Mage
Lebensmittelvergiftung

Eine Lebensmittelvergiftung ist eine Magen-Darmerkrankung, die durch die Einnahme von Nahrungsmitteln oder Getränken verursacht wird, die Bakterien, Viren, Parasiten oder Gifte (Toxine) enthalten. Die häufigsten Symptome sind Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Fieber und Bauchschmerzen. Bei einer leichten Lebensmittelvergiftung treten die Symptome typischerweise schnell auf und verschwinden nach ein bis zwei Tagen wieder. Bei einer schweren Lebensmittelvergiftung müssen Patient:innen gegebenenfalls im Krankenhaus behandelt werden. Lebensmittelvergiftungen werden in der Regel durch (bakterielle) Krankheitserreger, Pilze oder verdorbene Lebensmittel wie Fisch, Eier oder Fleisch ausgelöst.  

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Symptome einer Lebensmittelvergiftung 

Die Symptome einer Lebensmittelvergiftung treten in der Regel recht zeitnah nach dem Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln auf. Zu den typischen Symptomen einer Lebensmittelvergiftung zählen:  

  • Brechreiz  
  • Erbrechen  
  • Durchfall  
  • Bauschmerzen  
  • Fieber  

Meist klingen die Symptome einer Lebensmittelvergiftung nach ein bis zwei Tagen ab. Halten die Symptome bei jedoch länger an, ist Blut im Stuhl oder im Erbrochenen, sollte umgehend ein Arzt oder Ärztin kontaktiert werden.  

Ursachen einer Lebensmittelvergiftung

Das Bild zeigt einen Teller voller Austern.
Eine häufige Ursache für eine Lebensmittelvergiftung können Meeresfrüchte, Fisch oder Muscheln sein. | © jganser

Schadstoffe, Erreger oder Gifte können in allen Stufen der Nahrungskette in Lebensmittel gelangen. Von der Produktion, Ernte, Verpackung, Transport, Lagerung bis hin zum Kochen. Sie können in Lebensmitteln enthalten sein, die im Geschäft gekauft oder in einem Restaurant gegessen werden. Sie können auch erkranken, wenn Sie zu Hause falsch mit Lebensmitteln umgehen. Eine häufige Ursache für eine Lebensmittelvergiftung sind Lebensmittel, die unverarbeitet sind oder nicht ausreichend erhitzt wurden. Dann können sich bestimmte Bakterien vermehren. Lebensmittelvergiftungen können auch durch Toxine verursacht werden, die sich im Boden befinden und mit dem Gemüse transportiert werden.  

Die Medizin unterscheidet zwischen einer Lebensmittelvergiftung und einer Lebensmittelinfektion. Eine Lebensmittelvergiftung entsteht durch Toxine, die in den Lebensmitteln gebildet werden und ist nicht ansteckend. Eine Lebensmittelinfektion hingegen ist ansteckend, da die Infektion durch zum Beispiel Salmonellen, Noroviren, Rotaviren oder EHEC-Bakterien ausgelöst wird. Diese Bakterien und Viren können ebenfalls Lebensmittel befallen und beim Verzehr im Darm vermehren.  

Lebensmittelvergiftung durch Krankheitserreger  

Verschiedene Krankheitserreger können eine Lebensmittelvergiftung auslösen. Zu diesen Erregern zählen Salmonellen, Clostridien oder Bakterien aus der Gattung der Listeria monocytogenes.  

Salmonellen sind die wohl die bekanntesten Erreger, die eine Lebensmittelvergiftung auslösen können. Meist nehmen Menschen Salmonellen über nicht ausreichend zubereitete tierische Nahrungsmittel Salmonellen zu sich: Dies können Eier, Fisch oder Fleisch sein. Zu den bereits oben genannten Symptomen kommen bei einer Salmonellenvergiftung bei Erkrankten Symptome wie Schüttelfrost hinzu.  

Clostridien lösen die seltene Infektion Botulismus aus. Die Erreger gelangen durch die Aufnahme von kontaminierten Lebensmitteln in den Körper: Auffällig aufgeblähte Konserven oder Verpackungen können ein Hinweis Clostridien sein. Clostridien befallen vor allem das menschliche Nervensystem, sodass es circa 20 bis 30 Stunden nach der Aufnahme mit den kontaminierten Lebensmitteln zu den ersten Lähmungserscheinungen vor allem an der Augenmuskulatur kommen kann. Bleibt der Botulismus unbehandelt, kann in kürzester Zeit auch die gesamte Muskulatur geschwächt werden, es zu Sprechstörungen und einem verlangsamten Herzschlag kommen. Ein trockener Mund, Probleme beim Schlucken und verlangsamte Reflexe sind weitere ernstzunehmende Symptome, die unverzüglich im Krankenhaus behandelt werden müssen.  

Weitere bakterielle Krankheitserreger  
  • Das Bakterium E.Coli ist vor allem in Rohmilch oder rohem Rindfleisch zu finden und löst einen wässrigen Durchfall aus. Ebenfalls ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. 
  • Durch den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln oder dem direkten Kontakt zu infizierten Tieren wird das Bakterium Yersinia auf den Menschen übertragen. Durchfall, Schüttelfrost, Fieber und starke Kopfschmerzen sind Symptome einer Infektion mit Yersinien.  
Vergiftung durch Meeresfrüchte und Fisch  

Nach dem Verzehr von Fisch, Muscheln oder anderen Meeresfrüchten kann es zu einer Lebensmittelvergiftung kommen, da das Tier zum Beispiel falsch gelagert wurde. Dies führt dazu, dass sich die Bakterien im Fisch vermehren, die eine Vergiftung auslösen können. Symptome einer Vergiftung eines Fisches können Durchfall, Erbrechen und Übelkeit sein.  

Vergiftung durch Pilze  

Eine pilzbedingte Lebensmittelvergiftung wird durch den Verzehr von giftigen Pilzen, wie Fliegenpilze, verursacht. Typische Symptome einer Pilzvergiftung sind:  

  • Starke Magenschmerzen  
  • Übelkeit und/ oder Erbrechen  
  • Schüttelfrost 
  • Schwindel  
  • Bewusstseinsstörungen  
  • Luftnot 
  • Herzrasen  

Ebenfalls können Schimmelpilze, die auf verdorbenen Lebensmitteln gewachsen und verzehrt wurden, eine Lebensmittelvergiftung mit den typischen Symptomen auslösen.  

Behandlung einer Lebensmittelvergiftung

In der Regel benötigt der Körper ein bis zwei Tage, um den Verursacher einer Lebensmittelvergiftung wieder auszuscheiden. Wenn du unter einer Lebensmittelvergiftung leidest, kannst du folgendes tun, um den Genesungsprozess zu unterstützen:  

  • Gönne deinem Magen Ruhe. Verzichte in der akuten Phase für einige Stunden auf Essen. 
  • Trinke häufig, aber kleine Mengen. Achte darauf, dass du urinieren kannst und dass der Urin nicht zu dunkel und konzentriert aussieht.  
  • Fange an, kleine Mengen zu essen.  Wenn du dich besser fühlst, kannst du kleine Mengen leicht verdaulicher Lebensmittel wie Kekse, Toast, Bananen, Salzkartoffeln oder Reis essen. 
  • Vermeide bestimmte Nahrungsmittel und bestimmte Substanzen, bis du dich besser fühlst. Dies gilt für Milchprodukte, Kaffee und Produkte, die Koffein, Alkohol oder Nikotin enthalten sowie fettige oder scharf gewürzte Speisen. 
  • Verwende ein eigenes Handtuch. Teile keine Handtücher mit anderen Personen und waschen nach dem Toilettengang unbedingt die Hände mit Seife. 
  • Spezielle Elektrolytlösungen unterstützen den Körper, den Salzgehalt wieder zu normalisieren.  

Bei Babys, Schwangeren, älteren Menschen oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können Lebensmittelvergiftung sehr gefährlich werden, daher sollte sofort ein Arzt oder Ärztin kontaktiert werden.  

Lebensmittelvergiftungen vorbeugen

  • Das Risiko an einer Lebensmittelvergiftung zu erkranken, kann durch einige Tipps verringert werden. Hände, Küchenutensilien und Küchenoberflächen sollten nach der Benutzung immer gründlich gereinigt werden.  
  • Schneide rohes Fleisch oder Fisch nicht auf demselben Brett wie Gemüse oder Obst.  
  • Rohe Zutaten (vor allem rohes Fleisch) und bereits zubereitete Speisen sollten auseinandergehalten werden. Damit wird eine Kontamination vermieden. 
  • Lebensmittel sollten auf sicherer Temperatur gekocht werden. Hühnchen sollte auf mindestens 70 °C gegart werden. Fertiggerichte sollten richtig erhitzt werden.  
  • Kühle oder friere Lebensmittel so schnell wie möglich ein. Dies ist besonders in den Sommermonaten wichtig, wenn das Essen leichter schlecht wird.  
  • Tiefkühlkost lässt sich am sichersten auftauen, wenn man sie in den Kühlschrank stellt, nicht bei Zimmertemperatur. 
  • Geschirrhandtücher, Schwämme und Lappen sollten regelmäßig gewechselt werden.  
  • Im Urlaub sollte die Regel „ Boil it, cook it, peel it or forget it! “ geachtet werden. Also: „Brat es, koch es, schäl es oder vergiss es!”  In vielen Ländern sind die hygienischen Standards sehr gering, Lebensmittel können mit Fäkalien gedüngt werden und so stark mit Bakterien verunreinigt sein.  

Wie kann Doktor.de mir bei einer Lebensmittelvergiftung helfen?

Eine Behandlung ist nur in seltenen Fällen notwendig, da eine Lebensmittelvergiftung oft von selbst verschwindet. Unsere erfahrenen Ärzte, Ärztinnen und medizinisches Fachpersonal helfen dir bei der Beurteilung deiner Symptome. Gemeinsam können wir entscheiden, ob weitere Untersuchungen oder Maßnahmen erforderlich sind. Im schlimmsten Fall kann eine vorübergehende Behandlung im Krankenhaus erforderlich werden, wenn der Flüssigkeitshaushalt nicht durch ausreichendes Trinken aufrechterhalten werden kann. Wenn erforderlich, können wir auch eine Arbeitsunfähigkeit feststellen. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Letztes Update: 2022-12-16