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Divertikulitis

Eine Divertikulitis tritt auf, wenn sich Darmausstülpungensogenannte Divertikel – an der Wand des Darms entzünden. Die Entzündung kann sich in verschiedenen Ausprägungen äußern: Sie kann lokal und wiederkehrend auftreten, sich auf Darm und Bauchfell ausbreiten und im schwersten Fall eine medizinische Notsituation herbeiführen. Eine Divertikulitis tritt meist im unteren Bereich des Dickdarms auf. Divertikel bilden sich mit zunehmendem Alter bei vielen Menschen, oft bleiben sie zunächst unbemerkt. Ihre Größe und Menge spielen für das Entstehen einer Divertikulitis keine Rolle. Eine unkomplizierte Divertikulitis lässt sich gut und in der Regel ohne Antibiotika behandeln. Nur wenn schwerwiegende Komplikationen auftreten, ist eine Operation erforderlich. 

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Symptome von Divertikulitis

Entzündet sich eine Darmausstülpung, treten auf der rechten Seite des Körpers Beschwerden auf, die einer Blinddarmentzündung ähneln. Diese können wie folgt äußern: 

Je nach Beschwerden und Ausbreitung der Divertikulitis sowie Schwere der Entzündung teilt die Medizin die Erkrankung in drei Stadien ein: 

Stadium 0: keine Beschwerden. Ärzte und Ärztinnen sprechen von einer unkomplizierten Divertikulose. 

Stadium I: Als unkomplizierte Divertikulitis wird die Erkrankung bezeichnet, wenn sie sich auf die Darmwand beschränkt. 

Stadium II: Wenn sich die Entzündung über die Darmwand hinaus entwickelt hat, sprechen Ärzt:innen von einer komplizierten Divertikulitis. Stufen von a bis c unterteilen das Ausmaß.  

Stadium III: Diese Divertikulitis tritt wiederkehrend auf. Der medizinische Fachausdruck hierfür ist „chronisch rezidivierend“. 

Laut Experten und Expertinnen haben rund 80 Prozent der Betroffenen einen unkomplizierten Krankheitsverlauf, bei circa 20 Prozent treten stärkere Komplikationen auf. Mit jeder nachfolgenden Divertikulitis steigt das Risiko für eine komplizierte Erkrankung. 

Ursachen von Divertikulitis

Eine Verstopfung sowie das im Alterungsprozess zunehmend schwächer werdende Bindegewebe sind meist die Ursachen dafür, dass sich die Darmschleimhaut nach außen stülpt. Auslöser für eine Divertikulitis ist dann ein verhärteter Stuhlrest, der die Schleimhaut des Divertikels aufreißt. Keime und Bakterien können in das Darmgewebe eindringen und über die Darmausstülpung hinaus die gesamte Darmwand entzünden. 

Laut Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internistinnen und Internisten kommt es bei rund 12 bis 25 Prozent aller Personen mit einer Darmausstülpung zu einer Divertikulitis. Rund 30 Prozent dieser Betroffenen erleiden nach einer Ersterkrankung eine weitere Entzündung. 

Wird eine Entzündung der Darmausstülpung nicht rechtzeitig bemerkt und eine Behandlung in die Wege geleitet, kann es zu schweren Komplikationen kommen. Dazu zählen:  

  • Entzündungen im Bauchraum und des Bauchfells
  • Darmverschluss, wenn die Entzündung den Darm verengt
  • Fistelbildung zwischen verschiedenen Abschnitten des Darms oder Vagina und Blase 

Behandlung von Divertikulitis

Eine Divertikulitis kann in ihren verschiedensten Erscheinungsformen zuverlässig diagnostiziert werden. Dazu wählen Mediziner:innen folgende Verfahren: 

  • Blutuntersuchungen zum Feststellen der Entzündungswerte 
  • Urinuntersuchungen 
  • Ultraschall 
  • Computertomografie 
  • Magnetresonanztomografie 

Welche Therapie gewählt wird, hängt von den individuellen Beschwerden und dem Erkrankungsstadium ab. Nahezu 95 Prozent aller entzündeten Darmausstülpungen heilen im Zeitraum von einer Woche von selbst. 

Eine unkomplizierte Divertikulitis wird oft ambulant behandelt mit: 

  • Antibiotika: Diese müssen eventuell nicht eingesetzt werden, wenn ein Ultraschall oder ein CT keine Abszesse zeigt. Bei bestimmten Vorerkrankungen sind sie zur Risikominimierung indes empfohlen. 
  • Engmaschige ärztliche Kontrolle, um sich anbahnende Komplikationen frühzeitig zu erkennen. 
  • Empfehlung, eher nicht feste Nahrung wie Suppen oder Breie zu sich zu nehmen und ausreichend zu trinken. 

Stationäre Therapie bei komplizierter Divertikulitis: 

  • Antibiotika-Gabe als Tabletten, Saft oder Infusion, um die Ausbreitung der Entzündung zu verhindern. 
  • Je nach Beschwerden flüssige Nahrung und ausreichend Flüssigkeit über Infusionen. Verringern sich die Beschwerden, kann wieder ballaststoffreich gegessen werden. 
  • Drainage bei bestehendem Abszess, Ableiten des Eiters über einen Schlauch durch die Bauchdecke. 
  • Operation und Entfernung des betroffenen Darmbereichs, wenn die Entzündung abgeklungen ist. Mit einem „offenen“ Bauchschnitt oder als Bauchspiegelung wird der betroffene Abschnitt des Darms entfernt und die dabei entstandenen Enden des Darms anschließend miteinander verbunden. 

Stadium IIc ist ein medizinischer Notfall, da mindestens eine Darmausstülpung geplatzt ist und eine Bauchfellentzündung droht. Eine sofortige Operation ist unumgänglich. 

Wiederkehrende Divertikel-Entzündungen, die sich gut mit anderen Methoden behandeln lassen, werden heute nicht mehr nach der dritten Entzündung automatisch operiert, um Belastungen für Betroffene zu vermeiden. Nach einem operativen Eingriff können zudem andere, noch im Dickdarm bestehende Darmausstülpungen eine weitere Divertikulitis auslösen. 

Risikofaktoren von Divertikulitis

Nur wenn sich Darmausstülpungen an der Darmwand gebildet haben, kann es zu einer Divertikulitis kommen. Experten vermuten, dass folgenden Faktoren die Entstehung von Divertikeln begünstigen: 

  • ballaststoffarme Ernährung 
  • unzureichende Flüssigkeitsaufnahme 
  • Übergewicht 
  • Bewegungsmangel 
  • bestimmte Erkrankungen und Medikamente 

Welche Hilfe erhältst du von Doktor.de bei Divertikulitis?

Wenn du bei dir Symptome von Divertikulitis erkennst, kannst du dich für Rat und Hilfe an die kompetenten Mediziner:innen von Doktor.de wenden. Sie beurteilen deine Krankheitszeichen für Divertikulitis. Danach wendest du dich an die entsprechenden Fachärzt:innen. Sie können für dich eine weiterführende Diagnose treffen und leiten deine Therapie bei Divertikulitis ein. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Prof. Dr. med. Mössner, J. 08.06.2021. Divertikulitis – was ist das? Internisten im Netz.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). 01.12.2021. Divertikelkrankheit und Divertikulitis. Gesundheitsinformation.de.

Trappe. C. 25.02.2022. Divertikulitis. Netdoktor.

Letztes Update: 2023-01-09