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Hodenhochstand

Beim Hodenhochstand handelt es sich um eine falsche Lage eines Hodens oder sogar beider Hoden. Der oder die Hoden befinden sich dabei nicht im Hodensack, sondern zum Beispiel im Leistenbereich. Meist liegt mit dem Hodenhochstand bei Babys eine angeborene Fehlstellung der Hoden oder des Hodens vor. Um Risiken wie etwa Hodentumore zu verringern, sollte eine Korrektur des Hodenhochstands früh erfolgen. Beschwerden treten meist nicht auf, jedoch ist der Hoden / sind die Hoden nicht tastbar. Die Korrektur kann mittels Gabe von Hormonen oder aber auch operativ erfolgen. Auch bei erfolgreicher Therapie kann Zeugungsunfähigkeit eine mögliche Folge des Hodenhochstands sein.  

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Symptome von Hodenhochstand

Ein Hodenhochstand löst in den meisten Fällen keine unmittelbaren Beschwerden wie Schmerzen oder Ähnliches aus. Auch hormonelle Störungen treten selten bis gar nicht auf. Wird ein Hodenhochstand allerdings nicht früh genug behandelt, können Heranwachsende den Hodenhochstand als psychische Belastung wahrnehmen. Dadurch, dass der oder die Hoden nicht im Hodensack liegen, kann es zu Schamgefühlen kommen, die sich dann wiederum auf die Psyche auswirken. 

Welche Formen des Hodenhochstands gibt es?

Ein Hodenhochstand kann sich auf verschiedene Arten zeigen. Mediziner:innen unterscheiden zwischen

  1. einem Pendelhoden,
  2. einem Gleithoden
  3. einem sekundären Hodenhochstand
  4. oder einer Hodenektopie.

Bei einem Pendelhoden etwa kann es passieren, dass der oder die Hoden zwar an die richtige Stelle im Skrotum (Hodensack) liegen, sich dort aber nicht dauerhaft halten können. Ein Pendelhoden kann auch auf äußere Reize wie Kälte oder Schreck reagieren und sich dann zurückziehen. Ursächlich hierfür ist der Hodenheber, ein Muskel im Schambereich. Ein Pendelhoden muss nicht zwingend korrigiert werden. 

Ein Gleithoden wiederum muss behandelt werden. Zwar können Betroffene den Hoden kurzzeitig ins Skrotum ziehen – jedoch verbleibt der Hoden dort nicht dauerhaft, sondern gleitet schnell wieder nach oben in den Leistenbereich. Von einer Hodenektopie spricht man, wenn der Hoden an einer Stelle zu finden ist, an die er nicht gehört. Dies kommt bei Problemen auf dem natürlichen Abstiegsweg des Hodens vor. 

Der sekundäre Hodenhochstand ist nicht angeboren, sondern hat sich nach der Geburt entwickelt. Er kann zum Beispiel nach Operationen im Leistenbereich entstehen. Bevor der erworbene Hodenhochstand operativ korrigiert wird, warten die Ärzte in der Regel einige Zeit ab, ob der Hoden wieder von allein an seine natürliche Position zurückkehrt.

Ursachen eines Hodenhochstands

In den meisten Fällen ist der Hodenhochstand angeboren und genetisch bedingt. Liegen genetische Ursachen vor, dann sorgen diese dafür, dass der normale Hodenabstieg während der Schwangerschaft nicht normal verläuft – ein Hodenhochstand ist die Folge. Auch anatomische Fehlbildungen können einen Hodenhochstand zur Folge haben.  

Zu den weiteren Ursachen zählen auch andere Einflüsse. Raucht die werdende Mutter in der Schwangerschaft oder konsumiert sie Alkohol, kann es ebenfalls zu einem Hodenhochstand kommen. Umweltgifte oder Diabetes-Erkrankungen gelten auch als mögliche Risikofaktoren für einen Hodenhochstand.  

Mögliche Ursachen für einen Hodenhochstand: 

  • Genetische Faktoren
  • anatomische Fehlbildungen
  • Rauchen in der Schwangerschaft
  • Alkohol in der Schwangerschaft
  • Umweltgifte
  • Erkrankungen der werdenden Mutter (zum Beispiel Diabetes) 

Behandlung von Hodenhochstand

Die Hodenhochstand Behandlung hat in der Regel gute Erfolgschancen. In der Regel sollte die Therapie innerhalb des ersten Lebensjahres erfolgen, um mögliche Gesundheitsrisiken wie die erhöhte Gefahr von Hodentumoren oder Leistenbrüchen zu minimieren. 

Eine Möglichkeit der Therapie stellt die Hormonbehandlung dar. Diese soll bewirken, dass die Hoden von allein in das Skrotum wandern. Die Wanderung wird über das Hormon Gonadotropin in Gang gesetzt. Um dieses Hormon auszuschütten, können die Ärzt:innen verschiedene Medikamente einsetzen.  

Öfter als eine Hormontherapie kommt jedoch ein operativer Eingriff zum Einsatz. Wenn sich die Hoden noch im tastbaren Leistenbereich befinden, können die Mediziner:innen diesen Eingriff durchführen. Hierfür erfolgt ein kleiner Schnitt im Bereich der Leiste(n). Der oder die Hoden werden dann in das Skrotum gebracht und dort mit einer Naht fixiert.  

Sollten sich die Hoden außerhalb des tastbaren Bereichs befinden ist meist eine Bauchspiegelung nötig.  

Wichtig ist nach einem operativen Eingriff die Nachsorge. Die Hoden sollten regelmäßig abgetastet werden, um eventuelle Veränderungen zu bemerken und diese mit der Urologin oder dem Urologen zu besprechen. Ist die Operation erfolgreich verlaufen, kann es dennoch passieren, dass ein kleiner Prozentsatz der Betroffenen zeugungsunfähig wird. 

Wie kann Doktor.de bei Hodenhochstand helfen?

Solltest du bei deinem Kind oder bei dir selbst einen Hodenhochstand vermuten, stehen dir die Ärzt:innen auf Doktor.de unterstützend zur Seite. Zur genauen Abklärung oder zur Besprechung möglicher Therapien solltest du eine ärztliche Untersuchung wahrnehmen.  

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Professor Dr. med. Hofmann, R. 07.12.2017. Hodenhochstand – wann behandeln? Apotheken Umschau.

Grosser, M. 27.01.2022. Hodenhochstand. NetDoktor.

Universitätsklinikum Leipzig. o.J. Hodenhochstand. 

Letztes Update: 2022-12-09