Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Oberkörpers. Hervorgehoben sind die Organe Pankreas, Leber und Galle.
Hepatitis C

Hepatitis C ist eine Lebererkrankung, die durch das Hepatitis-Virus ausgelöst wird. In Deutschland sind etwa eine halbe Million Menschen betroffen. Die Übertragung erfolgt vorrangig auf dem Blutweg. Bei vielen Betroffenen verläuft die Erstinfektion ohne Beschwerden. Die Hepatitis C neigt zur Chronifizierung, wodurch in fortgeschrittenen Stadien eine Leberzirrhose und auf deren Boden ein bösartiger Lebertumor entstehen kann. 

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Symptome von Hepatitis C

Eine akute Infektion zeigt in vielen Fällen keine Symptome oder allenfalls kurzzeitig grippeähnliche Beschwerden. Einige Betroffene bemerken allerdings Zeichen einer Leberentzündung, wie: 

  • Müdigkeit
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Oberbauchbeschwerden
  • Gelenkbeschwerden
  • Juckreiz
  • Appetitlosigkeit 

Die Entzündung der Leber führt manchmal auch zu einer Gelbsucht, die man an einer Gelbfärbung der Augen und der Haut erkennen kann. Außerdem kann sich der Urin dunkler färben, wohingegen der Stuhl hell und lehmartig erscheinen kann. 

Chronische Hepatitis C

In 60 bis 80 Prozent der Fälle chronifiziert die Infektion, das heißt, dass das Virus ohne Behandlung auch nach einem halben Jahr noch im Körper nachweisbar ist. Die in der Regel milden Symptome ähneln denen der akuten Hepatitis. Bei vielen Betroffenen vernarbt im Lauf der Jahre aufgrund der andauernden Entzündung das Lebergewebe und verliert so zunehmend seine Funktionsfähigkeit. Ein Teil der Menschen mit einer solchen Leberzirrhose entwickelt Leberkrebs, der eine schlechte Prognose hat. 

Ursachen von Hepatitis C

Die Erkrankung wird durch das Hepatitis-C-Virus ausgelöst, das in verschiedenen Varianten, sogenannten Genotypen, vorkommt. Die Übertragung erfolgt meist auf dem Blutweg, obgleich auch andere Körperflüssigkeiten das Virus enthalten. Am häufigsten erfolgt eine Infektion über die gemeinsame Nutzung von Utensilien, die der Injektion oder dem Schnupfen von Drogen dienen. 

Früher kam auch häufiger eine iatrogene, das heißt ärztlich verursachte, Übertragung vor. Mit den heutzutage verwendeten Einmalkanülen, und vor allem der Testung aller Blutprodukte sowie deren Spender auf das Hepatitis-C-Virus, ist eine Infektion auf diesem Wege nun nahezu ausgeschlossen. Erfolgt eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr, sind kleine Schleimhauteinrisse ursächlich, die eine Aufnahme des Virus in die Blutbahn ermöglichen. 

Behandlung von Hepatitis C

Seit einigen Jahren ändern sich die Therapieempfehlungen immer wieder, da laufend neue antivirale Medikamente auf den Markt kommen. In der Regel wird eine Kombination aus Wirkstoffen gegeben, die das Virus an der Vermehrung hindern. Für die einzelnen Genotypen werden jeweils spezielle Therapiekombinationen empfohlen. Diese Präparate haben einige Nebenwirkungen und interagieren mit anderen Wirkstoffen, was ein sorgfältiges ärztliches Therapiekonzept erfordert. Dabei sind Begleiterkrankungen und parallel eingenommene Medikamente zu beachten, aber auch der allgemeine körperliche Zustand sowie die zu erwartende Therapietreue. Eine akute Hepatitis C kann auch von allein ausheilen. In einigen Fällen ist daher das ärztlich begleitete Abwarten gerechtfertigt. 

Risikofaktoren von Hepatitis C

Ein Risiko bergen alle Situationen, in denen Kontakt mit dem Blut potenziell infizierter Personen besteht. Entscheidend für das Ansteckungsrisiko ist die Viruslast, sie ist gekennzeichnet durch die Anzahl der im Blut befindlichen Hepatitis-C-Viren. Aber auch die Menge an Blut sowie die Eintrittspforte des Virus haben einen Einfluss auf das Infektionsrisiko. Die Hauptrisikogruppe stellen Menschen dar, die Drogen injizieren oder diese schnupfen. Hintergrund ist die gemeinsame Nutzung von Spritzbesteck, Schnupfröhrchen und anderen Utensilien, die direkten Kontakt mit Blut gehabt haben. An Oberflächen haftend, kann das Virus lange überleben. Menschen, die dieser Risikogruppe angehören, können sich aufgrund des häufigeren Vorkommens der Erkrankung auch durch die gemeinsame Benutzung folgender Hygieneartikel anstecken:  

  • Zahnbürsten
  • Rasierklingen
  • Rasierapparate
  • Nagelscheren 

Beim Tätowieren oder Piercen ist theoretisch eine Virusübertragung möglich, jedoch bei Einhalten der Hygienevorschriften unwahrscheinlich. Hepatitis-C-positive Mütter können das Virus auf ihr Baby übertragen. Das ist sowohl über die Plazenta als auch unter der Geburt möglich. Stillen ist meistens problemlos möglich, solange keine Verletzungen an der Brustwarze vorliegen.  

Impfung gegen Hepatitis C

Eine Impfung gegen Hepatitis C ist bislang nicht verfügbar. Empfohlen wird die Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B, da eine gleichzeitige Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus zu schwereren Verläufen der Erkrankung führt. 

Vorbeugung von Hepatitis C

Um bei einer Infektion mit Hepatitis C eine Übertragung des Virus zu verhindern, muss der Kontakt anderer Personen mit dem infizierten Blut vermieden werden. Im medizinischen Bereich sind deshalb die Hygienerichtlinien einzuhalten. Für sexuelle Kontakte mit Infizierten werden Schutzmaßnahmen wie Kondome empfohlen. Wer Drogen injiziert oder schnupft, sollte keine Drogenutensilien oder Hygieneartikel teilen und sich mindestens einmal jährlich auf Hepatitis-C-Antikörper beziehungsweise das Virus testen lassen. Eine gegebenenfalls eingeleitete Behandlung schützt gleichzeitig andere, denn weniger Infizierte können weniger Menschen anstecken. Im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung Check-up 35 können sich auch Personen außerhalb von Risikogruppen ab dem Alter von 35 Jahren einmalig auf das Vorliegen von Antikörpern und Virus untersuchen lassen. 

So kann Doktor.de dir bei Hepatitis C helfen

Doktor.de berät dich rund um das Thema Hepatitis C. Gegebenenfalls kann für Betroffene eine Überweisung in eine auf Infektionskrankheiten spezialisierte Praxis ausgestellt werden. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Arastéh, Keikawus et al: Duale Reihe Innere Medizin. Georg-Thieme-Verlag KG Stuttgart. 2013. ISBN 978-3-13-118163-3. 

Robert Koch-Institut. 31.01.2018. Hepatitis C.

Letztes Update: 2023-01-09