit welcher Dauer aufgetreten ist. Ebenfalls solltest du festhalten, was und wie viel du gegessen und getrunken hast. Schreibe zudem auf, wo der Kopfschmerz am intensivsten ist und ob du Migräne mit Aura hast oder nicht. Mit diesen Daten kann dein Arzt oder deine Ärztin erkennen, welche Trigger bei dir gegebenenfalls eine Migräneattacke auslösen. 

Hilfe bei Migräne mit Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) 

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit von Migräne sind DiGA, die von Ärzt:innen verschrieben werden können. DiGA sind Apps, die durch Ärzt:innen auf Kosten der Krankenkasse verordnet werden können und mit der du deine Behandlung gegen eine Nikotinabhängigkeit eigenständig durchführen kannst. Mehr zum Thema DiGA findest du auf unserer DiGA-Seite. 
Ob eine DiGA die beste Behandlungsoption ist, muss aber zunächst in einem ärztlichen Gespräch geklärt werden. Dazu kannst du von unseren Kooperationsärzt:innen bei Doktor.de eine professionelle Beratung bekommen. 

Kann man Migräne durch Medikamente vorbeugen?

Patient:innen, die mehrmals im Monat Migräneanfälle bekommen, leiden stark: Nicht nur unter den akuten Schmerzen, sondern auch vor der Angst, nicht zur wissen, wann der nächste Anfall auftritt. Meistens nehmen Betroffene beim ersten Anzeichen von Migränesymptomen Medikamente ein. Dies können bestimmte rezeptpflichtige Triptane oder auch frei verkäufliche Schmerzmittel sein. Mittlerweile gibt es bei chronischer Migräne jedoch eine vorbeugende medikamentöse Behandlung. Durch diese prophylaktische Einnahme von Medikamenten soll die Häufigkeit und Intensität der Migräneanfälle reduziert werden. 

Hierfür musst du jedoch einige Kriterien erfüllen:  

  1. Mehr als drei Migräneattacken monatlich
  2. Die Migräneattacken dauern im Schnitt länger als 72 Stunden 
  3. Bisherige Therapiemaßnahmen haben keinen sichtlichen Erfolg gebracht 
  4. An mehr als zehn Tagen werden Schmerzmittel eingenommen 
  5. Die Lebensqualität ist stark eingeschränkt 

Eine medikamentöse Therapie erfolgt durch die Einnahme von Betablockern – vielen bekannter als Blutdrucksenker – oder Medikamenten gegen Epilepsie. Dein Arzt oder Ärztin von Doktor.de wird mit dir sämtliche Möglichkeiten besprechen. 

Wie kann Doktor.de mir bei Migräne helfen?

Leidest du unter wiederkehrenden oder starken Migräne-Symptomen, kannst du jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen. Unsere erfahrenen Ärzte und Ärztinnen können deine Symptome beurteilen. Wir beraten dich ebenfalls über die geeignete Behandlung deiner Migräne. Bei anhaltender Übelkeit kann es zum Beispiel schwierig sein, Tabletten einzunehmen. Dann sind Zäpfchen oder Nasensprays eine Alternative. Wenn du unter schweren oder häufigen Attacken leidest, benötigst du unter Umständen verschreibungspflichtige Medikamente oder eine prophylaktische Therapie. Unsere erfahrenen Ärzt:innen können dir diese bei Bedarf verschreiben. Ebenfalls können dir unsere Ärzt:innen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen. 

Quelleninformationen: 

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 13.07.2022. Migräne. Gesundheitsinformation.de.

Lundborg, E. 29.04.2022. Migrän. Doktor.se.

Robert Koch-Institut. 09.09.2020. Migräne und Spannungskopfschmerz in Deutschland. Prävalenz und Erkrankungsschwere im Rahmen der Krankheitslast-Studie BURDEN 2020.

Letztes Update: 2022-11-03