Auf dem runden Piktogramm mit dem mintfarbenen Hintergrund ist eine Hand mit einem roten Punkt - einer Einstichstelle eines Insekts - abgebildet. Zudem ist oberhalb der Hand eine Biene in einem Kreis dargestellt.
Malaria

Jährlich erkranken rund 200 Millionen Menschen an Malaria, die meisten davon in Afrika. Ausgelöst wird die Krankheit durch winzige Parasiten, die durch einen Mückenstich in den Körper gelangen. Unbehandelt kann Malaria tödlich verlaufen. Es gibt jedoch Medikamente, die gut vor einer Malariainfektion schützen oder zumindest eine Verminderung von Komplikationen und schweren Verläufen bewirken. 

Symptome von Malaria

Typische Malaria-Symptome sind:   

  • hohes Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Schweißausbrüche
  • starkes allgemeines Krankheitsgefühl.  

Darüber hinaus kann es zu Schmerzen im rechten Oberbauch, einer Vergrößerung der Leber und der Milz sowie Blutveränderungen kommen. Die Krankheitszeichen treten frühestens sechs Tage nach dem Mückenstich auf, manchmal aber auch erst einige Monate oder sogar Jahre später. 

Insbesondere bei Malaria tropica können rasch lebensbedrohliche Zustände mit Nierenversagen, Koma und Schock auftreten. Die anderen Malariaarten verlaufen für gewöhnlich milder. 

  

Ursachen von Malaria

Das Bild zeigt eine Mücke, die auf einem Blatt sitzt.
Nicht nur nervig, sondern auch gefährlich: die Anophelesmücke. | © arachi07

Malaria wird durch kleine einzellige Parasiten, sogenannte Plasmodien, ausgelöst. Zu diesen zählen rund 200 verschiedene Arten, von denen folgende fünf Erkrankungen beim Menschen hervorrufen können: 

  • Plasmodium falciparum: Malaria tropica,
  • Plasmodium vivax und Plasmodium ovale: Malaria tertiana,
  • Plasmodium malariae: Malaria quartana,
  • Plasmodium knowlesi: Malaria quotidiana (selten und nur im südostasiatischen Raum).

Übertragen werden die Parasiten durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke, seltener auch über Blut-Blut-Kontakte, Bluttransfusionen und Transplantationen. 

Behandlung von Malaria

Bei Verdacht auf eine Malariainfektion werden die Betroffenen meist sofort in ein Krankenhaus eingewiesen, vornehmlich in eines, das auf die Therapie von Tropenkrankheiten spezialisiert ist.   

Welches Malaria-Medikament zur Anwendung kommt, hängt unter anderem von der Art des Erregers, der Schwere der Erkrankung, etwaigen Vorerkrankungen und einer gegebenenfalls durchgeführten Prophylaxe ab. Wichtig ist, die Therapie rasch in die Wege zu leiten, da insbesondere die Malaria tropica unbehandelt binnen weniger Tage einen tödlichen Verlauf nehmen kann.  

Zur Behandlung der Malaria tropica sind in Deutschland die Wirkstoffe Artemether/Lumefantrin, Atovaquon/Proguanil und Dihydroartemisinin/Piperaquin zugelassen. Im sogenannten Off-Label-Use können diese unter Umständen auch bei anderen Malaria-Formen zum Einsatz kommen. In Einzelfällen ist alternativ eine Therapie mit Chloroquin oder Hydroxychloroquin möglich. Bei diesen Substanzen wurde jedoch eine hohe Rate an Resistenzen beobachtet. 

Risikofaktoren von Malaria

Ein besonderes Risiko für eine Malariainfektion besteht in Afrika, südlich der Sahara. Zu den Ländern mit den meisten Malaria-Erkrankungen zählen: 

  • Nigeria,
  • die Demokratische Republik Kongo,
  • Tansania und
  • Äthiopien

Weitere Verbreitungsgebiete sind Asien, vornehmlich Indien, Indonesien, Myanmar und Papua-Neuguinea sowie die Regenwaldregionen Südamerikas. Die hohen Erkrankungszahlen in diesen Gebieten resultieren einerseits aus dem tropischen Klima, andererseits aber auch aus dem geringen Wissen über die Krankheit, den oftmals unzureichenden hygienischen Bedingungen und den allgemein ärmlichen Verhältnissen. 

Da die Anophelesmücke nachtaktiv ist, empfiehlt es sich, in Malaria-Endemiegebieten während der Dämmerungs- und Nachtzeit möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Schwangere, Kinder und Menschen mit schwachem Immunsystem sollten besser auf Reisen in entsprechende Regionen verzichten. 

Impfung gegen Malaria

Seit Jahrzehnten forscht die Wissenschaft an einem Malaria-Impfstoff. Ein erster Durchbruch gelang im Jahr 2021 mit der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das Vakzin RTS,S (Mosquirix), das Kindern in Malaria-Verbreitungsgebieten zugutekommen soll. Zwar ist die Effektivität dieses Impfstoffs vergleichsweise niedrig, jedoch erbrachten Pilotversuche mit 800.000 Kindern in Ghana, Malawi und Kenia einen signifikanten Rückgang tödlicher Krankheitsverläufe um 30 Prozent. 

Vorbeugung von Malaria

Reist du in eine Region mit hohem Malaria-Risiko, ist eine vorbeugende Tabletteneinnahme dringend zu empfehlen. Gebräuchliche Wirkstoffe sind: 

  • Atovaquon/Proguanil,
  • Mefloquin,
  • Chloroquin (nur in Regionen ohne Chloroquin-Resistenz) und
  • Doxycyclin (in Deutschland zur Malaria-Prophylaxe nicht offiziell zugelassen).

Darüber hinaus empfehlen sich folgende Maßnahmen: 

Imprägnierte Moskitonetze

Ist der Schlafraum nicht mückensicher (Mückengitter an Fenstern, Türen und der Klimaanlage), empfiehlt es sich, unter einem Moskitonetz zu schlafen. Da du bei direktem Hautkontakt mit dem Netz immer noch gestochen werden kannst, sollte dieses imprägniert sein, damit die Insekten bei Kontakt unschädlich gemacht werden. 

Für die Imprägnierung eignet sich beispielsweise Cyfluthrin, ein synthetisches Pyrethroid, das das Nervensystem der Mücken schädigt und sie auf diese Weise schnell abtötet. Mückenmittel zur Anwendung auf der Haut sind hierfür ungeeignet. Verwende lieber spezielle Imprägniermittel oder schon imprägnierte Moskitonetze. 

Kleidung mit Insektenschutz

Herkömmliche dünne Hosen, T-Shirts oder Socken stellen für die Malaria-Mücke kein Hindernis dar, vor allem, wenn sie eng an der Haut anliegen. Es gibt jedoch tropengeeignete Kleidung aus dünnen, dicht gewebten beziehungsweise imprägnierten Stoffen, die kein Mückenstachel durchdringen kann, und Socken mit integriertem Moskitoschutz. Zieh dich möglichst hell an, da dunkle Stoffe die Mücken stärker anlocken als helle. 

Anti-Moskito-Mittel

Hochwertige insektenabwehrende Mittel schützen die damit behandelten Hautstellen bis zu zehn Stunden vor Moskitostichen. Als besonders effektiv gilt der Wirkstoff DEET, den die WHO für Risikogebiete empfiehlt. Lediglich Kindern unter zwei Jahren und schwangeren Frauen wird von einer Anwendung abgeraten. Eine wissenschaftlich belegte Wirkung haben auch Icaridin-Präparate, die für (sub-)tropische Länder empfohlen werden. 

Was kann Doktor.de bezüglich Malaria für mich tun?

Bei Verdacht auf Malaria helfen dir unsere ausgewählten Mediziner:innen bei der Beurteilung deiner Symptome und beraten dich hinsichtlich des weiteren Vorgehens. Gern informieren wir dich auch ausführlicher zur medikamentösen Malaria-Prophylaxe und zu den verschiedenen Möglichkeiten des Mückenschutzes. 

 

Quelleninformationen:

Dieser Text wurde von Mediziner:innen geprüft und entspricht medizinischen Leitlinien. 

Robert Koch-Institut. 23.04.2015. Malaria.

Tropeninstitut.de. o.J. Malaria. 

Dr. Manus, I. 09.06.2022. Malaria (Wechselfieber). Apotheken Umschau.

Malteser International. o.J.  Malaria: Verbreitung, Symptome und wie wir helfen.

Tagesschau.de. 06.10.2021. WHO empfiehlt Malaria-Impfstoff für Kinder.

Letztes Update: 2022-08-12