Das runde Piktogramm mit einem mintgrünen Hintergrund zeigt eine Illustration eines menschlichen Körpers, auf dem die Lunge hervorgehoben ist.
Bronchitis

Bei einer Bronchitis entzünden sich die Schleimhäute der Bronchien (untere Atemwege), meist im Rahmen einer Infektion von Nase und Rachen (obere Atemwege). Dabei können auch die Luftröhre und die kleinen Verästelungen der Bronchien, die Bronchiolen, betroffen sein. Die Erreger:innen befallen die Schleimhaut und der Körper reagiert mit einer Entzündung. Die akute Bronchitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen, besonders im Winter. Sie heilt meist ohne Folgen für die weitere Gesundheit ab und hat keine lebensverkürzende Wirkung. Anders ist es bei der chronischen Bronchitis: Diese liegt vor, wenn die Entzündung nicht vorbeigeht, wenn Patient:innen (nach der Definition der WHO) in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren mehr als drei Monate an den meisten Tagen Husten und Auswurf haben. 

Symptome einer Bronchitis

Das Bild zeigt eine Frau in einem weißen Tanktop, die hustet und sich dabei die Brust hält.
Eine akute Bronchitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Atemwege. Die Schleimhaut, welche die Bronchien auskleidet, entzündet sich dabei. | © Aleksandr Rybalko

Die Erkrankung beginnt oft mit einem trockenen Reizhusten, bei viralen Infektionen kommt es in den meisten Fällen auch zu weiteren Allgemeinsymptomen wie Schnupfen, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Heiserkeit und allgemeinem Unwohlsein. Schwellungen der Lymphknoten im Bereich von Kopf und Hals können auftreten. 

Die akute Bronchitis kann in ein bis zwei Wochen abheilen, der Husten allerdings besteht oft noch länger. Der am Anfang trockene Husten kann in einen produktiven (mit Auswurf) übergehen, der meist klar ist. Bei bis zu zehn Prozent der Fälle kommt es aber zu einer bakteriellen Superinfektion, wobei der Auswurf gelb oder grün wird und sogar Blutbeimengungen beobachtet werden können. Diese sind zwar meistens harmlos, da sie durch kleine Verletzungen hervorgerufen werden können, sollten aber in jedem Falle ärztlich abgeklärt werden. 

 

Ursachen einer Bronchitis

  • In etwa 90 Prozent der Fälle wird die Erkrankung durch Viren hervorgerufen, wobei die bekannten Erkältungsviren, die einen grippalen Infekt verursachen, eine große Rolle spielen.  
  • Bakterien sind als Erstverursacher eher selten, aber häufig verantwortlich für eine Superinfektion auf der bereits vorgeschädigten Schleimhaut. 
  • Bei abwehrgeschwächten Patient:innen mit Vorerkrankungen sind auch Pilze mögliche Erreger. 
  • Reizstoffe wie Ammoniak und Salzsäure, aber auch Strahlentherapien bei Krebserkrankung können die Schleimhaut schädigen und dadurch eine Bronchitis verursachen. 

Behandlung einer Bronchitis

Bei einer unkomplizierten akuten Bronchitis sind ein Arztbesuch sowie eine medikamentöse Therapie meist nicht nötig. Man muss nur die Beschwerden behandeln. Dazu können allgemeine Maßnahmen und Hausmittel angewendet werden.  

  • Allgemeine Maßnahmen: Am wichtigsten ist Ruhe; keine körperlichen Anstrengungen und bei Fieber Bettruhe. Ferner sollte man auf die Luftfeuchtigkeit achten. Inhalationen mit Salzlösung im Vernebler können hilfreich sein. Wesentlich ist Vermeidung von jedem zusätzlichen Reiz für die Schleimhäute, besonders von Tabakrauch. Auch Kälte und Nässe sind zu vermeiden. 

Zudem sollte man in der jetzigen Zeit der Coronapandemie einen Test machen, da bronchitische Symptome auch bei Coronainfektion auftreten. 

  • Hausmittel von Bronchitis: Auch wenn der genaue Wirkungsmechanismus meist unbekannt ist, können diese hilfreich sein. So lindern Brustwickel und Einreibungen viele Beschwerden, ebenso Kräutertees oder nicht rezeptpflichtige pflanzenbasierte Medikamente. 
Was sollte man nicht tun?  
  • Fieber schon bei leichtem Anstieg mit Medikamenten senken, da Fieber zu einem funktionierenden Abwehrmechanismus des Körpers gehört.  
  • Ohne ärztlichen Rat sogenannte Hustenblocker einnehmen, da Husten die wichtige Funktion hat, Schleim und Fremdsubstanzen aus den Atemwegen zu entfernen. Wenn der Husten so quälend ist, dass der Schlaf stark gestört wird, können Ärzte hustenblockierende Substanzen einsetzen. 
  • Antibiotika gehören nicht zur Erstbehandlung einer Bronchitis. Sie wirken nicht bei Virusinfektionen und ihr unkritischer Einsatz führt zu Resistenzen gegen das Medikament, welches dann bei einem späteren wichtigen Einsatz versagt. Eine Antibiotikabehandlung wird nur gezielt von Ärzt:innen verordnet, wenn es zu einer bakteriellen Superinfektion kommt. 

Wann sollten Patient:innen sich an Ärzt:innen wenden?

Arztbesuche werden dann notwendig, wenn eine weitere diagnostische Abklärung erforderlich ist, zum Beispiel, um ein Übergreifen der Entzündung von den Bronchien auf das Lungengewebe (Lungenentzündung, Pneumonie) auszuschließen. In diesen Fällen können Blutuntersuchungen, Röntgenuntersuchungen und spezielle Lungenfunktionstests nötig werden. 

 Patient:innen sollten sich an Ärzt:innen wenden, 

  • wenn nach zunächst leichtem Fieber dieses abfällt und dann wieder ansteigt 
  • wenn gelbgrüner Auswurf besteht  
  • wenn mehrfach Blutbeimengungen beobachtet werden 
  • wenn Atemnot auftritt 
  • wenn ausgeprägtes Krankheitsgefühl besteht, Schwitzen besonders nachts und Schüttelfrost  
  • wenn eine Vorerkrankung, besonders Herz-Lungenerkrankung, vorliegt oder man eine Immuntherapie macht. 
Besondere Patient:innengruppen
  1. Kinder und Jugendliche sind häufiger von Bronchitiden betroffen. Auch hier heilen diese meist von selbst ohne eingreifende Maßnahmen wieder ab. Es ist besonders wichtig, dass in der Umgebung des Kindes nicht geraucht wird. Zudem muss man darauf achten, dass das Kind ausreichend trinkt, dass das Zimmer nicht überheizt ist und dass eine optimale Luftfeuchtigkeit im Raum herrscht. Handelt es sich aber um ein Kind mit Vorerkrankung, sollte auf jeden Fall der Kinderarzt oder die Kinderärztin informiert werden. Das gilt auch für jedes Kind, wenn es länger hoch fiebert und nicht genug trinken kann.
  2. Senior:innen: besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen sind gefährdet und werden bei einem zusätzlichen Infekt mit Beteiligung der unteren Atemwege nicht ohne Hilfe von Ärzt:innen auskommen. Bei Risikopatient:innen ist es nötig, lungenfachärztliche Untersuchungen vorzunehmen, um eine unkomplizierte von einer obstruktiven, spastischen Bronchitis sicher zu unterscheiden. Lungenfachärzt:innen können bei komplizierten Verläufen auch eine direkte Bestimmung des verursachenden Erregers mit einer Bronchoskopie vornehmen, was für die Wahl des geeigneten Antibiotikums wichtig sein kann. 

Beratung durch Doktor.de bei einer Bronchitis

Eine akute Bronchitis heilt meist von selbst und folgenlos ab. Bronchitis-Hausmittel können hilfreich sein; Hustenblocker und Antibiotika gehören nicht dazu. Wenn du Vorerkrankungen hast, solltest du einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Bei Doktor.de erhältst du außerdem umfassende Beratung zum Thema Bronchitis. 

  

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Gödel, C.; Dr. Amey-Özel, M. 25.05.2022. Akute Bronchitis. Netdoktor.

GeloMyrtol forte. o.J. Bronchitis: Symptome, Ursachen und Verlauf.

Lungenärzte im Netz. o.J. Was ist eine akute Bronchitis? 

Prof. Dr. Nentwich, H.-J. 14.09.2017. Bronchitis. Kinder- und Jugendärzte im Netz.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 20.11.2020. Akute Bronchitis. Gesundheitsinformation.de.

Letztes Update: 2022-10-25