Obwohl auch gesunde jüngere Erwachsene, Jugendliche und Kinder erkranken können, tritt Gürtelrose vorwiegend bei älteren und immungeschwächten Menschen auf. Zwei Drittel aller Fälle betreffen Personen über 50 Jahre.
Typischer Verlauf
Die Erkrankung beginnt meist mit unspezifischen Krankheitssymptomen wie leichtem Fieber und Abgeschlagenheit. Dort, wo sich später der Hautausschlag entwickelt, können bereits Brennen, Juckreiz, Überempfindlichkeit oder Spannungsgefühl sowie erste Schmerzen auftreten.
Nach drei bis fünf Tagen zeigen sich gerötete, erhabene Stellen, aus denen etwa reiskorngroße, flüssigkeitsgefüllte Bläschen entstehen. Benachbarte Bläschen können in der Folge zu blasigen Arealen verschmelzen. Im Bereich des Hautausschlags treten brennende oder bohrende Schmerzen auf. Die Bläschen brechen nach einigen Tagen auf, wobei sie eine virenhaltige, hoch infektiöse Flüssigkeit abgeben. Die ausgetrockneten Bläschen überziehen sich mit einer schorfigen Kruste und heilen üblicherweise im Verlauf von zwei bis drei Wochen ab.
Charakteristisch für Hautausschlag und Schmerzen ist die Begrenzung auf eine Körperhälfte und ein bestimmtes Hautgebiet, meist im Bereich des Brustkorbs. Seltener können auch Rücken, Arme, Beine, Hals oder Gesicht betroffen sein. Der Ausschlag folgt einem oder mehreren benachbarten Nerven, die vom Rückenmark ausgehend ein bestimmtes Hautareal durchziehen – so entsteht die typische bandförmige Anordnung der Bläschen.

Sonderformen der Gürtelrose
Sonderformen sind die Gürtelrose der Genitalien (Zoster genitalis), des Auges (Zoster ophthalmicus) oder Ohrs (Zoster oticus). Bei stark immungeschwächten Personen können sich die Viren mit dem Blutkreislauf im gesamten Körper ausbreiten und es kann zum lebensbedrohlichen generalisierten Zoster mit Befall der Organe kommen.
Mögliche Komplikationen
Die durch die Gürtelrose verursachten Schmerzen können nach Heilung des Hautausschlags noch längere Zeit, in ungünstigen Fällen jahrelang anhalten. Diese sogenannte postzosterische Neuralgie ist die häufigste Komplikation der Gürtelrose; etwa 20 Prozent der über 60-jährigen Patient:innen leiden daran.
Die Hauterscheinungen können ohne Narbenbildung abheilen, es kann jedoch auch zu bleibenden Narben, Pigment- und Empfindungsstörungen in den betroffenen Hautarealen kommen.
Als weitere Komplikationen können vorübergehende Lähmungserscheinungen, Schwerhörigkeit und Gleichgewichtsstörungen (beim Zoster des Ohrs) sowie Gehirn- und Gehirnhautentzündungen auftreten. Besonders problematisch ist der Zoster des Auges: Durch gefährliche Augendruckerhöhungen, Entzündungen und Vernarbungen der Hornhaut bzw. Zerstörung der Netzhaut droht hier die Gefahr schwerer bleibender Schädigungen bis zum Erblinden.